Münnerstadt

Kampf um das Münnerstädter Hallenbad geht weiter

In Münnerstadt initiieren die Verantwortlichen im Bürgerbadverein ein neues Bürgerbegehen. Ziel: Die Sanierung des Hallenbades.
Alrun Lintner engagiert sich erneut in einem Bürgerbegehren für den Erhalt des Hallenbades. Sie sammelt Unterschriften. Robert Bauer gehört zu den Unterzeichnern.Heike Beudert       -  Alrun Lintner engagiert sich erneut in einem Bürgerbegehren für den Erhalt des Hallenbades. Sie sammelt Unterschriften. Robert Bauer gehört zu den Unterzeichnern.Heike Beudert
Alrun Lintner engagiert sich erneut in einem Bürgerbegehren für den Erhalt des Hallenbades. Sie sammelt Unterschriften. Robert Bauer gehört zu den Unterzeichnern.Heike Beudert

"Sind sie dafür, dass der Stadtratsbeschluss vom 12.12. 2018 das Hallenbad abzureißen aufgehoben wird und an dessen Stelle eine Bad-Sanierung einzuleiten", heißt es auf der Unterschriftenliste zu einem neuen Bürgerbegehren. Seit Samstag sammeln Mitglieder des Bürgerbadvereins Unterschriften dafür. Für Wolfgang Blümlein,den Vereins-Vorsitzenden, ist das neue Bürgerbegehren die letzte Chance, den Abriss des Münnerstädter Hallenbades doch noch zu verhindern."Erhalt unseres Hallenbades - Schwimmen statt Abriss" fordert die Initiative auf ihrer Unterschriftenliste. Als Argumente führt man an, dass die mit 4,5 Millionen Euro vom Freistaat geförderte Sanierung ein voll funktionsfähiges Hallenbad zum Ergebnis hätte, während bei einem eine Million teuren Abriss kein Gegenwert geschaffen wäre. Der Erhalt des Hallenbades steigere die Lebensqualität für nachfolgende Generationen in der Stadt wesentlich, heißt es weiter. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens streben damit einen zweiten Bürgerentscheid zum Hallenbad an. Hatte der Bürgerentscheid zum Hallenbad Ende 2016 lediglich einen Abriss-Stop zum Ziel und dazu noch eine Vergleichsrechnung zwischen Erhalt und Abriss gefordert, will der Bürgerbadverein jetzt die Bürger selbst darüber entscheiden lassen, ob sie eine Sanierung des Hallenbades wünschen.

Am Samstag startete das Bürgerbegehren mit einem Info-Stand im Münnerstädter Edeka-Markt. Nach den ersten drei Stunden zählte Alrun Lintner bereits mehr als 100 Unterschriften für das Bürgerbegehren. Sie berichtet von einer "großen Begeisterung" bei vielen Angesprochenen. Alrun Lintner wartet nicht darauf, dass die Münnerstädter ihren Stand finden. Sie spricht jeden Einkäufer persönlich an, diskutiert mit ihnen ihre Argumente für den Erhalt des Hallenbades. Dass es Kommunalpolitiker in Münnerstadt gibt, die sagen, die Stadt bräuchte kein Hallenbad, kann sie nicht verstehen.

"Ich bin selbst überrascht über die Resonanz", sagt Wolfgang Blümlein nach den ersten Stunden des Unterschriftensammelns. Viele angesprochene Münnerstädter hätten sehr positiv auf das angestrebte Bürgerbegehren reagiert, bestätigt Blümlein den Eindruck seiner Mitstreiterin Alrun Lintner.

Gut 700 Unterschriften benötigt das Bürgerbegehren, um den Stadtrat über die Annahme oder die Ablehung des Begehrens entscheiden zu lassen. Mit Einreichen des Bürgerbegehrens sind der Stadt dann die Hände gebunden, das heißt, die Stadt könnte dann ein weiteres Mal nach 2016 den Abriss-Beschluss für das Hallenbad nicht umsetzen. Die Verwaltung müsste prüfen, ob alle rechtlichen Vorgaben eingehalten sind. Ist das der Fall, wird das Begehren vom Stadtrat zugelassen, dem dann ein Bürgerentscheid folgt.

Wolfgang Blümlein glaubt, dass es der Initiative gelingt, ausreichend Unterschriften zu erhalten. "Nach dem heutigen Erlebnis bin ich optimistisch", fasst er seinen Eindruck vom Info-Stand zusammen. Kurz nachdem der Stadtrat im Dezember 2018 die Forderung des Bürgerentscheids von 2016 rechtlich erfüllt und dann aber gleich auch den Abriss beschlossen hatte, sei der Entschluss für ein neues Bürgerbegehren gefallen. In spätestens vier Wochen hofft Blümlein, ausreichend Unterschriften erhalten zu haben, um die Listen im Rathaus zu übergeben.

Rechtlich sei es erlaubt, zu einem und dem selben Thema auch ein weiteres Bürgerbegehren zu starten, erläuterte Wolfgang Blümlein auf Nachfrage. Dazu habe man sich beim Verein "Mehr Demokratie" beraten lassen.

Bürgermeister Helmut Blank hält nichts von einem neuen Bürgerbegehren. "Der Stadtrat wird mehrheitlich bei seiner ablehnenden Haltung zum Hallenbad bleiben", ist Blank sicher. Er ist auch überzeugt, dass in der Bevölkerung viele das Thema Hallenbad nicht mehr hören wollen. "Das Hallenbad ist die Wurzel allen Übels im Stadtrat" . Es spalte zudem die Bevölkerung. Nach Ansicht des Bürgermeisters gibt es keine neuen Argumente, die für einen Erhalt des Hallenbads sprechen. Derzeit werde in der Verwaltung der beschlossene Abbruch bereits mit Hochdruck vorbereitet, ein Büro sei mit der Abrissplanung bereits beauftragt. Es entstünden bereits Kosten.

Der Bürgerbadverein dagegen will nicht aufgeben. Am Montag sollen Unterschriftenlisten auch in Münnerstädter Geschäften ausgelegt werden. Außerdem kündigte Wolfgang Blümlein an, dass die Bevölkerung Infomails bzw. -briefe erhalten wird, in denen das Anliegen des Bürgerbegehrens erläutert wird.

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