Hammelburg

Hammelburg: Ehre, wem Ehre gebührt

Der Kulturehrenbrief des Landkreises wurde verliehen. Alle Ausgezeichneten engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Musik und Theater.
Die Geehrten: (von links) Ilona Seufert, Antje Kopp, Reiner Baden, Sandra Metz, Andreas Schmitt, Reiner Müller, Johannes Keßler, Anita Oeser-Geyer, Lydia Oppelt, Thomas Bold und Ulrike Keßler. Foto: Werner Vogel
Die Geehrten: (von links) Ilona Seufert, Antje Kopp, Reiner Baden, Sandra Metz, Andreas Schmitt, Reiner Müller, Johannes Keßler, Anita Oeser-Geyer, Lydia Oppelt, Thomas Bold und Ulrike Keßler. Foto: Werner Vogel

Die Klosterkirche als würdiger Veranstaltungsort, ein inspirierendes musikalisches Programm, sehr persönliche Würdigungen der Ausgezeichneten, repräsentative Urkunden und zum Schluss Frankenlied, Bayernhymne und Deutschlandlied als Gemeinschaftschor im Stehen: Es gab nur strahlende Gesichter beim großen Fest der Kulturschaffenden im Landkreis. "Was im Landkreis an Kultur zuhause ist, kann sich sehen lassen, begrüßt Landrat Thomas Bold die Festversammlung. Auch deswegen stehen wir in der Deutschlandstudie "Wo lebt es sich am besten"? an beachtlicher Nr. 32 von 401 gelisteten Landkreisen: "Wir können uns glücklich schätzen, ein so facettenreiches Kulturleben zu haben", sagte Bold anlässlich der Überreichung der Kulturehrenbriefe.

Überraschend moderne Klänge

Das beweisen auch die Akteure, die diesen Abend musikalisch gestalten. Die Spielfreude der jungen Musiker zu erleben, die Tanja Berthold dirigiert, ist verheißungsvoller Auftakt. Das Kreisjugendblasorchester überrascht mit "Dusk", einem Werk von Steven Bryant. Fast ein Choral, formulieren sparsame, eindringliche Klänge eine weihevolle Abenddämmerung. Dabei ist das Werk erst gute zehn Jahre alt. Nach der Begrüßung von viel Prominenz, wandelt auch die Sängervereinigung Burkardroth nicht auf ausgetretenen Pfaden, hat Carl Orff einstudiert. Nein, nicht die bekannte " Carmina Burana ", der Chor intoniert sehr ausdrucksstark das "Odi et amo" aus den "Catulli Carmina", (nach Vorlagen des römischen Dichters Catull ). Rhythmische Synkopen, die feines Taktgefühl erfordern, steigern sich zu gewagten Dissonanzen, um in Harmonie zu enden. Natürlich haben sich die Frauen und Männer um Dirigent Elmar Brehm besonders ins Zeug gelegt, wenn ihre Vorsitzende Sandra Metz den Kulturehrenbrief erhält, die mit zwölf Jahren in den Chor eingetreten ist und ihn seit 2003 führt.

Kultur führt Weltoffenheit und Heimat zusammen

Kultur ist nicht nur Musik. Und so wird auch Reiner Baden aus Hammelburg ausgezeichnet. Dessen "unermüdlichem Engagement ist es zu danken, dass der Kapellenkreuzweg von 1733 am Kloster Altstadt bewundert werden kann", heißt es in der Laudatio. Seit 2001 kümmert er sich um die aufwendige Wartung. "Kulturleben kann sich nur entfalten, wenn begabte Menschen ehrenamtlich bereit sind, sich für die kulturellen Dinge zu engagieren", meint der Landrat und bittet die Eheleute Ulrike und Johannes Keßler aus Ebenhausen auf die Altarstufen: Sie haben vor 32 Jahren die Gottesdienstband "Shalom" in Ebenhausen gegründet und so mehr als 300 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, sich musisch zu verwirklichen.

Zur kulturellen Vielfalt gehört auch Theater. Reiner Müller, Poppenlauer, engagiert sich seit 1999 bei der Festspielgruppe des Heimatvereins als Schauspieler, Organisator und Regisseur und ist 25 Jahre Dirigent des Posaunenchors. Auch er erhält den Kulturehrenbrief.

Dem Kulturausschuss des Kreistages wurde auch Anita Oeser-Geyer aus Maßbach zur Ehrung vorgeschlagen. Sie ist seit 40 Jahren Organistin der evangelischen Kirchengemeinde und leitet seit über 25 Jahren Kirchen-Kinderchor und Flötengruppe und freute sich über die lobenden Worte, über Blumen und den Ehrenbrief. "Antje Kopp, (Aschach) leistet der Chorlandschaft in unserem Landkreis wertvollste Dienste", berichtet der Landrat. Sie hat mehrere Kinderchöre gegründet und noch mehr geleitet.

Lydia Oppelt ist 25 Jahre Mitglied und leitet seit 15 Jahren als 1. Vorsitzende die Geschicke des Gesangverein Hoffnung in Untereschenbach. Der Dank gilt auch der jährlichen Ausrichtung der Kirchweih . Andreas Schmitt wird als Kopf der Theatergruppe des Turn- und Sportvereins Oerlenbach ausgezeichnet: Seit 1981 dabei, führt er die Gruppe seit 2000. Weihnachten ohne ein Stück der Theatergruppe ist in der Gemeinde gar nicht denkbar. Ilona Seufert, wohnt jetzt in Haar bei München. Ihr Weg von der Chorleiterin in Sulzthal und Ramsthal führte sie 2009 zur Gruppenchorleiterin der Sängergruppe Bad Kissingen. Von 2015 bis 2018 leitete sie den Landkreismännerchor. Blumen und den Ehrenbrief gab es also auch für die ehemalige Wirmsthalerin, die gesangliche Spuren hinterlassen hat.

Nach den Ehrungen spiegelt auch Chorisma, der Jugendchor der Kissinger Sängervereinigung jugendliche Frische, die dem Chorgesang gut steht und das klingt richtig gut, was Antje Kopp mit "Was keiner wagt" einstudiert hatte. Der Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes Birgit Döhler blieb das Schlusswort: "Kultur ist der Schlüssel zu persönlicher Teilhabe".

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