Bad Kissingen

Kissinger Hospizverein feiert 25-jähriges Bestehen

Mit einer Veranstaltungsreihe aus Lesungen, Schauspiel, Kabarett, Film und Ausstellungen sowie dem Hospiztag mit Vorträgen und Ehrungen begeht der Bad Kissinger Hospizverein sein Jubiläum. Über 260 Mitglieder zählt der Verein.
Vereinsvorsitzender Reinhard Höhn zeigt das Jubiläumsplakat voller Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des Kissinger Hospizvereins. Foto: Sigismund von Dobschütz
Vereinsvorsitzender Reinhard Höhn zeigt das Jubiläumsplakat voller Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des Kissinger Hospizvereins. Foto: Sigismund von Dobschütz

Im März 1994 wurde der Hospizverein Bad Kissingen von Barbara Mayerhofer gegründet, der damaligen Lehrerin für Altenpflege im Elisabeth-Krankenhaus. Im Oktober und November feiert der im ganzen Landkreis wirkende Ehrenamtsverein, seit 2011 unter Führung des Internisten Reinhard Höhn , sein 25-jähriges Bestehen mit einer Veranstaltungsreihe aus Lesungen, Schauspiel, Kabarett , Film und Ausstellungen. Höhepunkt ist der alljährliche Hospiztag mit Vorträgen und Ehrungen.

Über 260 Mitglieder zählt in seinem 25. Jahr der Bad Kissinger Hospizverein, von denen knapp 60 Personen, davon zehn Herren, als ausgebildete Hospizbegleiter landkreisweit Schwerstkranke und Sterbende in deren letzten Wochen und Tagen bis zum Tod begleiten sowie deren Angehörige unterstützen. "Meist sind es Alleinstehende oder auch Sterbende, deren Partner mit der Situation überfordert ist", beschreibt Vorsitzender Höhn die Notwendigkeit dieser ehrenamtlichen Tätigkeit, die in Form einer späteren Gedenkfeier auch über den Tod eines Menschen hinausgeht. "Wir begleiten die Sterbenden auf einer ehrlichen Basis", schildert Höhn das enge Vertrauensverhältnis zwischen dem Sterbenden, dem zuletzt jede Hoffnung genommen ist, und seinem Hospizbegleiter. "Da darf auch mal miteinander gelacht werden. Lachen befreit von Angst."

Es darf auch gelacht werden

So ist es nicht verwunderlich, dass auch bei einigen Jubiläumsveranstaltungen gelacht werden darf. "Dann stirbt's sich nicht so schwer" ist folgerichtig der Titel des Kabarettabends mit Friedemann Jung am 9. November im evangelischen Gemeindehaus. Der 67-jährige Würzburger singt und spricht über jenen Teil des Lebens, den man nicht zu wichtig nehmen sollte. Witz ist auch in den Zeichnungen der 45 Karikaturisten zu erkennen, die vom 31. Oktober bis 15. November im Foyer der Sparkasse ausgestellt sind. Humorvoll wird es zudem am 17. Oktober beim Improvisationstheater der Tabutanten im Sparkassenpavillon zugehen. Die beiden Schauspielerinnen aus Aschaffenburg nennen ihr Programm "Sie werden lachen, es geht um den Tod."

Etwas ernsthafter wird die Auftaktveranstaltung mit dem früheren Bremer Bürgermeister Henning Scherf , der spätestens durch sein Leben in einer Senioren-WG bundesweit bekannt wurde. "Bei unserem ersten Telefonkontakt störten wir ihn gerade beim Kochen", erinnert sich Höhn. Henning Scherf wird am 10. Oktober im evangelischen Gemeindehaus aus seinem WG-Leben erzählen und sein Buch "Das letzte Tabu: Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen" vorstellen. Sehr ernst wird es schließlich beim Kinoabend am 21. November im Universum Kinopalast: Im prämierten Dokumentarfilm "Überall wo wir sind" wird ein erst 29-jähriger Berliner Tanzlehrer in seinen letzten Wochen und Tagen von der Filmkamera begleitet.

Festveranstaltung und eine Lesung

Höhepunkt der Jubiläumsreihe ist der Hospiztag am 2. November, der anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens in eine Festveranstaltung und eine Lesung aufgeteilt wird. Im Rahmen eines Festaktes um 14 Uhr im Sparkassenpavillon werden erstmals in der Vereinsgeschichte 25 Mitglieder für 25-jährige Vereinstreue mit der goldenen Ehrennadel des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes ausgezeichnet.

Außerdem werden eine langjährige Hospizbegleiterin sowie die erst 25-jährige, kürzlich von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ausgezeichnete Patricia Middelmann aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit berichten. Am Festabend um 18 Uhr im Parkwohnstift wird die bekannte TV-Moderatorin Bärbel Schäfer (55) über ihr Buch "Ist da oben jemand?" sprechen. Darin verarbeitete sie den Unfalltod ihres Bruders im Jahr 2013 sowie den ihres einstigen Lebensgefährten, der 1998 ebenfalls durch einen Verkehrsunfall starb.

Unterstützung für Hospizverein

Keine Veranstaltung des Hospizvereins, sondern eine Fremdveranstaltung zu dessen Gunsten ist die Buchvorstellung von Lesetipp-Autor Sigismund von Dobschütz . Er liest aus aktuellen Büchern am Mittwoch, 13. November, 19 Uhr, im SoLeb'Ich-Café, Ludwigstraße 23. Veranstalter ist "seitenweise. Die Buchhandlung" (Claudia Bollenbacher). Der Eintritt kommt dem Bad Kissinger Hospizverein zugute.

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