Fulda

In Fulda das Medizinstudium abschließen

Eine Zusammenarbeit zwischen der Uni Marburg, der Hochschule Fulda und dem Klinikum Fulda bietet angehenden Ärzten Sicherheit.

Großer Schritt für das Klinikum Fulda und die Hochschule: Angehende Ärzte können ihr Studium zukünftig am Klinikum Fulda abschließen. Die Philipps-Universität Marburg , die Hochschule Fulda und das Klinikum Fulda haben eine entsprechende Kooperation auf den Weg gebracht. Das Klinikum Fulda entwickelt sich damit zum Universitätsklinikum.

Ein Medizinstudium ist langwierig. Es gliedert sich zunächst in drei Teile: die Vorklinik, also das Physikum, die Klinik und das praktische Jahr. In Marburg können Studenten ihr Physikum machen, einige davon haben allerdings nur einen Teilstudienplatz - die Zulassung ist nur auf den vorklinischen Bereich beschränkt. Das Problem: Die Studierenden haben damit nicht die Gewährleistung, ihr Studium beenden zu können.

Umwandlung in Vollstudienplätze

Sie müssen sich dann in ganz Deutschland um einen Studienplatz im klinischen Studienabschnitt bewerben oder ihr Studium im Ausland fortsetzen. "Diesen jungen Menschen wollen wir Sicherheit geben, indem sie den klinischen Teil des Studiums auch in Fulda absolvieren können", erklärt Dr. Thomas Menzel , Sprecher des Vorstandes des Klinikums Fulda . Hintergrund, weswegen die Marburger nach dem Physikum ihre Plätze reduzieren müssten, sei die Bettenkapazität. Und dabei könne das Klinikum Abhilfe schaffen. So sollen bis zu 185 Teilstudienplätze in Vollstudienplätze umgewandelt werden. "Eingeschrieben sind die Studenten in Marburg, aber sie werden ihren klinischen Teil dann in Fulda absolvieren", erklärt Menzel. Das Land Hessen finanziere das Vorhaben mit insgesamt 30 Millionen Euro.

Die festen Teilstudienplätze im Studiengang Humanmedizin , die es hessenweit nur in Marburg gibt, sollen damit sukzessive abgebaut werden. "Teilstudienplätze in der Humanmedizin stellen eine unbefriedigende Situation dar: Zu wissen, dass keine Garantie auf die Fortsetzung des Studiums besteht, ist ernüchternd - vor allem für Medizinstudierende, die mit enormem Fleiß ein überaus anspruchsvolles Studienfach absolvieren", erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein bei einer Pressekonferenz, bei der das Projekt gestern präsentiert wurde.

Pilotphase mit 40 Studierenden

Im kommenden Wintersemester soll in einer Pilotphase 40 Studierenden, die ihr Medizinstudium mit einem Teilstudienplatz begonnen haben, der Übergang in das klinische Studium ermöglicht werden. "Im Wintersemester 2019/2020 sollen es schon 80 klinische Studienplätze sein, im Wintersemester 2020/2021 dann 185", erläuterte der Wissenschaftsminister.

"Künftig werden wir Ärztinnen und Ärzte durchgängig bis zur Approbation ausbilden. Wir entwickeln uns damit zu einem Universitätsklinikum", betont Menzel. Hessen setze mit dieser Kooperation weithin ein Zeichen. Mehr Ärzte würden noch besser ausgebildet werden: "Mit diesem Schritt werden mehrere Probleme angegangen: Für die Studenten, die nur für das Physikum zugelassen sind, bietet sich so eine Perspektive. Und auch dem Ärztemangel kann so Abhilfe geschaffen werden."

Die Hochschule Fulda wird als Kooperationspartner dabei anteilig eine Ausbildungsleistung erbringen. Professor Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda , sieht darin eine Chance, die Humanmedizin mit den Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Hochschule zu vernetzen. "Seit Längerem fordert der Wissenschaftsrat eine intensivere Zusammenarbeit von Ärzten mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe. Wir versprechen uns eine Bereicherung unserer gesundheits- und pflegewissenschaftlichen Studiengänge und der zugehörigen intensiven Forschungs- und Transferaktivitäten."

Linderung des Medizinermangels

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld ( CDU ), Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda , erklärte: "Die Möglichkeit, das Medizinstudium ab dem 5. Semester in Fulda fortzusetzen, ist eine große Errungenschaft. Mit der Ausweitung der Studienplatzkapazitäten leistet das Land Hessen einen konkreten Beitrag zur Linderung des Medizinermangels und stärkt die Hochschulstadt Fulda sowie die gesamte Region Ost- und Nordhessen.

Der Campus Fulda eröffnet zudem die Chance, durch bestmögliche Ausbildungsbedingungen Nachwuchsmediziner insbesondere für die Versorgung im ländlichen Raum zu gewinnen."

"Ein Meilenstein in der Fuldaer Universitäts- und Hochschulgeschichte" - so nennt es der CDU-Stadtverband Fulda in einer Pressemitteilung. Fulda habe damit erstmals

seit dem Jahr 1805 wieder einen Fachbereich Medizin anzubieten. Landrat Bernd Woide und 1. Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt (beide CDU ) erklären in einer Mitteilung: "Die Entscheidung der Landesregierung, 185 Vollstudienplätze an der Universität Marburg im Verbund mit Fulda zu schaffen, ist eine außerordentlich gute Nachricht und ein riesiger Schritt für die Region." Daniela Petersen

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