Hammelburg

Gedenkfeier auf dem Hammelburger Marktplatz

Zum Holocaust-Gedenktag am Montag, 27. Januar, stellt die Stadt Hammelburg ihren Beitrag zum Projekt "Denkort Deportationen" vor. Kunstwerke aus Beton und Metall bleiben in Hammelburg, Untererthal und Westheim.
Bürgermeister Armin Warmuth mit dem Koffer aus Metall und Beton, der am Seelhausplatz in der Hammelburger Innenstadt bereits aufgestellt ist. Foto: Ralf Ruppert       -  Bürgermeister Armin Warmuth mit dem Koffer aus Metall und Beton, der am Seelhausplatz in der Hammelburger Innenstadt bereits aufgestellt ist. Foto: Ralf Ruppert
| Bürgermeister Armin Warmuth mit dem Koffer aus Metall und Beton, der am Seelhausplatz in der Hammelburger Innenstadt bereits aufgestellt ist. Foto: Ralf Ruppert

Am kommenden Montag, 27. Januar, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. 2005 wurde auf dieses Datum der "Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust " gelegt. In Hammelburg , wo bereits jedes Jahr am 9. November an die Reichspogromnacht erinnert wird, werden am Montag die Gepäckstücke für das Projekt "Denkort Deportationen 1941 bis 1944" vorgestellt. Zu den Rednern gehört der aus Hammelburg stammende Pfarrer Burkhard Hose .

Bürgermeister Armin War-muth ( CSU ) beschäftigt sich seit 2017 mit der Idee: Damals sei er den Weg der Erinnerung in Würzburg gegangen, also den Weg, den die unterfränkischen Juden zu den Zügen in die Vernichtungslager gehen mussten. "Das war so bewegend, dass es mich heute noch schüttelt", erzählt er. Unter die Haut sei ihm auch gegangen, dass Josef Schuster , Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, ständig von Personenschützern umgeben war. "Es geht nicht darum, irgendwas aufzuwühlen und anzuklagen, sondern darum, ein Zeichen gegen Gewalt und Terror zu setzen", betont der Hammelburger Bürgermeister.

Hammelburg pflege seit vielen Jahren die Erinnerungskultur, erst im vergangenen November hätten sich rund 200 Menschen zum Gedenken am Seelhausplatz versammelt. Warmuth lobt in diesem Zusammenhang auch die katholische und die evangelische Kirchengemeinde. Vor allem Pastoralreferent Markus Waite habe sich auch jetzt in die Vorbereitung eingebracht. Kreisheimatpflegerin Cornelia Mence beschäftigte sich zudem mit der Geschichte: Alleine aus Hammelburg wurden mindestens 40 jüdische Mitbürger deportiert.

Koffer für Wartmannsroth

Allerdings gibt es laut Mence unterschiedliche Zahlen: Der Hammelburger Arbeitskreis "Letzte Spuren bewahren" habe 2011 festgelegt, dass die Deportierten aufgelistet werden, die in den jeweiligen jüdischen Gemeinden geboren wurden und mindestens ein Jahr dort gelebt haben. Für Hammelburg seien das aktuell 40, für Untererthal 27 und für Westheim 35. Das werde auch laufend aktualisiert, weil jeder neue Name für die Online-Gedenkliste des Bundesarchivs in Koblenz gemeldet werde. Beim Denkort-Projekt sei dagegen die Volkszählung 1933 zugrunde gelegt worden, berichtet Mence.

"Die Zeitzeugen fehlen heute", kommentiert die Bad Kissinger Kreis-Heimatpflegerin die Bedeutung des Projekts. Deshalb habe sie in vielen Kommunen für eine Teilnahme an der unterfrankenweiten Initiative geworben. "Es löst einfach Emotionen aus, wenn da ein handfestes Gepäckstück steht."

Die Gemeinde Wartmannsroth hat ihre Gepäckstücke sogar bereits seit zwei Jahren fertig: Der örtliche Künstler Kurt Müller gestaltete drei Koffer aus Holz: Je einer kommt nach Dittlofsroda und Völkersleier, wo es früher jüdische Gemeinden gab. Der dritte geht - versehen mit drei Schildern für Wartmannsroth, Dittlofsroda und Völkers- leier - nach Würzburg.

Für Hammelburg hat der Kunstkreis Arnstein jeweils zwei Koffer, Rucksäcke und Rollen gestaltet: der Koffer steht am Seelhausplatz, der Rucksack in der Untererthaler Judengasse und die Rolle an der ehemaligen Synagoge in Westheim. Die Kopien werden am Montag zunächst auf dem Marktplatz aufgestellt, im März kommen sie dann nach Würzburg. Ab 19 Uhr wird das Projekt erläutert, am Programm wirken unter anderem Schüler des Frobenius-Gymnasiums mit.

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