Münnerstadt

Gerätewart soll Wehren entlasten

Kommandant Robert Müller stellt ein Konzept eines hauptamtlichen Gerätewartes vor. Die Anforderungen an das Ehrenamt sind in den letzten Jahren stark angestiegen.
Wenn es brennt, müssen die Geräte einsatzbereit sein. Darum kümmern sich mehrere ehrenamtliche Gerätewarte. Doch die Anforderungen sind in den letzten Jahren deart gestiegen, dass der Ruf nach Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes laut geworden ist.  Foto: Archiv/Dieter Britz       -  Wenn es brennt, müssen die Geräte einsatzbereit sein. Darum kümmern sich mehrere ehrenamtliche Gerätewarte. Doch die Anforderungen sind in den letzten Jahren deart gestiegen, dass der Ruf nach Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes laut geworden ist.  Foto: Archiv/Dieter Britz
Wenn es brennt, müssen die Geräte einsatzbereit sein. Darum kümmern sich mehrere ehrenamtliche Gerätewarte. Doch die Anforderungen sind in den letzten Jahren deart gestiegen, dass der Ruf nach Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes laut geworden ist. Foto: Archiv/Dieter Britz

Auf großes Interesse ist bei der jüngsten Stadtratssitzung die Vorstellung eines Gerätewartkonzeptes gestoßen. Der Aufwand der Pflege ist in den letzten Jahren derart gestiegen, dass die Münnerstädter Feuerwehrführung die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes vorschlägt. In Bad Kissingen, Bad Neustadt, Hammelburg und Bad Brückenau ist das längst geschehen.

Antrag im letzten Jahr

Bereits Ende November hatten der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt Robert Müller und sein Stellvertreter Guido Denner einen Antrag gestellt, das von ihnen ausgearbeitete Gerätewartkonzept für die Feuerwehren in Münnerstadt vorstellen zu dürfen. Eigentlich sollte das in der Februar-Sitzung geschehen. Warum das nicht passiert ist, konnte der neue Bürgermeister Michael Kastl auch nicht sagen, er selbst kannte das Konzept von der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr . Weil demnächst der für die Aufstellung eines Haushalts notwendige Stellenplan erarbeitet werden muss, war es jetzt höchste Zeit, das Konzept dem Gremium vorzustellen.

Robert Müller ging zunächst auf allgemeine Vorgaben ein, erinnerte daran, dass die Feuerwehren zur Pflichtaufgabe der Gemeinden zählen. Festgeschrieben ist auch, dass die Unterhaltung von Ausstattung und Ausrüstung durch ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende als Gerätewarte erfolgt. Deren Aufgaben sind vielfältig.Und im letzten Jahr hatte allein die Münnerstädter Feuerwehr 115 Einsätze, 18 Monatsübungen und 41 Sonderausbildungen.

In Münnerstadt gehören zum Aufgabenbereich die Fahrzeug- und Gerätewartung in der eigenen Wehr, aber auch die zentrale Atemschutzgerätewartung, das zentrale Kleiderlager und das zentrale Schlauchlager für alle Wehren im Stadtgebiet. Dabei hat sich seit 1990 beispielsweise die Zahl der zu wartenden Atemschutzflaschen von 34 auf 85 erhöht.

Immer mehr Aufgaben

Sehr anschaulich stellte der Kommandant dar, wie die Aufgaben der Gerätewarte in den letzten Jahren gestiegen sind. Erst 1999 wurde überhaupt eine Vergütung dieser Tätigkeit eingeführt. Zwei Stunden die Woche bekamen der Gerätewart und der Atemschutzgerätewart bezahlt. In den Jahren darauf kamen wegen der gestiegenen Aufgaben immer mehr Gerätewarte hinzu. Auch die jeweilige Arbeitszeit wurde erhöht. Inzwischen seien die übertragenen Arbeiten nicht mehr zusätzlich zum ehrenamtlichen Einsatz- und Übungsdienst leistbar, machte Robert Müller deutlich.

Er rechnete vor, dass die vergütete Arbeitszeit der Gerätewarte inzwischen bei 756 Stunden liege, die tatsächlich geleistet wurden 1801 Stunden. Dagegen betrage die Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten 1716 Stunden.

Die Belastungsgrenze sei allein schon durch die Einsätze und den Übungsdienst erreicht, die zusätzliche Tätigkeit zeitlich nicht mehr möglich. Man laufe Gefahr dass die Dienstleistenden die Lust verlieren. Eine Lösung sieht der Kommandant in der Entlastung der Funktionsträger durch die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes.

Er zeigte auch auf, welche Voraussetzungen ein Bewerber mit sich bringen müsste. Robert Müller schlägt vor, dass je zwei Halbtagsstellen für die Feuerwehr und den Bauhof geschaffen werden. Dadurch sei sei die Urlaubs- und Krankheitsvertretung gesichert, immer jemand erreichbar. "Die Zeit drängt. Es wird immer schwieriger", gab er den Stadträten auf den Weg.

Noch kein Beschluss

Diese diskutierten ausführlich und sehr konstruktiv über den Vorschlag der Münnerstädter Feuerwehrführung. Ein Beschluss wurde noch nicht gefasst, der Haupt- und Finanzausschuss wird sich im Rahmen der Haushaltsberatungen mit dem Thema beschäftigen.

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