Bad Kissingen

IHK Würzburg-Schweinfurt entsendet Ausbildungsscouts

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2019/2020 ist die Bilanz der IHK Würzburg-Schweinfurt verhalten. In Mainfranken bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt, da nach wie vor viele junge Menschen ein Studium beginnen.
Einen Lehre ist nach wie vor eine gute Basis für eine erfolgreiche berufliche Karriere, so die IHK. Symbolfoto: Benedikt Borst
Einen Lehre ist nach wie vor eine gute Basis für eine erfolgreiche berufliche Karriere, so die IHK. Symbolfoto: Benedikt Borst

Bayernweit können zum Ausbildungsstart 2019 erneut mehrere tausend Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Dieser Trend zeigt sich auch in der Ausbildungsstatistik der mainfränkischen IHK. Mit insgesamt 3.314 neuen Ausbildungsverträgen zum 1. September 2019 hat die IHK fünf Prozent weniger abgeschlossene Verträge als im Vorjahreszeitraum registriert.

"Den positiven Trend, den wir Ende letzten Jahres in der Ausbildungsstatistik zu verzeichnen hatten, können wir dieses Jahr nicht mehr halten", analysiert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin W. Deinhard die aktuelle Lage. Der Bedarf an Fach- und Nachwuchskräften sei nach wie vor um ein Vielfaches höher, als tatsächlich zur Verfügung stehen. "Das stellt die Betriebe vor große Herausforderungen", ergänzt Deinhard . Für Bewerber, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, böten sich wiederum beste Chancen. So seien zum Beispiel in der IHK-Lehrstellenbörse in Mainfranken für 2019 noch immer offene Lehrstellen ausgeschrieben.

Rückgänge sind im Verkehr- und Transportgewerbe (-36,3 Prozent, 45 Verträge) zu verzeichnen. Darüber hinaus wurden weniger Ausbildungsverträge in den Berufen "Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement" (-14,0 Prozent, 30 Verträge) sowie "Fachkraft für Lagerlogistik" (-20,7 Prozent, 23 Verträge) und dem zweijährigen Ausbildungsberuf "Fachlagerist" (19,6 Prozent, 22 Verträge) eingetragen. Entgegen diesem Trend konnte der Beruf des "Fachinformatikers/in" (+11,0 Prozent, 21 Verträge) zulegen.

Die Rangliste der am meisten ausgebildeten Berufe hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Dazu gehören Verkäufer/-in (247 Verträge), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (241 Verträge) und Industriemechaniker/-in (226 Verträge).

Jedoch hat es der Beruf "Fachinformatiker/in" (200 Verträge) neu in die Bestenliste geschafft. Die hohe Nachfrage nach bestimmten Berufsbildern führt dazu, dass sich mittlerweile drei Viertel aller IHK-Auszubildenden auf rund 20 Berufe konzentrieren. Die regionalen Unternehmen bilden jedoch in rund 160 Berufen aus - und der Bedarf ist groß. Die IHK appelliert daher an alle Jugendlichen, die gesamte Bandbreite an Berufen zu nutzen.

"Die duale Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium und bietet viele Möglichkeiten. Wer heute einen IHK-Beruf lernt, dem stehen im Anschluss viele Türen offen", informiert Deinhard . Um die Vielfalt und Karrierechancen bekannter zu machen, informiert die IHK gezielt über die breit gefächerten Karrieremöglichkeiten. Mit dem Projekt IHK-Ausbildungsscouts werden Auszubildende geschult, die als Botschafter für ihre Ausbildungsberufe in Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien die Schüler "auf Augenhöhe" informieren. Darüber hinaus werben die bayerischen IHK, Handwerkskammern und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gemeinsam mit der Kampagne " Elternstolz " im Internet für die Vorteile einer "Karriere mit Lehre".

Dass sich das duale Ausbildungssystem den Entwicklungen der Digitalisierung anpasst, kann man auch daran ablesen, dass neue Berufe entstehen. Mit dem "Kaufmann/Kauffrau E-Commerce" gibt es dem vergangenen Jahr einen völlig neuen Ausbildungsberuf, in dem bereits 60 Nachwuchskräfte ausgebildet werden.

Um junge Menschen auf den digitalen Wandel vorbereiten zu können, müssten laut einer IHK-Umfrage jedoch nicht unbedingt neue Ausbildungsberufe geschaffen werden. Drei von vier Betrieben geben in der Studie an, dass die vorhandenen Berufe die Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt erfüllen könnten. "Damit bietet eine duale Ausbildung mit ihren regelmäßigen Modernisierungen eine hervorragende Grundlage für den Einstieg in die moderne Arbeitswelt", erklärt Deinhard .

In Mainfranken starten 84 Flüchtlinge einen IHK-Ausbildungsberuf. Damit befinden sich aktuell insgesamt 175 Menschen mit Fluchthintergrund in einer IHK-Ausbildung. Rund 50 Geflüchtete konnten ihre Ausbildung bereits erfolgreich beenden. "Wir freuen uns über jeden Einzelnen, der sich einer Ausbildung stellt und damit den Grundstein für eine berufliche Karriere in Deutschland legt. Damit stehen vor allem den Betrieben und Branchen, die händeringend Fachkräfte suchen, neue Nachwuchskräfte zur Verfügung", so Deinhard . Die IHK unterstützt Unternehmen und Flüchtlinge auf dem Weg in und durch die Ausbildung.

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