Poppenlauer

In Poppenlauers Zehntscheune: Mit dem Bohrer dem Alter auf der Spur

Zuerst muss eine Altersuntersuchung der Zehntscheune gemacht werden und konkrete Pläne müssen auf den Tisch, um weiterzukommen. Daher holte Georg Brütting an mehreren Stellen Bohrkerne aus den Balken.
Dieter Britz Georg Brütting (links vorn) bohrte Löcher in einige Balken der Zehntscheune, um aus den Bohrkernen das Alter zu bestimmen. Der Zweite Bürgermeister Wolfgang Rützel (rechts daneben), Marktgemeinderat Winfried Streit und Armin Gernert vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach verfolgten gespannt seine Arbeit.  Foto: Dieter Britz
Dieter Britz Georg Brütting (links vorn) bohrte Löcher in einige Balken der Zehntscheune, um aus den Bohrkernen das Alter zu bestimmen. Der Zweite Bürgermeister Wolfgang Rützel (rechts daneben), Marktgemeinderat Winfried Streit und Armin Gernert vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach verfolgten gespannt seine Arbeit. Foto: Dieter Britz

Wer den Einsatz von aufwändigem Spezialgerät erwartet hatte, der wurde herb enttäuscht. Georg Brütting, Inhaber der Firma Dendroscan aus Ebermannstadt mit Lehrauftrag an der Uni Bamberg, hatte nur eine schwere Akku-Bohrmaschine, die auch der Stolz jedes Profi-Heimwerkers wäre, im Gepäck. Das Besondere an seiner Ausrüstung waren nur die langen Bohrer, denn sie waren innen hohl. In der Zehntscheune holte er damit an mehreren Stellen Bohrkerne aus Balken.

Über Jahresringe zum Alter

Die Jahresringe der Kerne zeigen das Alter der Balken und damit das Alter des Gebäudes. Interessierte Zuschauer und Zuhörer bei dieser Aktion waren der Zweite Bürgermeister Wolfgang Rützel (Wählergemeinschaft Poppenlauer ), Marktgemeinderat Winfried Streit (Bürgerblock Poppenlauer ) und Armin Gernert vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach.

Das Rentamt im Schrimpf'schen Schloss (vom Eingang aus links) gehört dem Freistaat, die Marktgemeinde hat es aber gemietet. Untermieter sind Poppenläurer Vereine . Außerdem ist hier das Heimatmuseum untergebracht. Die Zehntscheune samt dem großen Platz davor mit den Sitzreihen hat der Freistaat vor 20 Jahren an die Marktgemeinde verkauft, die die Scheune natürlich auch unterhalten muss. Nur zwei Mal im Jahr wird sie bisher genutzt: im Sommer vor allem die Freifläche sehr intensiv und erfolgreich für die Theateraufführungen , zuletzt " Dracula - Sippschaft mit Biss". Seit 1999 wurden elf Stücke, manche mehrfach, aufgeführt.

Im Inneren Scheune finden seit 1998 die Weihnachtsmärkte statt. Ansonsten steht die Jahrhunderte alte Scheune leer und dient den Theaterspielern als Lager für ihre Kulissen und Requisiten.

Theater- und Veranstaltungsraum

Schon vor fast zwei Jahrzehnten, unter Bürgermeister Johannes Wegner , wurden Pläne diskutiert, die Scheune als Theater- und Veranstaltungsraum zu nutzen, verliefen aber im Sand. Drei Vereine , der Musikverein, der Sankt Georgsverein und natürlich der Heimatverein, wollen sich damit nicht abfinden, dass die Scheune nur so wenig genutzt wird.

Sie legten dem Marktgemeinderat Pläne für eine "Kulturscheune Lauertal" vor. Danach soll das Gebäude gründlich saniert und umgebaut werden, damit es für Veranstaltungen aller Art, auch im Winter, genutzt werden kann.

Die Initiatoren denken an Theateraufführungen , Bürgerversammlungen, den Weihnachtsmarkt, Musikproben, ökumenische Gottesdienste, Ausstellungen, um nur einige Punkte zu nennen. Im Januar 2019 konnten sie ihr Konzept den Räten vorstellen.

Ohne Zuschüsse kann die Marktgemeinde dieses Projekt nicht realisieren. Im Mai teilte Bürgermeister Matthias Klement ( CSU ) mit, dass er zum Thema "Kulturscheune Poppenlauer " einen Termin mit der Bezirksregierung und der Landesdenkmalpflege hatte. Ergebnis: Zuerst muss eine Altersuntersuchung des Gebäudes gemacht werden. Außerdem muss die Statik geprüft werden, und konkrete Pläne müssen auf den Tisch, um weiterzukommen.

Untersuchung im Labor

Hier kommt nun der Mann, der im Auftrag der Gemeinde, die ihn sogar dafür bezahlt, dicke Löcher in die Balken bohrte. Der Wissenschaftler Georg Brütting entnahm Bohrkerne und untersucht sie in seinem Labor in Ebermannstadt. Dendrochronologie heißt dieses Verfahren, das durch Auswertung der Jahresringe eine genaue Altersbestimmung von Holzbalken usw. möglich macht.

Nach einem ersten fachmännischen Blick nach oben in die Holzbalken-Konstruktion meinte Brütting, "aus der Zeit vor 1500 stammt sie definitiv nicht, eher nach dem 30-jährigen Krieg. Die Grundmauern können natürlich älter sein." Die Ergebnisse seiner dendrochronologischen Untersuchungen will er in einigen Wochen vorlegen.

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