Motten

Hochbehälter Motten: Sanieren für sauberes Wasser

Seit April lässt die Gemeinde den in die Jahre gekommenen und undichten Wasserhochbehälter erneuern. Die erste Wasserkammer ist bereits wieder in Betrieb, bis zum Hochsommer sollen beide zur Verfügung stehen.
Wasserwart Cosimo Portarulo geht in Richtung Wasserkammern. Kammer 1 ist wieder in Betrieb, Kammer 2 noch. Foto: Stephanie Elm
Wasserwart Cosimo Portarulo geht in Richtung Wasserkammern. Kammer 1 ist wieder in Betrieb, Kammer 2 noch. Foto: Stephanie Elm

Fürs Auge ist die Baustelle wenig spektakulär. Kaum hat der Besucher den kleinen Raum nach der Außen-Edelstahltür betreten, ist auch fast schon wieder Schluss. Die Wasserkammern dürfen nicht betreten werden, lediglich in Kammer 1, die bereits saniert ist, ist ein Blick möglich.

Im Flur lagern Baumaterialien auf dem Boden, bis der Baubetrieb in Kammer 2 weitergeht. Dies soll laut Wasserwart Cosimo Portarulo spätestens Anfang Februar erfolgen. Daher ruft die Gemeinde auch weiterhin zu "verantwortungsvollem Umgang mit Trinkwasser " auf.

Die Sanierung des Hochbehälters auf der Mottener Höhe liegt im zeitlichen Rahmen. Seit April wird daran gearbeitet, Kammer 1 wurde vor Weihnachten wieder in Betrieb genommen. Kammer 2 ist aktuell noch in Betrieb, doch absolut unzugänglich. Auch der Blick dort hinein ist durch Platten versperrt.

Kammer 1 hingegen erstrahlt gesandstrahlt und neu beschichtet. Die Überlaufkästen aus Stahlbeton wurden abgebrochen und durch Edelstahlrohre ersetzt, berichtet Bauleiter Robin Roßberg von Baurconsult. Der alte Chlor-Kautschuk-Anstrich und drei Millimeter des alten Stahlbetons wurden abgestrahlt. Die neue mineralische Beschichtung ist langlebiger, dichtet die Betonwände ab und ist leichter zu reinigen. Durch ein Fenster mit Edelstahlrahmen ist es möglich, in die Kammer zu sehen und über eine neue Edelstahlleiter ist es möglich, sie zu begehen. Die Decke ist mit einem Tropf-Putz verkleidet. Die kleinen stalaktit-ähnlichen Formen verhindern, dass Kondenswasser länger an der Decke hängen bleibt und eventuell verunreinigt zurück ins Wasserbecken fällt.

Nichts soll die Mottener Wasserqualität beeinträchtigen. Die Sanierung des in die Jahre gekommenen Hochbehälters war notwendig. Neue Kenntnisse in der Bautechnik und Wasserhygiene haben für Weiterentwicklungen bei den Baumaterialien gesorgt. Zudem hatte sich die Beschichtung in den Wasserkammern teilweise gelöst, bisweilen waren die Kammern auch undicht geworden.

Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, sind beide Kammern fast hermetisch abgeriegelt. Außer Wasser kommt nichts mehr hinein. Auch Techniker, die zum Ablesen von Werten kommen, haben durch eine separate Eingangstür ohne Umweg direkten Zugang zum Stromraum.

Weil die Kammern nun durch Türen abgeschlossen sind, wurde eine neue Lüftungsanlage mit Luftfiltern für den Druckausgleich nötig. Diese wurde im August eingebaut. Das Bad Kissinger Institut Dr. Nuss hat noch vor Weihnachten eine "Top-Wasser-Qualität" bescheinigt, kann Cosimo Portarulo berichten. Kammer 1 läuft also schon nach allen Regeln der aktuellen bau- und hygienetechnischen Kunst.

Bis zum Hochsommer sollen beide Kammern wieder zur Verfügung stehen. Darauf baut der Wasserwart, denn das Wasser wird benötigt. Jeden Tag strömen mehr als 100 Kubikmeter nach Kothen und Speicherz und mehr als 130 Kubikmeter nach Motten . Diese Werte gelten für den Winter. Im Sommer sieht das etwas anders aus: "Mitte Juni gehen die Werte hoch, da brauch ich beide Kammern". Der Wasserwart will rechtzeitig vor dem Sommer gerüstet sein. Nicht nur steigt dann der Wasserverbrauch deutlich, auch die Waldbrandgefahr steigt. Hierfür muss genügend Wasser verfügbar sein.

Gehen die eigentlichen Sanierungsarbeiten still und unbemerkt im Inneren des Hochbehälters von statten, fallen Wanderern oder Vorbeifahrenden vor allem die Erdarbeiten rund um den Hochbehälter auf. Bereits im vergangenen Jahr wurde hier eine Drainage und eine neue Dämmung verlegt. Wenn das Wetter es erlaubt, werden die Arbeiten hier fortgeführt. Doch Priorität hat für Cosimo Portarulo das Wasser : "Es ist mir wichtig, dass die Kammern vor dem Sommer fertig sind".

Der tägliche Wasserbedarf liegt winters in Speicherz und Kothen bei 100 bis 130 Kubikmeter pro Tag, in Motten bei 150 bis 170 Kubikmeter. Im Sommer steigt der Bedarf auf circa 130 bis 160 Kubikmeter in Speicherz und Kothen, in Motten auf circa 170 bis 230 Kubikmeter am Tag. Jede Kammer im Hochbehälter auf der Mottener Höhe fasst 400 Kubikmeter.

Lauf des Wassers: Von den Quellen und dem Brunnen in Motten wird das Wasser zunächst zur Entsäuerung in das Wasserwerk in der Knorrstraße geschickt. Das pumpt es zum Hochbehälter. Von dort fließt es bergab in die Haushalte in die verschiedenen Ortsteile. Damit die höher als der Hochbehälter gelegenen Haubenhöfe Trinkwasser erhalten, wird es per Druckbehälter dorthin gepumpt.

Geschichte: Der Hochbehälter auf der Mottener Höhe wurde 1985/1986 erbaut. Es fanden lediglich allgemeine Unterhaltsarbeiten statt, saniert wurde er bislang nicht.

Kosten: Die Gemeinde Motten hat bereits 2019 für die Sanierung 281.100 Euro veranschlagt. Für 2020 steht der Haushalt noch nicht, aber in der Finanzplanung sind 130.000 Euro einkalkuliert.

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