Pfaffenhausen

Gute Laune und immer ein Lächeln im Gesicht

Günter Kreß ist in seinem Heimatort tief verwurzelt. Am 30. April wird er 90 Jahre alt.

Günter Kreß, der Motor aus Pfaffenhausen , feiert am Donnerstag, 30. April, seinen 90. Geburtstag . Günter Kreß ist in seinem Heimatort tief verwurzelt. Stets um die Dorfgemeinschaft bemüht hat Günter Kreß im Ort vieles bewegt. Ein Mann der Tat, aber auch mit feinen Sinnen beim Schreiben von Gedichten, Gebeten, Hymnen und Liedern, welche unzählige Ordner in seinem Büro am Lindenberg füllen.

Hatten Sie niemals den Wunsch ihren Heimatort zu verlassen, um in die "große Welt" zu ziehen?

Nein, ich bin in den Kriegsjahren aufgewachsen. Als 14-Jähriger bildete man mich an der Panzerfaust aus, ich wurde aber zum Glück nicht eingezogen. Die Grausamkeiten des Krieges blieben mir nicht erspart. Ich gehörte zu den vier Burschen, alle erst 14 Jahre, die den lebensgefährlich verletzten Anton Böhm vom Lagerberg runter nach Pfaffenhausen trugen.

Wie schafften Sie in den Kriegswirren die Ausbildung zum Handelsfachwirt?

Mein Vater Alfons gründete 1929 einen Kaufladen hier im Ort. Die amerikanischen Besatzer verboten meinem Vater, mich auszubilden, deshalb übernahm dies meine Mutter . Nach Beendigung der dreijährigen Ausbildung wollte man mich nicht zur Prüfung zulassen. Aufgrund guter Noten und meiner Sturheit wurde ich dann doch zur Prüfung zugelassen und übernahm 1955 das Geschäft meiner Eltern , das ich gemeinsam mit meiner Elli weiterführte. Im Jahr 1973 legte ich nach zweijähriger "Ausbildung", jeweils Montag und Mittwoch abends und jeden Samstag, nach anstrengenden arbeitsreichen Tagen im Laden, in Würzburg die Prüfung mit gutem Erfolg zum Handelsfachwirt ab .

Wie lernten Sie ihre Ehefrau kennen, wenn Sie den Ort nie verließen?

Elli stammt aus Trimberg und gehörte im Oktober 1954 zu den Gästen der Hochzeitsfeier meines Cousins . Ich wusste sofort, das ist die Richtige! Von wegen "Drum prüfe wer sich ewig bindet" - ich hab gleich Nägel mit Köpfen gemacht, bevor die Elli einen anderen findet. Bereits im Dezember 1954 feierten wir unsere Verlobung. Gerne hätten wir uns in Pfaffenhausen trauen lassen, aber der Küster versemmelte unseren Termin, sodass die Trauung am 30. Mai 1955 kurzerhand im Kloster Schönau stattfand. Im Oktober 1956 wurde unsere Tochter Sieglinde geboren und im Oktober 1958 unser Sohn Martin.

Sie engagierten sich in vielen Vereinen vor Ort.

1951 gehörte ich zu den Gründungsmitgliedern der SV-Frankonia Pfaffenhausen mit dem Hintergedanken, bereits 14 Tage später die RSG (Radsportgruppe) Frankonia als Untergruppe zu aktivieren. Diese Radsportgruppe existierte bis Kriegsbeginn knapp zehn Jahre. Nach dem Krieg verlor der Radsport an Interesse. Stur verfolgte ich mein Ziel, den Verein aufzubauen, um zwei Jahre später das Jubiläum feiern zu können. Zuerst als Einzelkämpfer, doch nach und nach unterstütze mich die noch immer zweifelnde Dorfgemeinschaft. Am 6. und 7. Juni 1953 wurde das 30-jährige Gründungsfest mit über 2000 Gästen und Vereinen aus ganz Unterfranken, gefeiert. Die Kirche unterstützte ich ab 1959 als Verwaltungsmitglied, 1985-2001 als Kirchenpfleger und Vorbeter. Der Freiwilligen Feuerwehr gehörte ich 40 Jahre an. 1979 überredete mich Oskar Böhm als Basssänger dem MGV Hammelburg beizutreten, hier leitete ich 22 Jahre die Männerabteilung und schrieb zu allen Anlässen Lieder und Gedichte.

Was macht Sie heute besonders zufrieden?

Meine liebe Elli, die mich in den 65 Ehejahren immer unterstützte, und dass wir heute noch beisammen sein dürfen. Mit Stolz blicke ich auf unsere Kinder mit ihren Partnern, die vier Enkel und die drei Urenkel. Alle sind stets um unser Wohl besorgt und kümmern sich rührend um uns. Wie wichtig der Zusammenhalt in der Familie ist, zeigt sich aktuell bei Corona.

Haben Sie noch Wünsche für die Zukunft?

Mit der Familie unsere Eiserne Hochzeit im Mai feiern, noch mal das Erblühen der Herbstastern sehen und, obwohl ich schon Anwärter bei "den himmlischen Chören" bin, möchte ich noch einige Zeit im MGV Hammelburg singen und wenn's der Herrgott erlaubt am 21.2.2021 dem 100. Geburtstag des Vereins beiwohnen. Gedichte und Lieder habe ich bereits verfasst. Das Gespräch führte Bianca Volkert

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