Münnerstadt

In "Mürscht" wird Deftiges serviert

Unter dem Motto "Mürscht - immer eine gute Wahl" sorgten die beiden Kolping-Faschingssitzungen für Begeisterung. Natürlich waren dabei die Kommunalpolitik und die Wahlen ein Thema.
Die Kellnerinnen Caroline Schwarz (links) und Rosina Eckert (rechts)  servierten Deftiges. Foto: Dieter Britz
Die Kellnerinnen Caroline Schwarz (links) und Rosina Eckert (rechts) servierten Deftiges. Foto: Dieter Britz

"Mürscht - immer eine gute Wahl", hat der Kolping-Elferrat als Motto für den Fasching 2020 ausgegeben. Das gilt auch für die beiden Faschingssitzungen im ehemaligen Jugendhaus am Dicken Turm. Humorvolle Sketche, leicht bissige Büttenreden und die drei Garden ließen während des vierstündigen Programms nie Langeweile aufkommen. Natürlich waren dabei die Kommunalpolitik und die Wahlen in wenigen Wochen ein Thema, aber fein dosiert und nicht gar zu scharf.

Rosina Eckert hatte sich letztes Jahr von der Bühne verabschiedet - doch dieses Jahr schlüpfte sie als Vertreterin für ihre verhinderte Tochter in die Rolle einer Kellnerin. Sitzungspräsident Andreas Albert hofft, dass jemand ein paar Euro für den Kauf des Jugendhauses locker macht: "Kauft das Haus für unsere arme Stadt! Vermietet den Saal dem Elferrat wie all die Jahr." Vor 1250 Jahren wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt - "an Feierlichkeiten wird man da sicher nicht spar'n. Als Schirmherr wurde zum Neujahrsempfang geladen der Ministerpräsident... Der Elferrat musste für ihn freimachen seinen Stuhl, das fanden wir hier gar nicht mal so cool." Die Elferräte trugen dieses Jahr rote statt schwarze Hemden, "sind wir doch arg von der Ausladung beschämt".

Augenweide

Wenn die Elferratsgarde die Bühne in Beschlag nimmt, dann ist ein hübscher Anblick garantiert. Die jungen Damen tanzten zum Auftakt der Sitzung in ihren Gardeuniformen zuerst einen Marsch, und zum Abschluss kamen sie als Flammen und in Feuerwehruniformen. Die Sternchengarde entführte die Zuschauer nach Amerika, auf den Broadway. Die Melodie von "Wenn früh am Morgen die Werkssirene dröhnt", leitete den Auftritt der Juniorengarde ein. Für alle drei Garden gilt: Die Musik passte, die Einsätze stimmten, die Bewegungen waren exakt aufeinander abgestimmt. Kurz gesagt, es war eine Augenweide.

Milli Gent und Wilhelm Schmitt brachten gleich eine ganze Latte von Skandälchen ans Licht: Eingeladen zum Neujahrsempfang: "Die meisten war‘n, das wisst ihr schon, die Mitglieder der Christunion." Der Hallenbad-Abriss wurde aufgewärmt. Der stets defekte Aufzug zum Behinderten-WC im Schloss und die Hundehaufen entlang der Stadtmauer waren Thema. Ein besonderer "Skandal im Städtchen" ist natürlich die Schließung der Firma Remog: "Im Grab umdrehen würde sich der Firmengründer sicherlich. Die Lichter aus, nichts mehr zu holen, das Geld verdient man ja im Polen."

Wahlpartys für die Parteien

"Mahlzeit! - es ist angericht!", hieß es bei den Kellnerinnen Rosina Eckert und Caroline Schwarz , die auch zum Neujahrsempfang mit Markus Söder engagiert worden waren. Sie hatten die Antwort, warum vorher die Gehsteige schwarz geteert worden waren, obwohl Söder ja bei Dunkelheit kam: "Mürscht is so schwarz, da isses auch tagsüber dunkel." Für alle sieben Parteien, die in den Mürschter Stadtrat wollen, sollen sie die Wahlpartys organisieren: Bei der stets einigen CSU gibt es eine Familienpizza, bei der SPD ein Carpaccio von Roten Beeten und Eintopf mit roten Linsen, beim bescheidenen Forum Aktiv nur ein paar Süßigkeiten. Natürlich sind sie auch für die "Amtsenthebungsfeier" von Helmut Blank im Mai verpflichtet worden - "da kochen wir mit heißer Luft, bis nix mehr bleibt wie nur noch ein Hauch von Duft". Wenn Andreas Trägner Chef im Rathaus wird, übernehmen sie das Catering bei den Stadtratssitzungen.

Gewichtige Bürgermeisterwahl

Edi Schmitt als Feuerwehrmann teilte nach allen Seiten aus. Den Schuldenabbau in den letzten Jahren kommentierte er so:"Die CSU kann da nix da waren die Bürger mit ihrem Fleiß." Und auch zum Ausgang der Bürgermeisterwahl hatte er was zu sagen: "Geht's am Ende nach Gewicht, kann der Kastl gleich verzicht‘."

Nicht zu vergessen: Katharina Mayer klagte über ihr "Handy-Verbot". Johanna und Sophie Bauer als "Mann und Frau", und in wechselnden Rollen erinnerten die Zuschauer sicher an viele Szenen in der eigenen Familie. Wolfgang Düringer, angekündigt als Bau- oder Möbeltischler, war in Wirklichkeit Stammtischler. Der Ferien-Flug mit den Mamas und Papas verlief ziemlich turbulent. Milli Gent nahm "ein paar alte Männer" aufs Korn, die als Elferrat mal wieder auf Herbergssuche waren.

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