Bad Kissingen

Immer mehr in Kurzarbeit

Im Februar gab es trotz des Lockdowns kaum Bewegung am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sank in der Region Main-Rhön um 0,1 Prozent.
Der Lockdown hat den Arbeitsmarkt im Februar kaum in Bewegung gebracht. Dafür gab es mehr Kurzarbeit. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa       -  Der Lockdown hat den Arbeitsmarkt im Februar kaum in Bewegung gebracht. Dafür gab es mehr Kurzarbeit. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa
| Der Lockdown hat den Arbeitsmarkt im Februar kaum in Bewegung gebracht. Dafür gab es mehr Kurzarbeit. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön hielt trotz langanhaltendem Lockdown weiterhin stand. Der zweite Lockdown wirkte sich im Februar nicht negativ auf die Arbeitslosenzahlen in der Region Main- Rhön aus, teilt die Agentur für Arbeit Schweinfurt in ihrem Bericht mit.

Im Berichtsmonat waren 9370 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 130 Personen oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 3,8 Prozent im Januar auf 3,7 Prozent. Dies entsprach einem jahreszeitlich bedingten üblichen Rückgang von 0,1 Prozentpunkten (Durchschnitt der letzten 4 Jahre: minus 0,1 Prozentpunkte).

Zahlen Bad Kissingen

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Kissingen hat sich von Januar auf Februar geringfügig um sechs auf 2243 Personen verringert. Das waren 375 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Februar 3,9 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 3,2 Prozent.

Dabei meldeten sich 434 Personen (neu oder erneut) arbeitslos , 108 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 441 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-100).

Seit Jahresbeginn gab es im Landkreis 978 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 246 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 786 Abmeldungen von Arbeitslosen (-160). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Februar um zwölf Stellen auf 941 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 244 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Februar 196 neue Arbeitsstellen , 52 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 352 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 34.

Unterschiedlich betroffen

"Die Arbeitsaufnahmen waren insbesondere in den saisonal geprägten Branchen wie dem Garten- und Landschaftsbau zu beobachten. Aufgrund der noch bestehenden Pandemie-Einschränkungen im Hotel- und Gaststättengewerbe wurden in dieser Branche die für die Jahreszeit üblichen sogenannten "Wiedereinstellungen" noch nicht realisiert", erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt die Zahlen für die Region Main-Rhön.

Von der Arbeitslosigkeit im Februar waren die Kunden von der Arbeitsagentur und der Jobcenter unterschiedlich betroffen. In der Agentur für Arbeit Schweinfurt (im Bereich der Arbeitslosenversicherung ) waren 5853 Menschen arbeitslos .

Damit wurde ein Rückgang von 207 Personen (minus 3,4 Prozent) verzeichnet. In den Jobcentern ( Hartz IV) waren 3517 Personen arbeitslos . Dies entsprach einem Zugang von 77 Personen (plus 2,2 Prozent) im Vergleich zum Vormonat.

"Der seit November andauernde Winter-Lockdown bewirkt eine erneute Zunahme der Kurzarbeit auf dem regionalen Arbeitsmarkt . Solange der Lockdown anhält, bleibt die Arbeitsmarktentwicklung gespalten. Im Schwerpunkt ist das Dienstleistungsgewerbe, mit den Tourismus-, Unterhaltungs- sowie die Hotel- und Gaststätten-Branchen, durch die Pandemie stark beeinträchtigt. Wogegen sich die ansässige Industrie weiterhin robust zeigt", teilt Stelzer mit.

Mehr Langzeitarbeitslose

Gegenüber dem Vorjahresmonat gab es eine deutliche Veränderung. Damals wurden 8210 arbeitslose Menschen gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent. Dies waren 1160 arbeitslose Personen weniger. Auffällig war, dass in Folge der Krise vor allem gering qualifizierte Arbeitslose Schwierigkeiten haben, zeitnah neue Arbeit zu finden. Aus diesem Grund war auch die Zahl der 2488 langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind) im Vergleich zum Vorjahr um 693 Personen (plus 38,6 Prozent) angestiegen.

"Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Arbeitnehmer, die in der aktuellen Zeit arbeitslos werden, es immer schwerer haben wieder in Beschäftigung zu kommen. Ursachen hierfür sind im Wesentlichen, dass viele Betriebe sich in Kurzarbeit befinden, die Einschränkungen durch die Pandemie und die strukturellen Veränderungen, besonders in der Fertigung. Aus diesen Gründen ist für den Einzelnen das Risiko langzeitarbeitslos zu werden deutlich gestiegen", berichtet Stelzer.

Kleinbetriebe in Existenz bedroht

Trotz des zweiten Lockdowns halten die meisten Betriebe weiterhin an ihren Beschäftigten fest. Im Berichtsmonat gingen im Agenturbezirk 2954 Anzeigen der Betriebe auf Kurzarbeit für insgesamt 38 574 Personen ein. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Zuwachs von 160 Betrieben und 1404 Arbeitnehmern.

"Auch, wenn die Kurzarbeit in unserer Region stark angestiegen ist, hat sie das Niveau vom Frühjahr 2020 nicht erreicht. Viele große Fertigungsbetriebe sind mittlerweile in Vollbeschäftigung übergegangen. Andererseits sind durch die zweite Coronawelle zahlreiche Klein- und Kleinstbetriebe und Handelsbetriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht", so Stelzer.

Mit insgesamt 3931 Arbeitsangeboten stieg der Stellenbestand im Vergleich zum Vormonat um 91 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies 301 Stellen weniger. Auch bei den Stellenmeldungen seit Jahresbeginn mit 1548 Stellen und einer Steigerung von 41 Stellen (plus 2,7 Prozent) zum Vorjahresniveau, lasse sich vorsichtig ein positiver Trend ablesen.

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