Garitz

Garitz: Michl Müller macht Mut

Der Garitzer Kabarettist singt den offiziellen Fastnachtssong der diesjährigen Session. Damit möchte er den Leuten, insbesondere den Kulturschaffenden, Mut machen. Vor dem Virus solle man Respekt, aber keine Angst haben.
Michl Müller bei der 'längsten Polonäse der Welt'. Foto: Matthias Laus       -  Michl Müller bei der 'längsten Polonäse der Welt'. Foto: Matthias Laus
| Michl Müller bei der "längsten Polonäse der Welt". Foto: Matthias Laus

"Wir lassen uns nicht unterkriegen, nee das ist ja wohl klar." So beginnt Michl Müllers "Frohbotschaft" an alle Faschings,- Fastnachts,- Karnevalsfreunde in ganz Deutschland in diesen besonderen, weil kulturlosen Zeiten. "Alles ist ganz anders, alles ist ganz neu, aber hey, das kriegen wir schon hin, lasst uns wie immer fröhlich sein, genau, das ist unser Ding." Mut machen heißt die Devise. "Wir zieh'n die bunte Maske über Nase und Mund und dann geht's los", heißt es weiter. Ein Lied mit "jetzt erst recht Botschaft", das auch den Faschingsvereinen im Land Mut machen soll.

Das farbenfrohe, überaus gekonnte Musikvideo des Songs - auf Michl Müllers Homepage und hier zu sehen - macht gute Laune . Im beschwingten Polka Schritt führt der Garitzer Erzkomödiant im witzigen Konfetti Anzug ein närrisches Gefolge aus Gardemädchen, Elferräten, Prinzen und Prinzessinnen durch das Fastnachtsmuseum in Kitzingen und hinaus auf die Straße. Statt der Hände auf den Schultern, wird der Meterstab auf 1,50 Meter ausgeklappt und der Refrain reißt einfach mit: "Das wird die längste Polonäse auf der Welt, weil jeder einen-Meter-fünfzig Abstand hält."

Ein Stimmungs-Knaller, rhythmisch klatschbar, mit Ohrwurm-Potential. Das "Polonäse"-Musikvideo ist Höhepunkt der erstmalig und virtuell ausgetragenen, deutschlandweit übertragenen Sessionseröffnung vom 11. November des "Bund Deutscher Karneval" (BDK), der Dachorganisation aller regionalen Faschingsverbände.

Im Wald auf dem Weg nach Aura

Am Telefon ist Michl Müller unkompliziert, sympathisch , beginnt: "mir kenne uns, mir sage Du" - und erzählt unprätentiös, wie so ein Lied entsteht: Wenn ich beim Joggen bin, kommt mir manchmal eine Melodie in den Sinn, die singe ich dann laut vor mich hin, bis ich sie behalten kann. Deshalb bin ich meist Richtung Aura oder Euerdorf unterwegs, "da sin net viel Leut und der G'sang klingt anfangs net immer so toll". Ein Schelm, der er ist, schiebt er trocken nach: "Und des kann ich auf'm Besinnungsweg in Goaritz net bring." Die meisten seiner bekannten Lieder, wie "Fleischereifachverkäuferin", "Vollwärmeschutz", "Ingwerreibe", oder zuletzt die poetische Liebeserklärung an Franken: "Ich hab die Welt gesehn", seien so entstanden.

Bei der "Polonäse" war das anders: "Da hab ich zuerst den Text gemacht, wollte allen Faschingsfreundinnen und -freunden Mut machen. Dass Müllers Lied dann vom Bund Deutscher Karneval als Sessionshit ausgewählt worden ist, macht ihn schon ein wenig stolz. Nicht " Höhner " oder "Brings" aus der "Fastelovend Hochburg Köln", wurden beauftragt, sondern Frankens Vorzeige Kabarettist Michl Müller . Da freut man sich schon auf Veitshöchheim, wenn der Michl in Hochform Kapellmeister Pavel Sandorf zuruft: Hau nei!!!

Wahnsinnsreaktionen

Auf die Frage, ob ihm diese Anerkennung aus der närrischen Zunft oder der bayerische Verdienstorden, den er 2019 für sein künstlerisches Schaffen aus der Hand von Ministerpräsident Markus Söder erhalten hat, wichtiger ist, muss er doch ein wenig nachdenken. Hier ein Ritterschlag vom höchsten Gremium der deutschen Fastnacht und stürmische Gratulationen, Klicks und Mails der Narrenschar, dort als Kulturschaffender einer der prägenden Gesichter von " Fastnacht in Franken ", ausgezeichnet für seine Live Auftritte auf großen und kleinen Bühnen, oder für die eigene Kabarett-Serie "Drei. Zwo. Eins. Michl Müller " im Bayerischen Fernsehen. "Es ist beides schön", sagt der Songschreiber mit dem Dreggsagg T-Shirt schließlich. Die Ehre ist okay, aber die Wahnsinns Reaktionen in den Medien freuen mich schon sehr". Das "Polonäse" Musikvideo ist Höhepunkt der erstmalig virtuell ausgetragenen und deutschlandweit übertragenen Sessionseröffnung des BDK.

Nächstes Jahr wird alles besser

Im Terminkalender auf Michl Müllers Homepage stehen in diesem Jahr noch 15 Live Auftritte.

Da wird nichts draus. Abgesagt, auf nächstes Jahr verschoben, offen, ob es im nächsten Jahr klappt, ist vermerkt. Darauf angesprochen, meint der Garitzer Kabarettist , der sich zum Zeitpunkt dieses Gesprächs mit de Zeitung in der Oberpfalz befindet: "Mir geht's doch gut, ich bin gesund und habe trotzdem viel zu tun."

Fernsehen, neue Projekte und intensive Arbeit am neuen Kabarettprogramm. "Man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Die Leute sollen Respekt, aber keine Angst haben. Wenn sich alle an die Vorgaben halten, klappt das." Was klingt da für eine positive Grundeinstellung heraus. Während des ganzen Gesprächs sind die drei derzeit meist gebrauchten Worte, die so viel Angst machen, nicht ein einziges Mal gefallen. Es ist in seinem Sinn, dass sie auch in diesem Bericht nicht vorkommen. So ist er, der Michl Müller , geerdet und voll positiver Energie. Er verabschiedet sich mit hoffnungsvollem Motto: "Nächstes Jahr wird alles besser" und ruft dem Journalisten noch nach: "Grüß dei Fraa" und wünscht allen Lesern: "Haldd Euch mundd

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