Engenthal

Johannes Krumm ist hohe Belastung gewohnt

Der Engenthaler bewirbt sich um das Bürgermeister-Amt in der Marktgemeinde Elfershausen.
Als Mann der Taten für die Marktgemeinde Elfershausen sieht sich Bürgermeister-Kandidat Johannes Krumm aus Engenthal. Foto: Tanja Krumm       -  Als Mann der Taten für die Marktgemeinde Elfershausen sieht sich Bürgermeister-Kandidat Johannes Krumm aus Engenthal. Foto: Tanja Krumm
| Als Mann der Taten für die Marktgemeinde Elfershausen sieht sich Bürgermeister-Kandidat Johannes Krumm aus Engenthal. Foto: Tanja Krumm

Ein Bürgermeister-Kandidat aus Engenthal ist womöglich noch mehr um einen Interessenausgleich bemüht als jemand aus einem anderen Ortsteil . Nur etwa 130 Einwohner hat das von Weinbergen umgebene Dorf, ist damit der kleinste Ort der Marktgemeinde Elfershausen. Wer Mehrheiten hinter sich bringen will, braucht also Partner - sowie Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Attribute, die Johannes Krumm für sich in Anspruch nimmt. "Um meine Unabhängigkeit zu zeigen, bezahle ich meinen kompletten Wahlkampf selber. Mit Ausnahme der Listen-Flyer, die zur Hälfte von meinen Unterstützer-Gruppierungen SPD und FWG finanziert werden." "Ich sehe mich als Mann der Taten und habe keine Angst vor Neuerungen", sagt der 45-Jährige selbstbewusst. Halbe Sachen sind nicht das Ding des zweifachen Vaters, der aus seiner Berufserfahrung eine gewisse Souveränität zieht: "Als Führungskraft als Leiter der Qualitätssicherung muss ich Vollgas geben, musste und muss mich auf neue Situationen einstellen."

Bürgernähe vorleben

Gemeinschaftliches Denken und Handeln in den fünf Ortsteilen der Marktgemeinde fördern und die Politik effizienter gestalten will Johannes Krumm, der Mitglied der Freien Wähler ist. "Ich stehe für eine offene und bürgernahe Art. Das ist, was ich bin", sagt der Engenthaler, der diesbezüglich von Fortbildungen in Sachen Personalführung profitiert und die sprichwörtliche Bürgernähe bereits im Wahlkampf vorlebte bei den Begegnungen mit den Bürgern, "die wahnsinnig Spaß gemacht haben." Mit seiner Frau Tanja hatte der Bürgermeister-Kandidat alle Haushalte der Marktgemeinde aufgesucht, um das unmittelbare Gespräch zu suchen.

Aktuell ist der gebürtige Untererthaler im Gemeinderat vertreten als Ortssprecher von Engenthal , der kein Stimm-, aber ein Mitspracherecht hat. "Als Ortssprecher habe ich die Leidenschaft für Politik entdeckt und hatte mich nach Absprache mit meiner Familie für die Bewerbung entschieden, als noch gar nicht feststand, dass Amtsinhaber Karl-Heinz Kickuth nicht mehr antritt." Im Falle seiner Wahl plädiert der Hobby-Musiker übrigens für Jürgen Englert (SPD-FWG) als seinen ersten Stellvertreter, "der ist momentan 2. Bürgermeister und soll es auch bleiben."

Die Bürgerversammlungen sind für Johannes Krumm die wichtigsten Veranstaltungen im Jahr. "Ich will dort zu Themen geheime Abstimmungen führen als Entscheidungshilfe für das Ratsgremium. Man kann damit die Schärfe rausnehmen in einer Diskussion", sagt der 45- Jährige und verweist auf gute Erfahrungen mit dem politischen Weißwurstfrühstück in Engenthal , wo einmal im Jahr in solch einer Form basisdemokratisch abgestimmt und diskutiert wird.

Ein Leuchtturm-Projekt hat Johannes Krumm nicht auf seiner Agenda. "Ich will vielmehr alle angestoßenen Projekte vorantreiben. Dazu gibt es schließlich eine demokratische Legitimation, weshalb auch jeder dahinter stehen sollte. Da muss an einem Strang gezogen werden."

Ob sich das eigene Leben als Bürgermeister ändern würde? "Bei der Fülle der Veranstaltungen heißt es präsent sein. Das ist für mich positiver Stress. Ich bin hohe Belastung gewohnt."

Viele Bürger würden sich über ein Gewerbegebiet, zumindest einen Lebensmittelmarkt in der Marktgemeinde freuen. Wie ist Ihr Standpunkt dazu?

Johannes Krumm: Ich werde alle mir möglichen Anstrengungen unternehmen, um hochqualifizierte Arbeitsplätze in die Region zu bekommen. Um unserer Jugend eine Perspektive hier vor Ort bieten zu können. Wenn ein Investor gefunden ist, werde ich die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Bürgerversammlung informieren und gemeinsam Pro und Contra diskutieren. Insgesamt muss speziell aus dem betroffenen Ort eine große Mehrheit dahinterstehen, sonst werde ich das Projekt nicht weiterverfolgen. Ich möchte Politik mit und für die Bürger machen. Ebenso verhält es sich mit der Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes.

Brach liegt das Kugelfischer-Gelände. Und so manchem Ortskern würde eine Belebung gut zu Gesicht stehen. Welche Pläne haben Sie diesbezüglich?

Mein aktueller Wissensstand zu dem Thema ist, dass die Firma Schaeffler das Werk nur komplett verkauft. Hier muss ein passender Investor gefunden werden, der das Werk wieder mit Leben füllt. Eine Industrieruine mitten im Ort wäre eine Katastrophe.

Die Trimburg und das Saaletal sind kulturelle wie touristische Juwele. Wie lassen sich Vermarktungs-Potenzial und ökologische Nachhaltigkeit in Balance bringen?

Die Trimburg gilt es auf jeden Fall weiter zu fördern und den herzlichen Charakter durch die Bewirtung der umliegenden Vereine zu erhalten. Zur Vermarktung des Saaletals gibt es einen Zusammenschluss von neun Gemeinden unter dem Verein Allianz Fränkisches Saaletal. Durch diesen Verein wird die Vermarktung und die Förderung des sanften Tourismus vorangebracht. Hier sollte aus meiner Sicht von den Gemeinden mehr investiert werden. Bezüglich ökologischer Nachhaltigkeit gilt es das Projekt Grüngitter des Landkreises zu unterstützen und die von dort angebotene professionelle Beratung als Gemeinde in Anspruch zu nehmen und umzusetzen, um die Artenvielfalt und Lebensräume zu erhalten und zu fördern.

Johannes Krumm ist 45 Jahre alt und verheirateter Vater von zwei Kindern. Beruflich arbeitet der gebürtige Untererthaler, der seit 2003 in Engenthal lebt, als Leiter der Qualitätssicherung bei einer Firma in Rimpar. Hobbies sind das Musikspielen (Trompete) und die Jagd. Johannes Krumm ist Jagdvorsteher, Feldgeschworener und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Engenthal .

Politische Karriere Johannes Krumm ist seit 2014 Ortssprecher von Engenthal , hat in dieser Eigenschaft auch erfolgreich am Bau des Dorfgemeinschaftshauses mitgewirkt. Um sich auf das Amt vorzubereiten, hat der 45-Jährige diverse Bürgermeisterseminare besucht. "Raus aus der Komfortzone", lautet der Leitspruch des parteilosen Kandidaten.

Inhalte Schlagworte im Wahlkampf von Johannes Krumm sind: Förderung des Vereinslebens und der Dorfgemeinschaft. Bürgerservice online verbessern. Dem Abwandern der jungen Bevölkerung in die Ballungszentren entgegenwirken. Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden. Nachhaltige Waldbewirtschaftung.

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