Oberleichtersbach

Gemüse des Monats: Spitzkohl

Lecker und frisch: Damit der kegelförmige Krautkopf auf der Familientafel in Bestform auftritt, braucht Sigrid Kleinhenz einen ihrer treuesten Küchenhelfer.
Kräuter, Gemüse, Salat: Aus dem was in dem kleinen Garten hinter dem Haus bei ihr daheim in Breitenbach wächst, zaubert Sigrid Kleinhenz Gerichte für ihre Lieben.
Kräuter, Gemüse, Salat: Aus dem was in dem kleinen Garten hinter dem Haus bei ihr daheim in Breitenbach wächst, zaubert Sigrid Kleinhenz Gerichte für ihre Lieben.
Die zwei Hälften des Spitzkohls werden zu einem Herz, wie sie so nebeneinander liegen. Mit ihrem langen Küchenmesser hat Sigrid Kleinhenz aus dem kegelförmigen Krautkopf zwei gleichgroße Teile gemacht. Ein Schnitt und durch. Der Spitzkohl auf dem Küchenbrett vor ihr soll noch kleiner werden. Wenn die 57-Jährige mit ihm fertig ist, werden von dem klobigen Gemüse millimeterfeine Streifen bleiben. Ihren Auftritt haben die später als genussvolle Beilage - Nachmachen erlaubt.
Auf dem Hof von Familie Kleinhenz in Breitenbach wird jeden Tag frisch gekocht. Dosenfutter und Tütensuppe kommen Sigrid Kleinhenz nicht ins Haus. Wenn mittags alle zusammensitzen, tischt sie Selbstgemachtes auf. Zum Beispiel: Gyros mit Kraut-Salat.

Letztes Jahr noch baute die Familie auf dem Acker in direkter Nachbarschaft zu den Kartoffeln Weißkohl an. Der Spitzkohl, den sie heute verarbeitet, stammt aber nicht aus dem eigenen Garten. Wenn die Markt-frau Recht behält, wird es in den Auslagen neben der Lagerware bald den ersten frischen Spitzkohl im Angebot geben.


Feine Streifen hobeln

Mit einem Griff zieht Sigrid Kleinhenz einen ihrer treuesten Küchenhelfer aus der Schublade. Karotten und rote Beete mag sie am liebsten grob geschnitten, erzählt sie. Dieser Hobel aber ist für feines gedacht - wie Gurkensalat und: Krautsalat. Nachdem sie die äußeren Blätter vom Kohl entfernt und den Strunk gerade abgeschnitten hat, halbiert sie den Spitzkohl. Den Strunk behält der Kohl - so fällt er nicht auseinander und Sigrid Kleinhenz hat jetzt beim Hobeln etwas zum Zupacken. Die Reste hackt die 57-Jährige mit dem Messer fein. "Es kommt nix weg", sagt Sigrid Kleinhenz. Wenn der Krautkopf zu feinen Streifen geworden ist, setzt sie den Sud auf: Für den 700-Gramm-Kohl reichen eine Tasse Essig, eine viertel Tasse Öl, eine halbe Tasse Zucker und ein Teelöffel Salz. Zusammen aufkochen lassen und gründlich unter den Kohl mengen.


Zeit geschmeidig zu werden

Bevor der Krautsalat bei Kleinhenz zum Beispiel neben Gyros oder Rollbraten auf dem Tisch steht, darf er eine Stunde gut durchziehen. "Dann wird er schön geschmeidig", lautet der Tipp der Hausfrau und Hobby-Köchin.

Rezept: Gebratener Spitzkohl
Zutaten:
1 Zwiebel, 1 Bio-Zitrone, 150 ml Gemüsebrühe,
1 kleiner Spitzkohl (ca. 500 g), 2 EL Olivenöl , 2 Knoblauchzehen, Zitronenthymian, 100 g Tofu, Salz, Pfeffer, gemahlener Koriander, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Zwiebel schälen, würfeln, mit Gemüsebrühe, dem Saft der Zitrone und etwas abgeriebener Schale etwa 10 Minuten zugedeckt kochen lassen. Knoblauch schälen, in dünne Scheiben schneiden, Spitzkohl achteln und mit dem Knoblauch und dem Zitronenthymian in Olivenöl bei mittlerer Hitze von jeder Seite etwa vier Minuten braten. Tofu würfeln, zum Zwiebel-Zitronen-Sud geben, aufkochen und alles mit einem Stabmixer pürieren. Mit Salz, Pfeffer, etwas Zitronensaft, Koriander und Cayennepfeffer abschmecken und mit dem Spitzkohl servieren. db


Spitzkohl: Reiche Ernte für Hobbygärtner
Steckbrief
Spitzkohl ist eine süddeutsche Spezialität für die Herstellung von Sauerkraut und Rohkostsalaten. Der feinblättrige späte Kohl lässt sich sehr gut lagern. Dank seiner Kopfform kann man Spitzkohl gut vom gewöhnlichen Weißkraut unterscheiden. Eine große Variante ist das Filderkraut, das sich vor allem für die Sauerkrautherstellung eignet. Es sieht wie ein großer Spitzkohl aus und zählt zu den bewährten Sorten mit hervorragendem, milden Geschmack und zarter Konsistenz.

Inhaltsstoffe
Der gesundheitliche Wert aller Kohlarten ist sehr hoch.Wie alle Kohlsorten ist Spitzkohl absolute Spitze in Sachen Vitaminen: Er ist eine gute Quelle für Vitamin C und enthält viel Betacarotin, Kalium und die Vitamine B1 und B2. Dabei ist er leichter verdaulich als andere Kohlsorten.

Anbau im Garten
Die Anbaubedingungen der einzelnen Kopfkohlarten sind sehr ähnlich. Zu unterscheiden sind bei Spitz-, Weiß- und Rotkohl der Frühanbau für den Sofortverzehr und der späte Anbau für die Lagerung. Die Spitzkohlernte erfolgt je nach Sorte von Ende Juni bis in den Herbst hinein. Bei den Hobbygärtnern ist der Spitzkohl, wegen seines sehr schnellen Wachstums besonders beliebt. Man kann somit hohe Erträge erzielen. Aber auch der tolle Geschmack und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten werden geschätzt.
Wie bei allen Kohlarten, sollte der Boden möglichst tiefgründig, nicht zu leicht und humos sein, damit Wasser und Nährstoffe gut gespeichert werden können. Obwohl eine Direktsaat im Freiland möglich ist, werden in der Praxis Jungpflanzen gesetzt. So hat man weniger Probleme mit Erdflöhen und Schnecken. Spitzkohl liebt einen sonnigen Standort. Die Beete sind regelmäßig flach zu hacken. Man kann beim Aufkratzen des Bodens in einem Arbeitsgang den Spitzkohl anhäufeln, um die Standfestigkeit zu sichern.

Immer durstig
Der Wasserbedarf ist hoch. Besonders beim Beginn der Kopfbildung muss durchdringend gewässert werden. Ein Austrocknen der Beete führt zum Platzen der Köpfe. Dann haben Schädlinge und Krankheiten leichtes Spiel. Nach der Spitzkohlernte sollte man keinen weiteren Kohlanbau auf demselben Beet starten.
Jupp Schröder

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