Bad Kissingen

Gesundheitstage 2017: Run auf Messe, Läden und Cafés

Gesundheitstage, Frühlingsmarkt, langes Wochenende und super Wetter. In der Stadt war gerade sonntags viel geboten.
Demonstration auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen am Stand des Leopoldina-Krankenhauses. Foto: Benedikt Borst       -  Demonstration auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen am Stand des Leopoldina-Krankenhauses. Foto: Benedikt Borst
| Demonstration auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen am Stand des Leopoldina-Krankenhauses. Foto: Benedikt Borst
Normalerweise üben Oberarzt Ayman Al Kafri und seine Kollegen aus dem St. Elisabeth-Krankenhaus mit dem Laparoskopie-Simulator, wie sie eine Gallenblase oder einen Blinddarm entfernen. Auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen ist der Simulator zur Vorführzwecken jedoch mit Gummibärchen und anderen Kleinigkeiten gefüllt. Was genau drinnen ist und wo es liegt, ist nur über einen Monitor zu sehen.

Die siebenjährige Sophie Büttner aus Münnerstadt versucht, sich ein Päckchen mit Süßigkeiten zu angeln. Mit einer Hand hält sie den Endoskopstab, der mit der Kamera ausgestattet ist, mit der anderen die OP-Zange. Die Gummibärchen zu packen ist zwar nicht einfach, mit der Hilfe des Oberarztes klappt es dann aber doch.
"Bei einer Bauchspiegelung gehen wir durch zwei kleine Löcher in den Bauch rein", erklärt der Chirurg. Die Kamera liefert aus dem Innern der Bauchhöhle Bilder auf einen Monitor. Der Arzt sieht, wo er mit dem Operationsbesteck anzusetzen hat, um das entsprechende Organ zu entnehmen. Übung am Simulator ist für die Ärzte wichtig, um beispielsweise das korrekte Nähen der Wunden zu trainieren, sagt Al Kafri. "Mit den Laparoskopiegeräten ist das schwer".

Egal ob die Besucher sich zu Bauchspiegelungen oder Hüftoperationen informieren oder einfach nur ihren Blutzuckerwert bestimmen lassen wollten: Gerade am Sonntag schlenderten die Menschen zu Tausenden durch die Wandelhalle. Der Sonntag ist üblicherweise der besucherstärkste Tag der Messe. "Es war aber auch schon am Freitag und am Samstag ordentlich etwas los. Ich wage zu behaupten, dass das die bisher beste Messe war", freut sich Organisatorin Elisabeth Dichtl über den Andrang. Konkrete Besucherzahlen liegen wie in den Vorjahren nicht vor, weil für die Messe kein Eintritt verlangt wird. Dichtl schätzt aber, dass auch dieses Wochenende wieder 20 000 Besucher zu den Gesundheitstagen gekommen sind. "Es hat alles gepasst", sagt sie. Auch der Tag der Wissenschaft, der zum ersten Mal stattgefunden hat, wurde den ersten Rückmeldungen nach gut angenommen und hat gute Chancen nächstes Jahr wiederholt zuwerden.

Auch jenseits von Wandelhalle und Kurgarten war die Innenstadt brechend voll. "Bei uns war mehr los, als am Rakoczy-Fest", meint etwa Nicolas Borst vom Café Kaiser. Die Menschen nutzten das schöne Wetter und das lange Wochenende, um am verkaufsoffenen Sonntag durch die Fußgängerzone zu bummeln, zu shoppen und etwas zu essen und zu trinken.


Mit Gesundheitstagen gesund leben

Martina, Sophia und Harald Büttner aus Münnerstadt: "Wir schlendern interessehalber durch", sagt Harald Büttner. Ein Besuch auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen im Frühjahr wird von der Familie seit einigen Jahren immer fest eingeplant. "Man findet eigentlich immer etwas Sinnvolles und Interessantes. Wir sind eigentlich jedes Jahr da", erzählt seine Frau Martina. Ihre Tochter Sophia hatte als Kleinkind regelmäßig Probleme mit Husten und Atemwegserkrankungen, bis sich die Familie bei einem ihrer ersten Besuche auf der Messe ein Raumklimagerät angeschafft hat, das das Kinderzimmer seitdem mit Salzwasser belüftet. "Wir wurden hier auf der Messe sehr gut beraten. Den Husten haben wir damit gut in den Griff gekriegt", sagt Martina.


Patienten aufklären

Ulrich Hildenbrand, Aussteller: Der Notfallmediziner und Narkosearzt mit dem von ihm gegründeten Verein Menschenwürde zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auf. "Es ist schwer, sich durch den Wust von Begriffen durchzuarbeiten. Wir möchten hier Öffentlichkeitsarbeit machen", sagt er. "Ich empfehle, dass man sich rechtzeitig mit dem Thema beschäftigt."


Messe und Shoppen

Michael, Martina und Max Lenk: Die Familie aus Premich besucht ebenfalls seit Jahren regelmäßig die Gesundheitsmesse. Dass die heuer mit einem verkaufsoffenen Sonntag zusammen gefallen ist, finden sie gut. "Das hatten wir bisher noch nie. Dabei lässt sich das gut verbinden und man kann nach der Messe noch einmal durch die Stadt laufen", sagt Martina Lenk.


Geschäft läuft gut

Ralf Ludewig, Einzelhändler: Für den Inhaber des Modehauses Ludewig hat sich die Arbeit gelohnt. "Es war ein sehr gutes Wochenende, gerade der Sonntag. Das Wetter hat gepasst und die Stadt war voll", berichtet er. Das lange Wochenende durch den Mai-Feiertag und die Gesundheitstage haben viele Gäste in die Stadt gezogen. "Das hat dem Ganzen noch einen Push gegeben."
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