Bad Kissingen

Großartig, dieser Magen

An einem begehbaren Modell erklärt Gastroenterologe Andreas Langeheinecke die inneren Strukturen. Die Gesundheitstage waren mit erweitertem Angebot wieder ein Erfolg.
Ein begehbarer Magen war ein Anziehungspunkte bei den Gesundheitstagen. Foto: Werner Vogel       -  Ein begehbarer Magen war ein Anziehungspunkte bei den Gesundheitstagen. Foto: Werner Vogel
Ein begehbarer Magen war ein Anziehungspunkte bei den Gesundheitstagen. Foto: Werner Vogel

Die Stadt Bad Kissingen stand am Wochenende ganz im Zeichen der Gesundheit. Das fachliche Angebot der Gesundheitstage wurde nochmals ausgebaut. "Ich wollte einfach wieder mal nach Kissingen fahren", bekennt Ulrich Böhme, gebürtiger "Randberliner", jetzt in Bad Mergentheim lebender Fan der Gesundheitstage. Er ist sowieso angetan von der Umgebung, Natur, Kuranlagen und medizinischer Kompetenz, die er hier schon einige Male erleben durfte. Beim "Heilwasser-Tasting" schwärmt er vom Angebot der Gesundheitstage und ermuntert Jutta Middlebrooks aus Frankfurt, nicht nur Maxwasser, sondern auch Rakoczy und Pandur zu probieren.

Auch ihr gefällt, wie Kissingen seine Vergangenheit lebt und gleichzeitig ein moderner Gesundheitsstandort ist. Brunnenfrau Anette Sell erklärt beiden, was es mit den unterschiedlichen Heilwässern auf sich hat, weiß noch einiges von der Brunnen- und Baugeschichte beizutragen, und schnell findet sich in der Brunnenhalle eine kleine Schar Zuhörer. Es sind auch die kleinen Erlebnisse, die das Flair der Gesundheitstage ausmachen.

Lange Reihen, kleine Nischen

Nach der Präsentation von Kliniken, Sanitätseinrichtungen und Technologien für medizinischen Bedarf, nach Pflanzenölseifen aus der Provence, Vitalstoffmessung, Hochfrequenzwasser und schamanischer Energie, braucht es solche kleinen Halte- und Ruhepunkte, bevor dann wieder Schlafapnoe , Ernährungsoptimierung und Präventionsstrategien für mehr Lebensenergie beim Rundgang beachtet werden wollen.

Mit dem Programmheft unter dem Arm geht es zu den Vorträgen. Unterschiedliche Themen, inspirierende Veranstaltungsorte. "Fit mit dem richtigen Fett" oder "Achtsamkeit und Meditation" im Salon Fontane. Zum Expertenvortrag "Herz außer Takt" im Rossini-Saal oder zu "Stressmanagement" im Littmann-Atelier. Im Foyer des Rossini-Saales bietet Psychotherapeutin Daniela Weigand "Systemische Beratung" an. Standnachbarin ist Atlaslogistin Renate Schäfer , die den ersten Halswirbel (Atlas) in seine natürliche Position zurückbringt, der dann Nervenimpulse freier fließen lässt. Auch alternative Medizin, ganzheitliche Methoden und Lebensberatung finden bei den Gesundheitstagen Platz.

Hingucker in der Wandelhalle ist der Stand der Heliosklinik mit dem Modell eines begehbaren Magens. Dr. Andreas Langeheinecke, Gastroenterologe am Elisabethkrankenhaus, erklärt den Besuchern die komplexen inneren Strukturen des Organs. Er begrüßt die Möglichkeit in diesem Ambiente, weit weg von steriler Krankenhausatmosphäre, notwendige Eingriffe sensibel erklären zu können. Dem Schwerpunktthema Herz widmet sich am Sonntag eine hochkarätige Expertenrunde im Rossini-Saal mit Prof. Hilmar Dörge, Fulda, PD Harald Rittger, Fürth, und Dr. Oliver Zagorski, Chef der Kardiologie am St.-Elisabeth-Krankenhaus. Dass die Spezialisten nicht zu "Fachchinesisch" dozieren, dafür sorgt Moderator Christian Schwarz von Radio Primaton .

Am letzten Tag des Gesundheitswochenendes ziehen Projektleiterin Elisabeth A. Dichtl und Sabine Hein, die neue Vorsitzende des Fördervereins Gesundheitstage, eine sehr erfreuliche Bilanz. Neben der ungebrochenen Attraktivität des Vortrags- und Veranstaltungsprogramms hat das umfangreiche Rahmenprogramm großen Anklang gefunden. Dabei wurde die Präsentation des Kunstprojekts "Food Art" mit künstlerischen Fotos und witzigen Kollagen zum kleinen kulturellen Farbtupfer. Besonders stolz sind die Macherinnen des Gesundheitswochenendes, dass die fachliche Expertise nochmals ausgebaut werden konnte. In den Workshops in der Klinik Saale zeigte Dr. Iris Heilmann-Tappe, wie Heilmittel aus Kräutern und Pflanzen selbst hergestellt werden können. "Hier haben wir einer gewachsenen Sensibilität mündiger Patienten gegen chemische Arzneimittel Rechnung getragen", meinte Frau Dichtl. Der Workshop "Aspekte alters- und demenzsensibler Architektur" mit Dr. Ing. Birgit Dietz der TU München machte erlebbar, wie Demenzkranke ihre Umgebung wahrnehmen und was architektonisch, mit Licht und Farbe gestaltet als Orientierung dienen kann. Der Vortrag fand auch beim bayerischen Gesundheitsministerium viel Beachtung.

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