Euerdorf

Gemeinde Euerdorf muss Kredit zur Finanzierung des Rathauses aufnehmen

Kämmerin Brigitte Amberg stellte den Haushaltsentwurf vor.
Der Rathausneubau  schließt mit rund 6,2 Millionen im Haushalt ab und ist damit umfangreichster Ausgabeposten. Doch warten auch in den nächsten Jahren Großprojekte auf den Markt Euerdorf, die mit Krediten finanziert werden müssen.      heg/Foto: Ehling       -  Der Rathausneubau  schließt mit rund 6,2 Millionen im Haushalt ab und ist damit umfangreichster Ausgabeposten. Doch warten auch in den nächsten Jahren Großprojekte auf den Markt Euerdorf, die mit Krediten finanziert werden müssen.      heg/Foto: Ehling
| Der Rathausneubau schließt mit rund 6,2 Millionen im Haushalt ab und ist damit umfangreichster Ausgabeposten.

Zur Finanzierung seines Haushalts für das laufende Jahr nimmt der Markt ein Darlehen von 1,4 Millionen Euro auf. Besonders der Rathausneubau, der mit 6,2 Millionen Euro ein gutes Stück über der Kostenschätzung liegt, reißt Löcher in den Gemeindesäckel, was sich auch in der Pro-Kopf-Verschuldung niederschlägt. Sie steigt auf das zweieinhalbfache des bisherigen Stands, nämlich auf 2115 Euro pro Einwohner. Damit liegt Euerdorf viermal höher als der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden.

In die neue Ratsresidenz flossen rund 2,3 Millionen Euro Eigenmittel, 1,55 Millionen Euro Förderung und etwa 2,3 Millionen Euro Darlehen. Das war eigentlich anders geplant. Der Rathausneubau war nicht das einzige Fass, das es zu füllen galt, jedoch das größte.

Auch in den nächsten Jahren sind umfangreiche Investitionen in die kommunale Infrastruktur notwendig. So stehen die Erschließung von Gewerbegebieten, die Wasserver- und die Abwasserentsorgung an und zwingen in den Folgejahren zu weiteren Krediten, wie Kämmerin Brigitte Amberg informierte. Dem Darlehen, das der Markt bei der Landesboden-Kreditanstalt aufnimmt, stimmte das Ratsgremium gegen eine Stimme zu.

Der Gesamthaushalt 2020 umfasst 7,56 Millionen Euro . Auf den Verwaltungshaushalt entfallen davon 4,65 Millionen Euro , der Vermögenshaushalt dotiert auf 2,90 Millionen Euro . Der von Amberg detailliert vorgetragene Etat liegt damit rund 600 000 Euro unter dem des Vorjahres. Die größten Einnahmen im Vermögenshaushalt sind Kreditaufnahmen , Entnahme aus allgemeiner Rücklage und Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen . Auch beim Haushalt gab es eine Gegenstimme.

Ums Geld ging es auch bei den Zahlungsterminen für die ausgesetzten Straßenausbaubeiträge. Hier setzte die Gemeinde 2017 drei Raten fest. Durch die Gesetzesänderung im darauffolgenden Jahr wurden zwei Raten ausgesetzt. Aber Bescheid bleibe Bescheid, die Raten seien nachzuentrichten. Auf Vorschlag von Bürgermeister Peter Bergel (Bürgerblock) sollen die Raten kleiner werden und über eineinhalb Jahre laufen. Wer das auch nicht schultern könne, dem will der Rathausobere mit moderaten Konditionen entgegenkommen.

Bei einem Gesamtvolumen von etwa 200 000 Euro stieß diese Praxis auf den Widerstand von Vize-Bürgermeister Michael Fell. "Jeder Bürger wusste Bescheid und konnte etwas zurückzahlen", lautete sein Standpunkt. Der verminderten Mehrwertsteuer wegen sollten die Bürger die Möglichkeit haben noch dieses Jahr Zahlungen zu leisten, sagte Elmar Hofmann. Heike Vogt beantragte eine weitere Anliegerversammlung, in der die Betroffenen Fragen stellen können und sich informieren können, was die Ratsmehrheit jedoch ablehnte. Bergels Vorschlag wurde gegen zwei Stimmen angenommen.

Den Förderantrag des Caritasverbands für das kommende Jahr kam der Markt mit dem Betrag von 747 Euro nach. Die gleiche Summe erhält das Euerdorfer Seniorenheim als Zuwendung. Einmütige Zustimmung erhielt auch das Regionalbudget der Allianz Fränkisches Saaletal für die Finanzierung von Kleinprojekten in verschiedenen Feldern. Die Maßnahmen sind bis September 2021 anzumelden.

Der Bildstock an der Abzweigung nach Ramsthal wird restauriert. In diesem Zusammenhang erinnerte das Landratsamt an ein weiteres Wegekreuz nahe der Deponie , das ebenfalls eine Überholung braucht. Dazu ist der Markt verpflichtet. Für beide Maßnahmen will die Gemeinde Kostenvoranschläge einholen.

Die Bauvoranfragen für den Neubau zweier Lagerhallen in Wirmsthal, die eine Befreiung von den Festsetzungen benötigen, stimmte der Rat zwar zu, jedoch muss dazu auch das Staatliche Bauamt seine Erlaubnis erteilen, weil der Abstand zur Straße zu gering ist. Keine Einwände gab es gegen einen Dachgeschoß-Ausbau in der Hammelburger Straße.

Einstimmig votierten die Räte für die Erweiterung eines Bienenhauses "Am Haarberg" durch einen heimischen Imker. Dieser beantragte auch den notwendigen Einbau von Versorgungsleitungen die einen Flur-Weg kreuzen. Auf Hinweis von Hofmann wurde die Zustimmung vorbehaltlich eines möglichen Widerrufs bei Bedarf gegeben.

Für Montag, 26. Oktober, ist um 16.30 Uhr eine Ortseinsicht in der Schweinfurter Straße anberaumt. Erwogen wird eine Möglichkeit zur sicheren Querung der Straße für Senioren .

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