Hammelburg

Hamburger auf dem Marktplatz

Für viele überraschend, hat Bodo Schmidt sein Hamburger-Lokal Anfang Januar geschlossen. Doch jetzt feilt der Wirt intensiv an seiner Rückkehr.
Noch fehlt außen die Folierung, aber bald will Bodo Schmidt mit seinem Grill-Anhänger auf dem Hammelburger Marktplatz loslegen.       -  Noch fehlt außen die Folierung, aber bald will Bodo Schmidt mit seinem Grill-Anhänger auf dem Hammelburger Marktplatz loslegen.
Foto: Wolfgang Dünnebier | Noch fehlt außen die Folierung, aber bald will Bodo Schmidt mit seinem Grill-Anhänger auf dem Hammelburger Marktplatz loslegen.

Für viele Spekulationen hat Bodo Schmidt mit seinem Rückzug aus der Innenstadt gesorgt. Seine Grillgaststätte "Bosa" im Herzen der Stadt war seit 2015 eine beliebte Anlaufstelle für Einheimische und Touristen .

Eröffnung ist Anfang März

Doch mit Beginn des Jahres überraschte er seine Stammkundschaft mit der Schließung. Hatten die wirtschaftlichen Folgen von Corona das wirtschaftliche Aus beschert? Nichts dergleichen, versichert er auf Nachfrage dieser Redaktion. Das zurückliegende Jahr sei trotz aller Einschränkungen zufriedenstellend gelaufen.

Dennoch sei es für ihn an der Zeit, etwas Neues zu wagen. Auf dem Grundstück seiner Schwiegereltern in Feuerthal sägt, schraubt und feilt der Gastronom an seiner kulinarischen Wiederkehr. Am Dienstag, 2. März, soll es soweit sein. Dann rollt er mit seinem Food-Trailer auf dem Hammelburger Marktplatz vor. Zunächst für dieses Jahr hat ihm der Stadtrat dazu seinen Segen gegeben. Die Außengestaltung des Wagens musste er allerdings mit dem Rathaus absprechen.

Seit sechs Wochen ist er mit seinem Schwiegervater Alfred Thust mit dem Innenausbau des Verkaufswagens beschäftigt. Im Mittelpunkt des großzügigen Innenlebens steht der Gasgrill, auf dem 18 Burger gleichzeitig brutzeln können. Bereits installiert sind auch Wasser- und Abwassertanks sowie die große Fensterfront, durch die die Portionen hinausgereicht werden. Fritteuse und Salat-Vitrine sollen folgen.

"Der Vertrag im bisherigen Lokal war ausgelaufen", beschreibt Schmidt den Hintergrund seiner Entscheidung für den Wechsel. Außerdem habe er schon immer mal was Eigenes haben wollen.

Unerwartete Spezialisierung

Dass sich der Gastronom auf Hamburger spezialisieren würde, war 2015 nicht abzusehen, als er in der Altstadt öffnete. Ein Kunde hatte den von Schmidt kreierten "Frankenburger" im Internet gepostet. Das war die Initialzündung für eine unerwartete Nachfrage nach Kurzgebratenem im "Bosa". Auf über zehn Burger war die Karte zum Schluss angewachsen - samt vegetarischen Versionen, die laut Schmidt zunehmend besser gehen.

Im Food-Trailer ist der 50-Jährige bestens für Kommendes gerüstet. 18 Hamburger passen gleichzeitig auf den Rost des Gasgrills in der gerade entstehenden Einrichtung. Ringsherum ist alles so positioniert, dass es der Besatzung gut zur Hand geht. "Vier Minuten sind optimal", beschreibt Schmidt die Bratzeit und damit den möglichen Hamburger-Durchsatz seiner Küche an den touristischen Wochenenden. Soßen und Salate bereitet er ebenfalls selbst zu. Für reibungslosen Nachschub hat er einen Vorbereitungsraum in der ehemaligen Bäckerei Claßen angemietet.

Unabhängig von der Entwicklung der Corona-Pandemie sieht er sich mit seinem Angebot im Freien gut aufgehoben.

Gedacht sei an die Aufstellung von Stehtischen. Das Verhältnis zwischen den Wirten in Hammelburg bezeichnet der Betreiber als gut. Zumal er jene Versorgungslücke schließen möchte, die die Mittagspause der meisten Gaststätten anderen lässt.

"Es hat sich bei vielen eingebürgert, dass ab 14 Uhr erst einmal zu ist", beschreibt der Hamburger Experte die Lage. Er dagegen will zumindest in der Anfangsphase ab 11 Uhr bis in den Abend hinein grillen . Salate und Bratwurst sollen das Angebot abrunden.

Den Geschmack seiner Kunden traf der gebürtige Hassenbacher im Saaletal auf Anhieb. Nachdem er 14 Jahre im Service eines Dorint-Hotels in der Schweiz arbeitete, lebte er einige Jahr in Portugal. Im Anschluss an seine Rückkehr nach Deutschland eröffnete er im Gewerbegebiet Westheim den "Frankengrill".

"In der Zeitung habe ich damit erst einmal für Schlagzeilen gesorgt", erinnert er sich. Schnell wurde das Speiseangebot zu einem Tipp unter Fernfahrern, die per Handy vorbestellten, um dann von der Autobahn abfuhren und bei ihm einkehrten. Zu Schnitzel-Spezialitäten an den Donnerstagen und Freitagen habe es bis zu 60 Vorbestellungen gegeben, samt einer erheblichen Verkehrsbelastung. Dankbar ist der Wirt für die Unterstützung seiner neuen Pläne, einerseits durch die Stadt, andererseits auch durch seiner Familie . Lebensgefährtin Sandra Graser hilft ideell, Schwiegervater Alfred Thust beim Bau des Wagens und Schwiegermutter Sonja Thust war schon im "Bosa" eine wichtige Stütze bei der Bewirtung der Gäste.

Nach Corona hofft Bodo Schmidt auf pulsierendes Leben auf dem Marktplatz . Zumal der Blick durch sein Verkaufsfenster einen ganz besonderen Blick auf das Treiben dort verspricht. Wolfgang Dünnebier

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