Bad Kissingen

Heiligenfelder fordern "neuen Aufbruch für Bad Kissingen"

Die Heiligenfelder haben aus der seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzung mit der Stadt einen Initiativkreis entwickelt. Der trifft sich demnächst erstmals öffentlich.
Hinweise auf die Aktion der Heiligenfelder in Sachen Zukunft Bad Kissingen finden sich auch am Alten Rathaus, wo sie die Vinothek betreiben. Foto: Siegfried Farkas       -  Hinweise auf die Aktion der Heiligenfelder in Sachen Zukunft Bad Kissingen finden sich auch am Alten Rathaus, wo sie die Vinothek betreiben. Foto: Siegfried Farkas
| Hinweise auf die Aktion der Heiligenfelder in Sachen Zukunft Bad Kissingen finden sich auch am Alten Rathaus, wo sie die Vinothek betreiben. Foto: Siegfried Farkas

Der Schritt in die Öffentlichkeit war angekündigt: Auf Initiative der Heiligenfeld GmbH kommt am Dienstag, 18. Juni, der Initiativkreis Zukunft Bad Kissingen in der Vinothek KissVino zusammen. Die Veranstaltung ist der Versuch, aus der im Zuge der seit Monaten andauernden Auseinandersetzung mit der Stadt vom Unternehmen angeschobenen Initiative eine Gruppe zu machen, die eigenständig und unabhängig von den Heiligenfeldern agiert.

Der sogenannte 1. Zukunfts-Newsletter, der zu der Initiative gehört, ist erkennbar von den Heiligenfeldern geprägt. Es brauche "einen neuen Aufbruch für Bad Kissingen ", heißt es da. Der Newsletter führt Kritik und Anliegen auf, die man aus vorangegangenen politischen Newslettern und Pressemitteilungen kennt. Als verantwortlich für den Inhalt zeichnet im Impressum der Homepage zukunft-badkissingen.de denn auch nach wie vor die Heiligenfeld GmbH, vertreten durch die drei nach dem Ausscheiden von Joachim Galuska verbliebenen Geschäftsführer Michael Lang , Stephan Greb und Birgit Winzek.

Geschäftsführer als Moderator

Wie es auf Anfrage aus der Pressestelle der Heiligenfeld GmbH heißt, wird Michael Lang bei dem Treffen am Dienstag in der Vinothek zunächst auch als Moderator in Erscheinung treten. Die Aktion, die auf "die Initialzündung" der Heiligenfelder hin entstehen soll, solle aber ausdrücklich offen sein. Gleichgültig, ob es sich um einen Bürger handelt, der mit dem Unternehmen überhaupt nichts zu tun hat, oder um einen Mitarbeiter der Heiligenfelder, der privat einsteigt, beteiligen könne sich jeder.

Basis der Diskussion sollen offenbar die vielfach am Rathaus Kritik übenden Thesen sein, mit denen die Initiative online in Erscheinung tritt. Da heißt es unter anderem, die Gegenwart in Bad Kissingen sei gekennzeichnet durch "schlechtes Gerede, Neid und Missgunst". Bürger und Unternehmen würden von oben herab behandelt, Entscheidungen getroffen, ohne mit den Betroffenen zu sprechen. Es gebe Intransparenz und Heimlichkeiten in nichtöffentlichen Sitzungen des Stadtrats. Zudem ist die Rede von einer seit Jahren bestehenden Sparauflage. Es gebe eine Fülle von Leerständen und geschlossene Restaurationsbetriebe, "auch in städtischem Eigentum". Zudem herrsche ein Mangel an Zukunftsvisionen. Auch ein "Gegeneinander statt Miteinander" wird beklagt. Das müsse aufhören.

Um Bad Kissingen zu einer "zukunftsfähigen und lebendigen Stadt" zu machen, wird auf der Homepage, die außer denen der Heiligenfelder Geschäftsführung keine Personen hinter der Aktion nennt, unter anderem ein "Zukunftsbüro im Rathaus" vorgeschlagen, das Runde Tische, Bürgergespräche, Zukunftswerkstätten und Innovationsbörsen organisieren solle. Darüber hinaus solle Bad Kissingen sich selbst zu einer "Gemeinwohl-Gemeinde" machen. Die Stadt müsse sich dazu selbst prüfen, inwieweit sie Kriterien wie Menschenwürde , Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz ihrem Umfeld gegenüber erfüllt.

Als Kurort habe Bad Kissingen zudem besondere Verantwortung für "die Erhaltung natürlicher Lebensräume" und Artenvielfalt. Kur- und Heilwälder sollten wegen der gesundheitsfördernden Wirkungen des Waldes ausgewiesen werden. Holzwirtschaftliche Waldnutzung sei auf ein minimal notwendiges Maß zu reduzieren. Auch zur Verhinderung einer Klimakatastrophe solle Bad Kissingen "seinen Teil beitragen". Auch als Mitglied im Gesunde-Städte-Netzwerk solle Bad Kissingen aktiv sein.

Bei der Forderung nach einer neuen politischen Kultur, finden sich Begriffe wie "mehr Bürgerfreundlichkeit, mehr Transparenz, mehr Offenheit, mehr Gespräche miteinander statt übereinander, mehr Lösungsorientierung statt Problemorientierung" und so weiter.

Auch gegen "die Schattenseiten der modernen Entwicklung" soll sich die Initiative wenden. Begriffe um die es dabei geht sind Verstädterung, Digitalisierung, Konsumorientierung und Vereinzelung. Bad Kissingen solle sich besinnen auf den Dienstleistungssektor, der Arbeitsplätze erhält, während sie anderswo durch künstliche Intelligenz und Digitalisierung verschwinden.

Beginnen soll das Treffen des Initiativkreises am Dienstag, 18. Juni, um 18.15 Uhr. Treffpunkt ist die Vinothek KissVino im Alten Rathaus.Siegfried Farkas

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