Großenbrach

Jeder Apfelbaum braucht Pflege

Das Rhöner Unternehmen Bionade investiert in Erhalt und Pflege von 66 800 Quadratmetern Streuobstwiese und nimmt damit an einem zertifizierten Naturschutzprojekt von "Nationale Naturlandschaften" e.V. teil.
Katja Arzt (vorne links, Nationale Naturlandschaften e.V.) hat die Naturschutzzertifikate offiziell an Lucia Benchekroun (Bionade GmbH) übergeben - mit dabei die beteiligten Akteure (von links) Julia Rösch (UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), Stefan Metz (Markt Bad Bocklet), Dieter Weisenburger (Bund Naturschutz Bad Kissingen), Stefan Zaenker (Verein RhönNatur), Schäfer Wolfgang Hüter aus Großenbrach, Franz Zang (Bund Naturschutz Bad Kissingen) und Rüdiger Omert (Bionade GmbH).  Foto: Anna-Lena ...       -  Katja Arzt (vorne links, Nationale Naturlandschaften e.V.) hat die Naturschutzzertifikate offiziell an Lucia Benchekroun (Bionade GmbH) übergeben - mit dabei die beteiligten Akteure (von links) Julia Rösch (UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), Stefan Metz (Markt Bad Bocklet), Dieter Weisenburger (Bund Naturschutz Bad Kissingen), Stefan Zaenker (Verein RhönNatur), Schäfer Wolfgang Hüter aus Großenbrach, Franz Zang (Bund Naturschutz Bad Kissingen) und Rüdiger Omert (Bionade GmbH).  Foto: Anna-Lena Bieneck
| Katja Arzt (vorne links, Nationale Naturlandschaften e.V.) hat die Naturschutzzertifikate offiziell an Lucia Benchekroun (Bionade GmbH) übergeben - mit dabei die beteiligten Akteure (von links) Julia Rösch ...

Streuobstwiesen sind nicht nur "Hotspots der biologischen Vielfalt ", sondern haben zudem eine große kulturelle Bedeutung. Für den Erhalt dieses kulturellen Erbes und der wertvollen Lebensräume wird auch im Unesco-Biosphärenreservat Rhön viel getan. Zum Beispiel im Bad Bockleter Ortsteil Großenbrach : In den kommenden fünf Jahren werden hier 66 800 Quadratmeter Streuobstwiese revitalisiert und gepflegt. Hierfür hat das Rhöner Unternehmen Bionade vom Verband Nationale Naturlandschaften e.V. Naturschutzzertifikate erworben, die nun offiziell überreicht wurden.

Quadratmeter für Quadratmeter am Erhalt der Biodiversität arbeiten: Das ist die Idee hinter den zertifizierten Naturschutzprojekten des Verbands Nationale Naturlandschaften e. V. Durch den Erwerb von Naturschutzzertifikaten können sich Privatpersonen und Unternehmen direkt am Schutz der biologischen Vielfalt beteiligen. Jedes Zertifikat sichert einen Quadratmeter biologische Vielfalt für ein Jahr in einem der Lebensräume Streuobstwiesen oder Wälder.

Finanzspritze für Arbeit vor Ort

Dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Zertifikate ist es den beteiligten Akteuren vor Ort möglich, die geeigneten Maßnahmen umzusetzen. Dank der Naturschutzzertifikate der Bionade GmbH werden Streuobstwiese zwischen Großenbrach und Bad Bocklet gepflegt. Der Rhön-Rundweg 1 Bad Bocklet führt Wanderer mitten durch die Streuobstwiesen mit ihren mehr als 550 Bäumen.

"Ein Apfelbaum ohne Pflege wird nicht alt. Ziel ist zum einen, mehrere Obstbaumschnitte durchzuführen, und zum anderen die Verbuschung in den Griff zu bekommen", erklärte Dieter Weisenburger, der zusammen mit dem Botanischen Arbeitskreis der Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen den Zustand der Streuobstwiesen vor Projektbeginn untersucht und daraus einen Maßnahmenplan entwickelt hat.

Die Hälfte der Fläche ist in Privatbesitz verschiedener Eigentümer, die andere Hälfte gehört der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen, die sich nun schon seit Anfang der 90er Jahre um die Streuobstwiese kümmert. Seit Jahren ist die Fläche ein Ort, an dem landkreisweit Schnittkurse stattfinden, erklärt der Vorsitzende Franz Zang.

Zudem gibt es mit einem Kindergarten in der Nähe eine enge Kooperation: ernten, Saft pressen, mit Äpfeln und Birnen kochen. In Sachen Landschaftspflege besteht eine Zusammenarbeit mit dem Schäfer Wolfgang Hüter aus Großenbrach , dessen Schafe und Ziegen dabei helfen, die Fläche offenzuhalten.

Durch die Unterstützung von Bionade können nun auch weitere notwendige mechanische Arbeiten finanziert werden. Auch An- und Nachpflanzungen sowie das Anlegen von Nistkästen, Stein- und Reisighaufen gehören zu den Maßnahmen. So soll langfristig eine Streuobstwiese mit altersgemischtem Baumbestand aus hochstämmigen Obstbäumen entstehen, die einen wertvollen Lebensraum für Tausende Tier- und Pflanzenarten bieten. "Fledermäuse zum Beispiel finden hier beste Bedingungen", erklärte Stefan Zaenker, Vorsitzender des Vereins Rhön Natur e.V., der Träger des Projekts ist.

Die Projektleiterin Dr. Katja Arzt freute sich, das symbolische Zertifikat - insgesamt hat Bionade 334 000 Zertifikate erworben - an Lucia Benchekroun, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Bionade GmbH, überreichen zu können. "Mit der Förderung der Biodiversität meinen wir es ernst", sagte Benchekroun. In den Erfrischungsgetränken des Unternehmens landen die Äpfel der Streuobstwiese nicht. Vielmehr möchte Bionade die Fläche stark in die Umweltbildung mit einbeziehen, die das Unternehmen betreibt. "Unser Ziel ist, dazu beizutragen, die Menschen an das wichtige Thema Artenvielfalt heranzuführen. Denn nur wer über die Bedeutung der Biodiversität Bescheid weiß, kann helfen, sie zu schützen."

Mit Herzblut bei der Sache

"In Großenbrach gibt es viele Menschen, die sich seit langem mit Herzblut dem Streuobst widmen", sagte Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltung des Unesco-Biosphärenreservats Rhön, die das Naturschutzzertifikate-Projekt von der Konzeption bis zur Umsetzung vor Ort begleitet hat. Das Projekt mache es dank der Investition von Bionade möglich, die Pflegemaß-nahmen über längere Zeit sicherzustellen und die Wirksamkeit zu überprüfen. Ausführliche Infos zum Projekt unter www.nationale-naturlandschaften.de/zertifizierte-naturschutzprojekte/unesco-biosphaerenreservat-rhoen-grossenbrach .

Hintergrund

Nationale Naturlandschaften e. V. ist der Dachverband, unter dem sich alle deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und zertifizierten Wildnisgebiete sowie teils der Naturparks zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, die Natur- und Kulturlandschaften zu schützen und zu bewahren und sie für Besucher erfahrbar zu machen.

Die Bionade GmbH in Ostheim/Rhön ging aus der Privatbrauerei Peter hervor. Seit Januar 2018 sind sie Teil der HassiaGruppe. Bionade ist das erste Erfrischungsgetränk , das aus 100 Prozent Bio-Rohstoffen hergestellt wird. red

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