Hammelburg

Hammelburg: Blasmusik aus dem Gemüsebeet

Mehrere Musiker in der Weberstraße verstehen sich spielend. Sie konzertieren regelmäßig über ihre Gartenzäune hinweg. Ihre Idee zieht inzwischen Kreise. 
Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen musizieren Nachbarn in der Weberstaße unter freiem Himmel. Vorne (von links): Helmut Schäfer sowie Petra und Rainer Oberste-Dommes.   
Foto: Wolfgang Dünnebier | Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen musizieren Nachbarn in der Weberstaße unter freiem Himmel. Vorne (von links): Helmut Schäfer sowie Petra und Rainer Oberste-Dommes.   

Was macht ein Musiker, wenn ihm sein Orchester weggebrochen ist? Er lässt sich was einfallen. So jedenfalls in der Weberstraße in Hammelburg. Nach der Verkündigung der Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Pandemie mitten im März vermissten Helmut Schäfer, Jürgen Kunkel und Mike Rudolph ihre Zerstreuung mit Gleichgesinnten.    

Immer sonntags um 18 Uhr 

Weil alle drei keine Kinder von Traurigkeit sind, trafen sie sich an ihren Gartenzäunen, um gemeinsam Blasmusikstücke anzustimmen. Inzwischen ist die Runde größer geworden. Den Kreis der Musiker bereichern inzwischen Martina Rüger, Andrea Ruppert, Doris und Franziska Rüger sowie Rainer und Petra Oberste-Dommes. Letztere beide stammen sogar aus einem entfernteren Wohngebiet.Die Auftritte jeweils sonntags um 18 Uhr sind schon so etwas wie eine kleine Tradition. Sogar Publikum findet sich ein.          

Mike Rudolph spielt von seinem Balkon 
Foto: Wolfgang Dünnebier | Mike Rudolph spielt von seinem Balkon 

Seit acht Wochen wiederholt sich das Ritual regelmäßig. "Wann es mit den Proben der Stadtkapelle weiter geht, ist völlig unklar", sagt Helmut Schäfer. Er begrüßt die Möglichkeit, mit den jeweils etwa halbstündigen Konzerten in Übung zu bleiben. Zumal die Auftritte etwas Verbindendes für die örtliche Blasmusik-Szene ausstrahlen. Gehören doch die beteiligten Akteure der Stadtkapelle, den Eschenbacher Musikanten und der Untererthaler Blasmusik an.               

Spontane Liedauswahl 

Ausgewählt werden die Lieder spontan. Das spricht für die soliden musikalischen Grundkenntnisse aller Mitspieler. Der Applaus der Zaungäste ist den Instrumentalisten sicher. Es kann aber schon mal passieren, dass einer der Musiker kurz im Keller verschwindet, um die Noten für das aktuell aufgerufene Stück herauszukramen.  

In den kommenden Wochen sind weitere Freiluft-Auftritte geplant. Und es gibt sogar schon die Idee, alle in der Besetzung bisher gespielten Lieder hintereinander zum Besten zu geben. "Vielleicht bei einem Picknick-Konzert", schwärmt Jürgen Kunkel. Schön wäre es, wenn bis dahin die Abstandsregeln überflüssig werden. Denn erst dann können sich die Musiker auch körperlich wieder näher kommen.        

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