Unterebersbach

Kiefern halten Winterstürmen nicht mehr stand

Im Forstrevier Unterebersbach des Forstbetriebes Bad Brückenau der Bayerischen Staatsforsten werden zurzeit an der St 2292 Unterebersbach - Bad Neustadt/Saale Baumfällungen erledigt, weshalb es zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen kann.
Im Forstrevier Unterebersbach des Forstbetriebes Bad Brückenau der Bayerischen Staatsforsten werden zurzeit an der St  2292 Baumfällungen erledigt. Foto: Andre Schönfeldt       -  Im Forstrevier Unterebersbach des Forstbetriebes Bad Brückenau der Bayerischen Staatsforsten werden zurzeit an der St  2292 Baumfällungen erledigt. Foto: Andre Schönfeldt
| Im Forstrevier Unterebersbach des Forstbetriebes Bad Brückenau der Bayerischen Staatsforsten werden zurzeit an der St 2292 Baumfällungen erledigt. Foto: Andre Schönfeldt

Nötig ist die Maßnahme geworden, da an dem steilen Südhang zahlreiche Kiefern aufgrund der Trockensommer 2018 und 2019 abgestorben sind und nun eine Gefährdung für den Straßenverkehr darstellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Forstbetriebes Bad Brückenau.

Blauer Kiefernprachtkäfer und Trockenheit

"Vor allem im Bereich des Saaletals und südlich der Saale haben wir massive Ausfälle bei Kiefer und Lärche, die, wie auch die Fichte, eindeutig Verlierer im Klimawandel sind", berichtet Revierleiter André Schönfeldt über die Sorgenkinder im Unterebersbacher Wald. Im Gegensatz zur Fichte, deren Hauptfeind der Borkenkäfer ist, macht der Kiefer vor allem die Trockenheit zu schaffen, die durch Wassermangel zum Absterben der Bäume führt. Oft werden die sterbenden Bäume noch zusätzlich vom Blauen Kiefernprachtkäfer (phaenops cyanea) befallen, der ähnliche Fraßgänge unter der Rinde verursacht wie der Borkenkäfer bei der Fichte, und als Sekundärschädling den Kiefern damit den Rest gibt. Erkennen kann man die absterbenden oder bereits toten Kiefern an braun-rötlichen Nadeln, sowie abfallender Rinde. Bevor diese bei den anstehenden Winterstürmen auf die Straße stürzen, müssen sie nun beseitigt werden.

Seilkran im Einsatz

"Die Holzernte an dem unzugänglichen Steilhang stellt uns vor einige Herausforderungen. Aber mit einem professionell aufgestellten Team aus Forstingenieuren, Forstwirtschaftsmeistern und Forstwirten haben wir bisher jede Herausforderung gemeistert", lobt Schönfeldt die Mitarbeiter des Forstbetriebes. Der Holzernte sind Baggerarbeiten vorausgegangen, um den Bestand überhaupt erst für die Holzernte zu erschließen, indem bereits vorhandene Erd- bzw. Rückewege instandgesetzt wurden. Da in dem Steilhang ein Seilkran nötig ist, werden die Arbeiten durch einen örtlichen Forstunternehmer im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten AöR durchgeführt, der im Besitz einer solchen Spezialmaschine ist. Zwei Waldarbeiter fällen in einem ersten Schritt die Bäume im Hang, anschließend werden bei der Seilbringung die ganzen Bäume durch einen Kettenbagger mit Seilanlage an die hangaufwärts gelegene Forststraße gezogen. Danach schneidet ein Harvester die Bäume dort in verkaufsfertige Sortimente, die dann noch von einem Forwarder bzw. Rückezug an der Lkw-befahrbaren Forststraße gepoltert, d.h. aufgesetzt werden. Das dabei anfallende Stammholz wird an Sägewerke in der Region verkauft, und das Kronenholz steht der örtlichen Bevölkerung als Brennholz zur Verfügung. Darüber hinaus bleibt aber auch noch genug Holz im Steilhang liegen, welches dann als sogenanntes Totholz der Natur zu Gute kommt. "Verdient ist an der Maßnahme nichts, da die Holzerlöse kaum die Aufarbeitungskosten decken. Die Bayerischen Staatsforsten nehmen ihre Verantwortung im Bereich der Verkehrssicherheit entlang von öffentlichen Straßen jedoch sehr ernst, weshalb hier keine Kosten und Mühen gescheut werden, um einer Gefährdung der Verkehrsteilnehmer an der St 2292 zuvorzukommen", bilanziert der Revierleiter. Die Arbeiten werden bis Ende November abgeschlossen sein.

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