Münnerstadt

Großes und segensreiches Engagement in der Pfarrei Wermerichshausen

Die Pfarrer-Braum-Straße im Stadtteil Wermerichshausen erinnert an Pfarrer  Robert Braum.  Foto: Dieter Britz       -  Die Pfarrer-Braum-Straße im Stadtteil Wermerichshausen erinnert an Pfarrer  Robert Braum.  Foto: Dieter Britz
| Die Pfarrer-Braum-Straße im Stadtteil Wermerichshausen erinnert an Pfarrer Robert Braum. Foto: Dieter Britz

Pfarrer sind beliebt als Namenspaten für Straßen, Wege und Plätze. Im Stadtteil Wermerichshausen erinnert die Pfarrer-Braum-Straße an einem Geistlichen , der hier über Jahrzehnte wirkte und Spuren hinterlassen hat.

Die 124 Meter lange Straße führt direkt an seiner früheren Wirkungsstätte, die dem Heiligen Vitus geweihten katholischen Pfarrkirche, vorbei. Robert Braum wurde am 4. Juni 1910, vor etwas mehr als 110 Jahren also, in Neuses, einem Ortsteil der Gemeinde Bundorf im Landkreis Haßberge, geboren. Nach Besuch der Volksschule und des Gymnasiums studierte er an der Universität Würzburg Theologie. Am 3. März 1935 wurde er, ebenfalls in Würzburg, von Bischof Matthias Ehrenfried zum Priester geweiht. Unmittelbar danach kam er als Kaplan erstmals für zwei Monate nach Wermerichshausen . Anschließend war er als Kaplan in Thüngersheim, Kooperator in Laudenbach und Stadtschwarzach und Prediger-Verweser in Kitzingen.

Freund und Helfer

1940 übertrug ihm dann der Bischof die Pfarrei Wermerichshausen , zu der auch die Filiale Weichtungen gehörte. In den ersten Jahren betreute er darüber hinaus auch Fridritt , Rheinfeldshof, Brünn, Kleinwenkheim und Althausen. Hier wirkte er segensreich bis zu seinem Tod. In der Zeitung hieß es im Jahr 1965, als Pfarrer Braums 25-jähriges segensreiches Wirken in der Pfarrei Wermerichshausen gefeiert wurde, "in den schweren Kriegsjahren war er unermüdlich zu Fuß oder mit einem Pferdefuhrwerk in seinem gesamten großen Pfarrbezirk unterwegs. Auch durch die damals allen seelsorgerischen Aufgaben vom Staat bereiteten Schwierigkeiten ließ er sich nicht beirren, half mit allen legalen und oft illegalen Mitteln, wodurch er zum wirklichen Freund und Helfer seiner Pfarrkinder wurde." Anlässlich dieser großen Jubiläumsfeier wurde Robert Braum zum Ehrenbürger der damals noch selbstständigen Gemeinde Wermerichshausen ernannt.

Renovierung der Kirchen in Wermerichshausen und in Weichtungen

Pfarrer Braum sorgte unter anderem für die Renovierung der Kirchen in Wermerichshausen und in Weichtungen und dafür, dass beide als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg abgenommenen Glocken neue bekamen. Er kümmerte sich um den Einbau einer Heizung in der Kirche von Wermerichshausen . Auf seine Initiative hin wurde ein Kirchenchor gegründet, den er bis zu einer Erkrankung selbst leitete. Die 1964 in Weichtungen entstandene Kriegergedenkstätte wurde auf seine Initiative hin geschaffen. Noch heute in guter Erinnerung ist sein Einsatz für die Flüchtlinge, die nach dem Kriegsende in die Gemeinden seiner Pfarrei gekommen waren.

Baldur Kolb, der heute in Bad Neustadt wohnt, hatte es mit seinen Eltern und Geschwistern aus dem Sudetenland nach Rheinfeldshof verschlagen. "Über Pfarrer Braum kann man nur Gutes sagen, er war ein feiner Mensch", betonte er. Jeden Freitag sei er nach Rheinfeldshof gekommen, um dort Gottesdienst zu halten und Religionsunterreicht zu geben. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm, dass der Pfarrer die Bauern aus Rheinfeldshof dazu gebracht hat, den Flüchtlingskindern, unter denen auch Baldur Kolb und seine Schwester waren, die Kommunion auszurichten. Er weiß auch noch, dass Robert Braum damals schon ein eigenes Auto, einen Opel , fuhr.

1992 verstorben

Die Wallfahrt an Mariä Himmelfahrt von Weichtungen aus zur Madonna in der Kirche Sankt Laurentius und Mariä Himmelfahrt in Fridritt wurde 1945 von Pfarrer Braum wiederbelebt. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit erkrankte er an Zucker. Deshalb musste ihm im Krankenhaus in Bad Neustadt ein Bein amputiert werden. Er schien wieder auf dem Weg zur Besserung, verstarb dann aber plötzlich am 19. August 1992. Beerdigt wurde er in seinem Heimatort Neuses. Seine Schwester Franziska, die ihm den Haushalt führte, überlebte ihn um acht Jahre. "Sie war strenger als ihr Bruder" erinnert sich Baldur Kolb.

Fährt man von der Pfarrer-Braum-Straße in Wermerichshausen in den Ortsteil Weichtungen des Marktes Maßbach, beginnt gleich am Ortsrand die Robert-Braum-Straße. Auch sie erinnert an den Pfarrer , denn der Ort wurde ebenfalls von ihm betreut.

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