Rannungen

Hundekotbeutel gegen Steuererhöhung

Die Besitzer aller amtlich registrierten Hunde bekommen in nächster Zeit Post aus dem Rathaus, beschloss der Gemeinderat nahezu einstimmig.
Wenn Hundehalter keine Kotbeutel benutzen und damit die 'Tretminen' weniger werden, soll in Rannungen evenuell die Hundesteuer erhöht werden.Symbolfoto: MarkusBraun/Adobe Stock       -  Wenn Hundehalter keine Kotbeutel benutzen und damit die 'Tretminen' weniger werden, soll in Rannungen evenuell die Hundesteuer erhöht werden.Symbolfoto: MarkusBraun/Adobe Stock
Wenn Hundehalter keine Kotbeutel benutzen und damit die "Tretminen" weniger werden, soll in Rannungen evenuell die Hundesteuer erhöht werden.Symbolfoto: MarkusBraun/Adobe Stock

Es geht nicht darum, durch eine Erhöhung der Hundesteuer Löcher im Haushalt zu stopfen. Der Entwurf für 2020 sieht sowieso nur Einnahmen in Höhe von 2200 Euro vor.

In dem Brief der Gemeinde werden die Hundebesitzer gebeten, sich um "Tretminen", um die Hinterlassungen ihrer vierbeinigen Freunde zu kümmern. Sie sollen im Rathaus Hundekotbeutel abholen und diese nach Gebrauch dann auch selbst entsorgen.

Harald Leurer hatte, als er noch Mitglied des Gemeinderates war, den Antrag gestellt, Hundekotbeutel-Stationen aufzustellen. Das würde die Gemeinde natürlich Geld kosten. In der Beschlussvorlage heißt es deshalb dazu: "wird dem Antrag stattgegeben, so ist zu überlegen, ob diesbezüglich die Hundesteuer erhöht werden sollte". Bürgermeister Fridolin Zehner ( CSU ) sagte: "Ich halte nichts davon, ich bin dagegen". Die 2. Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) unterstützte diesen Antrag jedoch vehement: "Du kannst keine drei Meter laufen ohne die Hinterlassenschaft eines Hundes. Egal welchen Weg du läufst, überall Tretminen".

Zehner wies darauf hin, dass Hundebesitzer sowieso Plastikbeutel im Rathaus abholen können. Yvonne Seufert (Bürgerliste) meinte aber, viele Auswärtige, die auf Rannunger Gemarkung mit ihrem Hund einen Spaziergang unternehmen wollen, könnten nicht vorher ins Rathaus gehen. Sybille Büttner betonte, "das Ganze geht nur zusammen mit Abfallkörben, sonst nicht".

Josef Holzheimer ( CSU /FW) schlug vor, den Hundehaltern klarzumachen, was es für die Hundesteuer bedeutet, wenn sie ihr Verhalten ändern. In Rannungen kostet der erste Hund bis jetzt 30 Euro pro Jahr, der zweite 40 und der dritte 50. Zum Vergleich: in Maßbach beträgt die Hundesteuer 40, 60 und 80 Euro, in Thundorf 25 für den ersten und 35 ab dem zweiten Hund. In Münnerstadt ist es um einiges teurer: 60 Euro für den ersten, 90 für den zweiten und 150 ab dem dritten Hund.

Der Gemeinderat beschloss schließlich mit großer Mehrheit, dass die Hundebesitzer in einem Brief aufgefordert werden, Hundekotbeutel zu benutzen.

Keine Ausnahmen

Nach ausgiebiger und längerer Diskussion wurde der Antrag eines Bürgers abgelehnt, der auf dem Holzlagerplatz der Gemeinde eine ausgediente Bushaltestelle aus Stahl als Lagerhalle für sein Holz aufstellen wollte. Nach den Festsetzungen des Bebauungsplans sind nur Holzkonstruktion mit einer Länge von maximal sechs Meter zugelassen, die vorgesehene Länge hätte jedoch 7,40 Meter betragen. Auch sonst hätte es mehrere Abweichungen vom Bebauungsplan gegeben.

"Seitens der Verwaltung wird gebeten, bei der Entscheidung darauf zu achten, dass kein Präzedenzfall geschaffen wird" , hieß es in der Beschlussvorlage. Yvonne Seufert meinte jedoch, sie wüsste nicht, was dagegen spricht. Endlich wolle jemand hier sein Holz lagern, "wo ist da ein Präzedenzfall, wo eh keiner den Holzplatz nutzt".

Auch Sybille Büttner sprach sich für die Lagerhalle aus. Dem Antragsteller solle aufgegeben werden, die Halle so zu streichen, dass sie zu den Festsetzungen des Bebauungsplanes passt. Steffen Winterhalter ( CSU /FW) waren es jedoch "zu viele Abweichungen, für den Holzlagerplatz gibt es einen Bebauungsplan". Drei Abstimmungen waren nötig, bis die Entscheidung feststand. Zuerst wurde eine Halle ohne Seitenteile abgelehnt, dann eine Halle nur mit einer Rückwand und dann die Halle in ihrer beantragten Form.

Zuschuss für Praktikantin

Ohne lange Diskussion und einstimmig wurde ein Antrag des Kindergartens Gückernest angenommen, einen freiwilligen Zuschuss für die Beschäftigung einer Praktikantin ab dem 1. September für die Dauer eines Jahres zu übernehmen. Monatlich zahlt die Gemeinde dafür 365 Euro.

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