Althausen

Kastl trifft sich allein mit Bürgern

Auf die schwierige Situation der Stadt und auf Auswege ging Bürgermeister Michael Kastl bei seiner ersten Bürgerversammlung in Althausen ein. Auf weitere Verwaltungsmitglieder verzichtete er.
Premiere: Zu seiner ersten Bürgerversammlung ist Michael Kastl nach Althausen gekommen. Auf weitere Verwaltungsmitarbeiter verzichtete er. Foto: Thomas Malz       -  Premiere: Zu seiner ersten Bürgerversammlung ist Michael Kastl nach Althausen gekommen. Auf weitere Verwaltungsmitarbeiter verzichtete er. Foto: Thomas Malz
| Premiere: Zu seiner ersten Bürgerversammlung ist Michael Kastl nach Althausen gekommen. Auf weitere Verwaltungsmitarbeiter verzichtete er. Foto: Thomas Malz

Es war seine Premiere. "Es ist mir eine große Freude, dass wir endlich rauskommen", sagte Michael Kastl bei seiner ersten Bürgerversammlung überhaupt, auf die er wegen Corona eineinhalb Jahre hatte warten müssen. Er war allein ohne Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs gekommen. Auch auf einen Beamer und eine Leinwand für seinen Rechenschaftsbericht verzichtete er. Mitgebracht hatte der Bürgermeister in den sehr gut besuchten Gemeinderaum einen Zettel und einen Stift, um sich die Probleme der Althäuser zu notieren. Zunächst aber stand sein Vortrag an.

"Die Stadt Münnerstadt steht vor großen Herausforderungen", sagte er. Die Verschuldung sei zwar von 26 auf zwölf Millionen Euro gesunken, steige aber bald wieder an, weil die Stadt zugesagte Mittel für die Mehrzweckhalle zwischenfinanzieren muss. Das größte Problem sei der demografische Wandel, wobei Althausen da noch sehr gut dastehe. Die Bereiche Wasser und Abwasser seien stark sanierungsbedürftig, vor allem der Hochbehälter in Althausen .

Viele Aufgaben

Die Landwirtschaftsschule, die jetzt als Musikschule dient, das alte BBZ, in das die Montessori-Schule eingezogen ist, fehlende Gewerbeflächen und neue Aufgaben, wie beispielsweise Zuschüsse für Kirchen ( Kleinwenkheim ), zählte Michael Kastl auf. Wenn die Stadt lediglich eine Kirche hätte, wäre das kein Problem, aber es seien allein elf Hauptkirchen in der Flächengemeinde Münnerstadt, die größer als Würzburg ist. Für die Feuerwehren wurden hauptamtliche Gerätewarten eingestellt und der Schülerhort der Augustiner müsse stufenweise von der Stadt übernommen werden.

"Herausforderungen haben wir genug, aber alle Parteien haben sich zusammengerauft", ging Michael Kastl auf die neue Stimmung im Stadtrat ein. "Wir halten zusammen und setzen klare Signale." Die Stimmung sei extrem wichtig, weil so auch die verschiedensten Interessenten nach Münnerstadt kommen.

Ausführlich ging der Bürgermeister auf das Integrierte Städtische Entwicklungskonzept (ISEK) und das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) ein. Dazu gibt es am Montag, 18. Oktober, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle eine Bürgerwerkstatt. Wichtig sei es jetzt auch, Netzwerke zu knüpfen. In diesem Zusammenhang verwies er auf eine gemeinsame Stadtratssitzung der NES-Allianz am 21. Oktober in der Mehrzweckhalle, wo sich die Stadt als guter Gastgeber präsentieren möchte.

Aus einem vermeintlichen Nachteil der Stadt will Michael Kastl einen Vorteil machen: die Fläche. Das sei ein Grund, warum die Stadt einen Klimaschutzmanager eingestellt hat, der viel Wirbel mache. Demnächst will die Stadt mit Gemeinden der NES-Allianz ein Netzwerk Klimaschutz gründen.

Das alte BBZ soll langfristig auch den Hort beherbergen, den die Stadt schrittweise übernehmen wird. Ziel ist ein Hort für 100 Kinder im Jahr 2026, wenn ein solches Angebot verpflichtend wird. Momentan ist der Hort noch in den Händen der Augustiner , die der Bürgermeister sehr für ihr Engagement lobte. Aber das gehe halt nicht mehr lange.

Der für Investitionen viel zu niedrige Wasserpreis, Investitionen der Stadt in Althausen und der Aufruf an Vereine und lose Gruppen, Projekte bei der NES-Allianz einzureichen, die über das Regionalbudget gefördert werden, bildeten den Abschluss der Ausführungen des Bürgermeisters.

Er sei froh, dass so eine Versammlung wieder stattfinden kann, sagte Ortsreferent Matthias Kleren . Anderthalb Jahre lang sei dies nicht möglich gewesen. Matthias Kleren möchte künftig regelmäßig einen Stammtisch im Dorf veranstalten. "Kommen Sie auf mich zu, wenn es um Althausen geht", rief er die Anwesenden auf. "Wir haben die kurzen Wege."

Ein Fass ohne Boden?

Bei der anschließenden Bürgerdiskussion fragte Roland Bieberich, ob das alte BBZ nicht ein Fass ohne Boden sei. Das Gebäude habe die Stadt nun einmal und es sei nutzbar. Die Kommune werde kein Risiko eingehen. Erste Untersuchungen zum Zustand laufen bereits. Zu einer möglichen Erweiterung des Baugebiets Malbe in Althausen seien bereits Gespräche geführt worden, so der Bürgermeister auf Nachfrage. Die Malbe sei ein Erfolgsmodell. Es werde aber immer schwieriger, Baugebiet auszuweisen.

Südlink lasse sich nicht verhindern und nach aktuellem Stand ist die Stromtrasse P43 nicht auf Münnerstädter Gebiet geplant, sagte Michael Kastl auf eine Anfrage. Roland Bieberich sprach mehrfach marode Bäume an, städtische Flächen die nicht gemäht werden, Hecken, die sich ausbreiten können. Eine Verlegung der Stromleitungen unter die Erde wie in Brünn ist derzeit nicht vom Bayernwerk vorgesehen, informierte der Bürgermeister.

Eine ganze Reihe von Anfragen zum Baugebiet Malbe hatte André Then. Er wünscht sich unter anderem einen kleinen Bolzplatz dort, höheren Wasserdruck und vor allem, dass der Schulbus auch Mittags dort hält, wobei Antje Rink ihn unterstützte. Der Zustand des Brückengeländers auf der Lauerbrücke wurde bemängelt, abgesenkte Kanaldeckel, Parkschwierigkeiten am Friedhof und dass Münnerstadt noch immer kein großes Gewerbegebiet hat. Letzteres hätte man vor vielen Jahren angehen müssen, sagte Michael Kastl dazu. Es sei heute in Münnerstadt schlichtweg nicht möglich. Eine attraktive Werbefläche habe die Stadt im Angebot.

Die vielen Anregungen wird Kastl an seine Verwaltung weitergeben. Nach gut zwei Stunden endete die harmonische Bürgerversammlung im Gemeindesaal, in dem die Anwesenden dank der 3G-plus-Regelung wieder ohne Masken und Abstand eng beieinander sitzen konnten

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