Bad Kissingen

Gemeinsames Europa leidenschaftlich gelebt

Beim Festakt zum 20. Geburtstag des Städtepartnerschaftskomitees Bad Kissingen gab es viele lobende Worte. Mittlerweile hat der Verein über 200 Mitglieder.
Gründungsmitglieder, Ehrengäste aus den Partnerstädten, Ehrenpräsident Dietrich Försch, Stadträtin Birgit Eber, Pianist Thomas Rigutto sowie das Präsidium des Komitees feierten am Samstag mit weitere Gästen 20 Jahre Städtepartnerschaftskomitee Bad Kissingen. Foto: Peter Hinz
Gründungsmitglieder, Ehrengäste aus den Partnerstädten, Ehrenpräsident Dietrich Försch, Stadträtin Birgit Eber, Pianist Thomas Rigutto sowie das Präsidium des Komitees feierten am Samstag mit weitere Gästen 20 Jahre Städtepartnerschaftskomitee Bad Kissingen. Foto: Peter Hinz

20 Jahre Städtepartnerschaftskomitee Bad Kissingen - aus diesem Anlass fand am Samstag eine großen Jubiläumsfeier im Grünen Saal des Kissinger Regentenbaus statt.

"Europa wächst nicht aus Verträgen, Europa wächst aus den Herzen der Bürger , oder gar nicht" - mit diesen Worten des ehemaligen Bundesaußenministers Klaus Kinkel eröffnete die Präsidentin des Städtepartnerschaftskomitee, Maren Schmitt, den Abend, zu dem zahlreiche Mitglieder und Freunde des Vereins gekommen waren.

Als Freundeskreis gegründet

Das Städtepartnerschaftskomitee Bad Kissingen wurde zum 21. Oktober 1999 als Freundeskreis der Partnerstädte Bad Kissingen unter der Leitung des damaligen Stadtrats Dietrich Försch gegründet und pflegt seither im Auftrag der Stadt Bad Kissingen die Kontakte mit den Partnerstädten Eisenstadt (Österreich), Massa (Italien) und Vernon (Frankreich). Zusammen mit Dietrich Försch, mittlerweile Ehrenpräsident des Komitees, blickte Maren Schmitt auf die nun 20-jährige Vereinsgeschichte zurück. Dabei bedankten sich beide für den engagierten Einsatz all jener, die diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben.

Erste Anfänge bereits 1993

Die Anfänge des Komitees führen bis in das Jahr 1993 zurück. Damals gründete sich auf Initiative des früheren Oberbürgermeisters Christian Zoll unter Stadträtin Christa Nürnberger ein erstes städtisches Komitee. 1996 übernahm Försch die Leitung des Gremiums. Bei einer Fahrt des Kissinger Stadtrates nach Massa im Jahr darauf regte schließlich Helena Scharf an, die als Vertreterin der Presse die Fahrt begleitete, nicht nur einen kleinen Kreis, sondern alle Kissinger Bürger in die Städtepartnerschaftsarbeit miteinzubeziehen. Helena Scharf, nach Dietrich Försch von 2014 bis 2017 selbst Präsidentin des Vereins, startete daraufhin einen Presseaufruf. Es formierte sich eine erste Bürgerinitiative. 1998 nahm die Gruppe erstmals an der Kirschenmesse in Vernon (heute Vernonmesse) mit einem Verkaufsstand teil.

Vorab schon enge Kontakte

Als bei der wiederholten Teilnahme im darauffolgenden Jahr plötzlich Gewinn erwirtschaftet wurde, erfolgte der nächste Schritt: 1999 entstand der " Freundeskreis der Partnerstädte Bad Kissingen e.V.", in dem sich Freunde der drei Partnerstädte Kissingens zusammenschlossen. Durch Klaus Horch und Peter Krug gab es schon lange vorab enge Kontakte zwischen den Feuerwehren sowie den Pfadfinder von Eisenstadt und Bad Kissingen , und auch mit Massa bestanden unter Adi Riedl und Klaus Krieg bereits starke Verbindungen. Im Jahr 2002 erhielt der Verein schließlich seinen heutigen Namen "Städtepartnerschaftskomitee Bad Kissingen e.V."

Zunehmend wurde er mit mehr Aufgaben von der Stadt Bad Kissingen betraut und ist bis heute der erste Ansprechpartner für die Stadt in allen Fragen rund um die Städtepartnerschaft. Die Bündelung von gleich drei Partnerstädten in einem Verein ist dabei eine Besonderheit des Kissinger Komitees und einmalig im Regierungsbezirk Unterfranken .

Heute ist das Komitee mit seinen weit über 200 Mitgliedern ein eindrucksvolles Zeichen, dass das gemeinsame Europa in Bad Kissingen von den Bürgern leidenschaftlich gelebt wird. Der Verein organisiert zahlreiche Fahrten in die Kissinger Partnerstädte, unterstützt finanziell und organisatorisch Schüleraustausche und Jugend- sowie Vereinsfahrten, veranstaltet Kochkurse und initiiert Künstlerbegegnungen. In Bad Kissingen selbst ist diese Verbundenheit jedes Jahr während des Rakoczyfestes zu spüren, zu dem aus allen drei Partnerstädten Gäste anreisen und im Fürstlichen Weindorf auf dem Rathausplatz für internationales Flair sorgen. Dass mittlerweile auch mehrere Ehen zwischen Bürgern aus Bad Kissingen und den Partnerstädten hervorgegangen sind, unterstreiche die Nachhaltigkeit dieser Arbeit, so die Präsidentin.

Kleinbusse gestiftet

In Vertretung des Oberbürgermeister kam die Stadträtin und Stadtratsbeauftragte für Städtepartnerschaften, Birgit Eber, zur Jubiläumsfeier und überbrachte den Dank der Stadt Bad Kissingen an das Komitee für seine herausragende Arbeit der letzten zwei Jahrzehnte. Das Komitee sei mittlerweile eine wichtige Stütze für die Stadt und zu einem Botschafter Bad Kissingens geworden. Durch den großen Einsatz jedes Einzelnen habe der Verein einen beachtenswerten Beitrag zum europäischen Gedanken geleistet. Auch monetäre Erfolge konnten erzielt werden: So hat das Komitee in den vergangenen Jahren der Stadt zwei Kleinbusse gestiftet, die der städtischen Jugendarbeit sowie der städtischen Musikschule übergeben wurden. "Wenn ein Verein seine Stadt so unterstützt, wie ihr es tut, dann kann man nur Danke sagen", so Birgit Eber. "Bitte macht weiter so, die Stadt ist stolz auf Euch."

Gäste aus den Partnerstädten

Auch aus den drei Partnerstädten waren eigens für das Jubiläum Gäste angereist: Hans Skarits, Stadtrat aus Eisenstadt und Präsident des dortigen Partnerschaftskomitees, Stefania Dell "Amico und Elisabetha Nicoletti als Vertreterinnen Massas sowie Michel Guibout, Präsident des Städtepartnerschaftskomitees Vernon überbrachten persönlich ihre Grußworte und unterstrichen die Wichtigkeit der Arbeit unserer Vereine für ein friedliches, tolerantes und gemeinsames Europa.

Als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit ehrte das Präsidium im Anschluss seine Gründungsmitglieder, die mit ihrem Einsatz vor 20 Jahren den Grundstein für einen lebendigen und gutfunktionierenden Verein gelegt haben.

Besonderes Ambiente mit Pianist Thomas Rigutto

Ein ganz besonderes Ambiente verlieh dem Abend der Pianist Thomas Rigutto aus Vernon. Er begeistere mit einer erstklassigen Darbietung von Robert Schumanns Papillons sowie zwei fulminanten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven im Anschluss an die Reden eindrucksvoll das Publikum mit seiner herausragenden künstlerischen Leistung. Mit langanhaltendem Applaus honorierte das Publikum das brillante Konzert.

Thomas Rigutto gewann bereits im Alter von 15 Jahren 2003 beim FLAME-Wettbewerb der Unesco den ersten Preis, studierte später an der Pariser Sorbonne und verfolgte Lektionen von Louis Lortie in Quebec und Sir Andras Schiff in der Schweiz. Er gibt regelmäßig Konzerte in Frankreich und wiederholt in Bad Kissingen . Dass das Komitee auch in seinem Leben eine ganz besondere Rolle spiele und es für ihn selbstverständlich und eine Ehre sei, diesen Abend musikalisch zu gestalten, sagte Thomas Rigutto am Ende des Konzertes - schließlich ist er seit 2015 mit einer Kissingerin verheiratet, die er bei einer Feier anlässlich der 50-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Vernon und Bad Kissingen kennengelernt hat. Michael Eber

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