Hammelburg

Hammelburg: Trauer um Dr. Roland Wiedmann

Dr. Roland Wiedmann
Foto: privat | Dr. Roland Wiedmann

Im Alter von 77 Jahren ist nach längerer Krankheit Dr. Roland Wiedmann gestorben. Der gebürtige Eggenfeldener war 1975 als junger Allgemeinarzt nach Hammelburg gekommen. Hier übernahm er die Praxis von Dr. Fritz Wagner. Am Marktplatz war er bis 2014 eine geschätzte Anlaufstelle für seine Patienten.  Unterstützt wurde er dabei durch seine Frau Heidemarie, die als Arzthelferin viele Jahre das Labor leitete. 

Notarztdienst aufgebaut 

       Der durch seinen Humor besonders geschätzte Arzt engagierte sich über seine Praxis hinaus für die Gesundheit seiner Mitmenschen. Als leitender Kolonnenarzt hielt er Vorträge und Schulungen bei der Sanitätskolonne Ramsthal.  Maßgeblich baute er den Notarztdienst  im Raum Hammelburg auf. Bis zur Übergabe der Praxis an seinen Nachfolger rückte er ungeachtet seines Alters zu fordernden Einsätzen aus.              

Von 1996 bis 2008 gestaltete Wiedmann als Stadtrat die Geschicke der Stadt mit. Dabei zeigte sich der CSU-Mann bei manchen Diskussionen als unabhängiger Geist, dem es weniger um den Fraktionszwang als die Sache ging. Das kam auch bei Abschied aus dem Amt mit Verleihung der Bürgermedaille zum Ausdruck.  Seine spitze Zunge habe zu manchem Wortwechseln über die Bänke hinweg geführt, sagte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) damals. Laut Stross habe Wiedmann Akzente gesetzt und nachhaltig die Stadtgeschichte mitgeprägt. "Du durftest Dinge sagen, die manchem nicht so leicht verziehen worden wären", würdigte Armin Warmuth in den eigenen Reihen noch als CSU-Fraktionsvorsitzender die lockere Art Wiedmanns.

Freunde des Frobenius-Gymnasiums gegründet 

Mit anderen gründete der Mediziner  1984 den Verein der Freunde des Frobenius-Gymnasiums und war zehn Jahre deren Vorsitzender. Über 200 000 Euro hat der 260 Mitglieder starke Verein über die Jahre für Anschaffungen beigesteuert, die weitgehend nicht über staatliche Mittel finanziert worden sind.         

Seit 1978 engagierte sich Wiedmann im Lionsclub. Dort trug er in verschiedenen Positionen Verantwortung und leitete die 1997 geschlossene Partnerschaft mit dem Lionsclub Deutschlandsberg (Steiermark) ein. Ein bekanntes Gesicht war er im Hammelburger Karneval. Als Ehrensenator erhielt er den Verdienstorden in Silber des Bundes Deutscher Karnevalisten.            

Zunächst Stationsarzt in Bad Königshofen 

Nach seinem Studium in München und Würzburg hatte Wiedmann seine berufliche Karriere als Stationsarzt am Kreiskrankenhaus Bad Königshofen begonnen. Als Kolonnenarzt der Sanitätskolonne Bad Königshofen ließ man ihn ungern ziehen.    

1969 heirateten Roland und Heidemarie Wiedmann. Außerdem trauern zwei Söhne um den geschätzten Arzt. Inspiration für die Zusammenarbeit in der Praxis fand das Ehepaar bei zum Teil anstrengenden Studienreisen weltweit. Erinnern werden an den Rosenliebhaber auch rund 40 verschiedene Rosenstöcke im häuslichen Garten. Die Beisetzung findet coronabedingt im engsten Familienkreis statt.           

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