Bad Kissingen

Geplantes Naturerlebniszentrum am Wildpark Klaushof: Top-Job in der Rhön

Für das Naturerlebniszentrum sucht der Freistaat einen Projektmanager. Der darf die acht Millionen Euro teure Einrichtung aus der Taufe heben.
Der Freistaat plant am Wildpark Klaushof das Naturerlebniszentrum Rhön. Foto: Benedikt Borst       -  Der Freistaat plant am Wildpark Klaushof das Naturerlebniszentrum Rhön. Foto: Benedikt Borst
Der Freistaat plant am Wildpark Klaushof das Naturerlebniszentrum Rhön. Foto: Benedikt Borst

Das Aus in der Nationalparkdebatte hatte für die Große Kreisstadt Bad Kissingen etwas Gutes: Der Freistaat kündigte vor der Landtagswahl an, stattdessen das Unesco-Biosphärenreservat Rhön zu stärken. "Die Rhön ist eine der naturschutzfachlich wertvollsten Landschafen Bayerns", betont Umweltminister Marcel Huber ( CSU ). Der Wildpark Klaushof wurde in der Folge als Standort für eine neue Umweltbildungsstätte ausgewählt. Zusätzlich ist im Landkreis Bad Kissingen eine angegliederte Außenstelle vorgesehen. Acht Millionen Euro soll das "Naturerlebniszentrum Rhön" kosten, bis zu zehn neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

So eine Einrichtung plant sich natürlich nicht von alleine. Deshalb sucht die Regierung von Unterfranken derzeit einen Projektmanager. "Das ist derjenige auf den wir uns stützen. Er muss die Institution aus der Taufe heben", sagt Bertram Eidel. Eidel leitet den Bereich Umwelt bei der Regierung und ist für die bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön verantwortlich. Das neue Zentrum liegt damit ebenfalls in seiner Zuständigkeit.

Die Stelle wurde vor kurzem ausgeschrieben. Sie mit der richtigen Person zu besetzen, sei der erste große Schritt. "Wir versuchen, dass wir jetzt in die Puschen kommen", sagt Eidel. Es sei wichtig, dass die Pläne für das Naturerlebniszentrum zügig ausgearbeitet werden. Das ist die wesentliche Aufgabe des Projektmanagers.

Zentrum das ganze Jahr geöffnet

"Der neue Projektmanager soll das Naturerlebniszentrum Rhön konzeptionell entwickeln", erläutert ein Sprecher des Umweltministeriums. Das Zentrum gilt als Leuchtturmprojekt. Es soll ein Mittelpunkt des Naturerlebens im Erweiterungsgebiet des Biosphärenreservat werden. Der Projektmanager erarbeitet, worum es inhaltlich geht und wie das ganze pädagogisch umzusetzen ist. Darüber hinaus koordiniert er auch bauliche Dinge. Dabei geht es etwa um Fragen, wie die Räume und die Ausstellungen auszusehen haben, damit das Zentrum das ganze Jahr über ein Bildungs- und Naturerlebnisprogramm bietet.

Die Planung steht am Anfang, noch gibt es wenig konkretes. Vorgabe des Ministeriums ist, dass das Zentrum eine breite Zielgruppe anspricht und sowohl für ein Fachpublikum als auch für Kommunen und die Bevölkerung geeignet ist. Und: "Es muss sich natürlich von anderen Einrichtungen in der Rhön abheben", sagt Eidel von der Regierung von Unterfranken .

Das inhaltliche Konzept ist Grundlage für weitere Entscheidungen. Erst dann können Architekten das Gebäude planen, erst dann wird entschieden, wohin die Außenstelle kommt. "Das baut aufeinander auf." Sechs bis sieben Kommunen haben sich als Standort für die Außenstelle beworben. Die Bewerbungen hat der Landkreis gesammelt und an das Umweltministerium weitergegeben.

Ansprechpartner aus der Region

Die Stelle ist auf vier Jahre befristet. Dienstort ist zunächst in Würzburg, später soll der Projektmanager aber in Bad Kissingen arbeiten. Der Mitarbeiterstamm für das Naturerlebniszentrum wird nach und nach aufgebaut. Trotzdem ist der Projektmanager kein Einzelkämpfer. Er wird mit Architekten und Planern zu tun haben und muss sich außerdem mit der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats, dem Verein Naturpark Bayerische Rhön sowie mit der Stadt und dem Landkreis Bad Kissingen abstimmen. Für die nötigen Absprachen wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die das Umweltministerium leitet.

Chefsache bei den Kommunen

Beim Landkreis ist das Thema Chefsache: Neben Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann engagiert sich Landrat Thomas Bold ( CSU ) in der Gruppe. Hier gibt es erste Ideen. "Denkbar wäre, den Eingang zum Klaushof neu zu gestalten - mit einem Gebäudekomplex, der den Eingangsbereich sowie eine Ausstellung enthält. Durch den Ausstellungsbereich könnten die Besucher geleitet werden, bevor sie zu den Gehegen gelangen", sagt Pressesprecherin Lena Pfister. Für die Außenstelle sei ebenfalls eine Ausstellung in Vorüberlegung. Das Landratsamt favorisiere zudem ein interaktives Konzept. Die Besucher sollen nicht nur Informationen konsumieren, sondern selbst aktiv werden und sich individuell mit den Themen beschäftigen.

Für die Stadt Bad Kissingen wird sich neben Oberbürgermeister Kay Blankenburg ( SPD ) vor allem das Bauamt beteiligen. "Zu den Inhalten, der Gestaltung und den Bestandteilen des Naturerlebniszentrums hat die Stadt Bad Kissingen eine Vielzahl von Ideen", sagt Rathaussprecher Thomas Hack . Darüber werde man sich intensiv mit dem Freistaat austauschen.

Neuer Landtag muss Gelder bewilligen

Die Wahl fiel gezielt auf den Wildpark Klaushof als Standort für das neue Naturerlebniszentrum Rhön. "Hier ist bereits eine große fachliche Expertise vorhanden", lobt Eidel von der Regierung von Unterfranken . Mit rund 60 000 Besuchern jährlich ist die Einrichtung schon jetzt ein regionaler Besuchermagnet. Auf Ministeriumsebene habe sich offensichtlich die Sichtweise durchgesetzt, dass die Rhön eine ganz besondere Kultur- und Naturlandschaft ist. Das wird mit dem neuen Zentrum am Klaushof, aber auch mit dem Biodiversitätszentrum in Bischofsheim zum Ausdruck gebracht. "Das ist toll für die Rhön", sagt er.

Eidel betont, dass das Naturerlebniszentrum Rhön aber noch nicht in trockenen Tüchern ist, sondern noch unter Haushaltsvorbehalt steht. Das heißt, die bayerische Regierung hat zwar das Projekt angestoßen, letztlich muss der neue Landtag noch den Haushalt dafür genehmigen. "Wir planen im Moment auf der Basis, die uns die Staatsregierung vorgegeben hat."

Dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner ( CSU ) macht das keine Sorgen. "Ich gehe davon aus, dass ein Projekt ins Rollen kommt, wenn es von der Staatsregierung angestoßen wurde", sagt er. Dass die Union nicht mehr die alleinige Mehrheit im Landtag hat und auf einen Koalitionspartner angewiesen ist, sei für das Vorhaben unproblematisch. Er verweist auf die wenigen Infos, die aus den Koalitionsverhandlungen nach draußen gedrungen waren: Sowohl die CSU als auch die Freien Wähler wollen sich stärker dem Thema Umweltschutz widmen. "Da ist es naheliegend, dass solche Projekte stärker begleitet werden", meint Kirchner.

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