Aschach bei Bad Kissingen

Herrschaften empfangen auf generalsaniertem Schloss Aschach

Nach vier Jahren Generalsanierung hat Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel das Graf-Luxburg-Museum wieder eröffnet. Fachleute würdigen Schloss Aschach als eines der führenden Museen in Unterfranken.
Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Mitte) empfing mit Gräfin Louise von Luxburg (Beatrice Rose-Ebel) den unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Eugen Ehmann (rechts). Foto: Sigismund von Dobschütz       -  Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Mitte) empfing mit Gräfin Louise von Luxburg (Beatrice Rose-Ebel) den unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Eugen Ehmann (rechts). Foto: Sigismund von Dobschütz
Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Mitte) empfing mit Gräfin Louise von Luxburg (Beatrice Rose-Ebel) den unterfränkischen Regierungspräsidenten Dr. Eugen Ehmann (rechts). Foto: Sigismund von Dobschütz

Vier Jahre hat die Generalsanierung gedauert, zwei Jahre davon war Schloss Aschach geschlossen. Jetzt ist das Graf-Luxburg-Museum endlich wieder geöffnet - wenn auch unter Einhaltung der aktuell noch corona-bedingten Hygienevorschriften. Der große Festakt zum Saisonbeginn im März fiel deshalb aus, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel ( CSU ) war es nur erlaubt, die Wiedereröffnung erst jetzt mit viermonatiger Verspätung und nur in kleinem Kreis auserwählter Ehrengäste zu feiern.

In seiner kurzen Festansprache umriss Dotzel die vier Phasen der "Runderneuerung" mit Vorplanung, Hochbau Nordflügel, Hochbau Südflügel und Neugestaltung der Ausstellungsräume. Nach vier Jahren sei das Graf-Luxburg-Museum nun "fit für die Zukunft als eines der attraktivsten Ausflugsziele Unterfrankens" sowie als eines der bedeutendsten Bayerns. Als beachtenswert hob der Bezirkstagspräsident die behindertengerechte Erschließung des historischen Gebäudes hervor. Allein der Einbau der beiden Aufzüge kostete eine halbe Million Euro. "Wir wollten ein Museum für alle schaffen", sagte Dotzel.

Die Endabrechnung steht zwar noch aus, aber Dotzel ist zuversichtlich, dass das vorgegebene Gesamtbudget von drei Millionen Euro eingehalten wurde. Er dankte allen an der Sanierung Beteiligten sowie den Zuschussgebern. 357 000 Euro hat die Regierung von Unterfranken bereitgestellt, weitere 225 000 Euro übernimmt die Landesstelle für nichtstaatliche Museen. Von der Bayerischen Landesstiftung kommen 105 000 Euro und mit Leader-Mitteln der Europäischen Union (120 000 Euro) summiert sich die Gesamtförderung auf 807 000 Euro. Dieses Geld sei gut angelegt, versicherte Dotzel, denn das Schloss sei ein "einzigartiges Gesamtkunstwerk".

Unterfrankens Regierungspräsident Eugen Ehmann würdigte seinen einstigen Amtsvorgänger Friedrich Graf von Luxburg für dessen Verdienste als Regierungspräsident von 1868 bis 1901 sowie das heutige Museum als bedeutendes Archiv zur Geschichte der Regierung von Unterfranken . "Vieles an anderen Orten ist längst vernichtet, nicht zuletzt durch die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges", erklärte Ehmann.

Das Schloss sei "ein zentrales Projekt in Bayern" sowie "ein Flaggschiff der unterfränkischen Museumslandschaft", schloss sich Stefan Kley als stellvertretender Leiter der Landesstelle für nichtstaatliche Museen an. Die vergangenen Jahre der Sanierung seien "sehr spannend" gewesen. Die neue Ausstellungskonzeption zeige die Grafen von Luxburg als bedeutende Repräsentanten ihres Standes, aber auch in Politik und Kultur.

"Als ob die Grafenfamilie den Raum gerade erst verlassen hätte." Dies sei die "tragende Idee des szenografischen Konzepts der Neugestaltung der Dauerausstellung", erläuterte Planerin Claudia Frey (Design-Agentur molitor und Büro Bertron, Schwarz, Frey) bei der Schlossbesichtigung. Die Wohnräume sollen möglichst authentisch erscheinen. Nichts soll mehr nur für Ausstellungszwecke "einfach hindrapiert" sein, sondern alles den Eindruck vermitteln, als wären die Bewohner noch da und hätten nur für einen Moment den Raum verlassen. "Mit der Inszenierung des Interieurs und einzelner Gegenstände, mit raumakustischen Mitteln, Schattenprojektionen und neuen Medien schaffen wir Rückblenden, Zeitschnitte und die Wiederbelebung der Räume", sagte sie.

Von der praktischen Umsetzung der neuen Konzeption berichteten Projektleiterin Birgit Speckle und Museumsleiterin Josefine Glöckler. Aus etwa 50 Regalmetern Archivalien und Tausenden Fotografien wurde wichtiges, interessantes oder staunenswertes herausgefiltert. In einer Vielzahl von Zeitzeugen-Interviews hätten sie nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern auch historische Fotos und Dokumente erhalten. "Die Besucher sollen sich wie zu Gast bei den Grafen fühlen", sagte Speckle. Deshalb gibt es in den Ausstellungsräumen Sitzmöglichkeiten "zum Ausruhen, Durchatmen und um die Atmosphäre der Räume aufzunehmen".

Nach viel Lob und Dank an das für die Generalsanierung verantwortliche Architekturbüro Konopatzki & Edelhäuser (Rothenburg ob der Tauber), an die beteiligten Handwerksbetriebe und alle Ausstellungsmacher blieb Landrat Thomas Bold ( CSU ) nur noch übrig, sich dafür zu bedanken, "dass der Bezirk zu seinem Schloss steht".

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Aschach bei Bad Kissingen
  • Architekturbüros
  • CSU
  • Erwin Dotzel
  • Eugen Ehmann
  • Europäische Union
  • Landräte
  • Museumsleiter
  • Regierung von Unterfranken
  • Sanierung und Renovierung
  • Thomas Bold
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!