Bad Kissingen

Gästeführung in Bad Kissingen: Infos rund um Wasser und Salz

Josef Kiesel beteiligte sich im Auftrag der Staatsbad GmbH am Weltgästeführertag
Mit alten Plänen und Zeichnungen gab Gästeführer Josef Kiesel den Gästen einen Einblick in die Geschichte.Sigismund von Dobschütz
Mit alten Plänen und Zeichnungen gab Gästeführer Josef Kiesel den Gästen einen Einblick in die Geschichte.Sigismund von Dobschütz

Seit 30 Jahren macht der Weltverband der Gästeführer jährlich am 21. Februar mit dem Weltgästeführertag auf das Berufsbild der Gästeführer aufmerksam. Die Staatsbad GmbH beteiligt sich seit einigen Jahren mit Themenführungen. Diesmal begleiteten 20 Interessierte den seit vier Jahren ehrenamtlich tätigen Gästeführer Josef Kiesel (68) bei seiner 90-minütigen Heilwasser-Erlebnisführung durch Kurgarten, Rosengarten und Luitpoldpark.

Vor der Statue Ludwigs I. gab Kiesel einen Einblick in die über 1200-jährige Geschichte der Stadt und die 500-jährige Entwicklungsgeschichte des Staatsbades, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch vor den Toren der Stadt lag. Schon seit dem frühen neunten Jahrhundert sei außerhalb der Stadt Salz gewonnen worden, erfuhren die Gäste. " Bad Kissingen ist der älteste Gradierstandort Europas." Erst vor 500 Jahren - im Jahr 1520 wurde der heutige Max-Brunnen erstmals genannt - sei Wasser auch für Heilzwecke genutzt worden - zum Trinken oder Baden. So sollte angeblich das Maxwasser, wie Kiesel eine Quelle aus dem 16. Jahrhundert zitierte, das Hirn stärken und die Gicht heilen.

Doch nicht nur Salz und Heilwasser bestimmten die Entwicklung der Kurstadt über Jahrhunderte, sondern auch die Hochwasser, wie es Kiesel mit Blick auf den Rosengarten und die friedlich fließende Saale erläuterte: "Hochwasser kann die Brunnen überspülen und verschlammen." Deshalb wurde bereits 1737 die Saale um einige hundert Meter in ihr jetziges Flussbett verlegt. Eine neuzeitliche Schutzmaßnahme vor Hochwasser erlebten die Kissinger mit dem Bau mobiler Schutzwände nach dem Jahrhunderthochwasser von 2003, als letztmalig der Kurgarten unter Wasser stand.

An der dritten Station der Heilwasserführung vor dem Luitpoldbad, wo an der Saale ebenfalls in früherer Zeit noch Salz gewonnen wurde, beschrieb Kiesel die Tradition des Badens in Heilwasser. "Frühzeitig hatte man erkannt, dass die Sole nicht nur zur Salzgewinnung taugt, sondern dass auch das Baden in salzhaltigem Wasser heilende Wirkung hat." Es sei auffällig, dass an beiden Gradierstandorten, an der Unteren Saline ebenso wie im heutigen Kurpark, einst Badehäuser gebaut worden seien. Anhand alter Pläne und Zeichnungen verdeutlichte Kiesel den Gästen den früheren Verlauf der Gradierbauten und die Stätten der Salzgewinnung. Eine Besucherin kritisierte den aus ihrer Sicht viel zu kurzen Neubau des Gradierwerks.

Zum Abschluss der Führung gehörte eine Heilwasser-Verkostung in der Wandelhalle, bei der noch einmal Wissenswertes über die Wirkweisen der vier Quellen erklärt wurde. Deutlich wurde dabei auch, dass die Heilwasser immer noch wirkungsvoll sind - etwa nach sportlicher Belastung oder einseitiger Ernährung.

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