Münnerstadt

Konzept soll Fördermittel bringen

Münnerstadt lässt ein Sanierungs- und Strukturkonzept zur Wasserversorgung erstellen. So herrscht mehr Klarheit über künftige Investitionen.
Im Oktober 2019 gab es einen Rohrbruch an der Wasserleitung von Kleinwenkheim nach Großwenkheim. Das Netz kommt in die Jahre. Ein Sanierungs- und Strukturkonzept soll eine langfristige, strategische Planung ermöglichen. Foto: Archiv/Thomas Malz       -  Im Oktober 2019 gab es einen Rohrbruch an der Wasserleitung von Kleinwenkheim nach Großwenkheim. Das Netz kommt in die Jahre. Ein Sanierungs- und Strukturkonzept soll eine langfristige, strategische Planung ermöglichen. Foto: Archiv/Thomas Malz
| Im Oktober 2019 gab es einen Rohrbruch an der Wasserleitung von Kleinwenkheim nach Großwenkheim. Das Netz kommt in die Jahre. Ein Sanierungs- und Strukturkonzept soll eine langfristige, strategische Planung ermöglichen.

"Da werden manchem die Augen aufgehen", mit diesen Worten kündigte Bürgermeister Michael Kastl ( CSU ) während der Diskussion über die Gebührensenkung bei Wasser und Abwasser an, was passieren wird, wenn das Ergebnis des Sanierungs- und Strukturkonzepts zur Wasserversorgung vorliegt. Darin wird ermittelt, was die Stadt Münnerstadt in den letzten Jahren investiert hat, und wo demnächst Investitionen anfallen werden. So lassen sich dann Rücklagen für gezielte Projekte bilden und extreme Schwankungen beim Wasserpreis vermeiden. Sollte für die Stadt die Härtefallregelung gelten, dann würde es auch wieder Fördermittel für Investitionen geben, und das schlägt sich am Ende positiv auf die Gebühren nieder.

Zuletzt gab es kaum mehr Möglichkeiten, Fördermittel für Investitionen im Bereich der Wasserversorgung zu bekommen, sagt der Bürgermeister bei einem Gespräch mit unserer Redaktion. Das habe sich jetzt geändert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Härtefallregel greifen, dann sind Zuschüsse möglich. Dafür braucht die Stadt aber erst einmal ein Sanierungs- und Strukturkonzept, in dem unter anderem auch aufgelistet wird, was vorhanden ist, und wie alt das ist. Daraus lässt sich dann errechnen, was in nächster Zeit voraussichtlich an Investitionen anfällt.

Rücklagen zurückzahlen

"Wir dürfen Rücklagen bilden", sagt das Stadtoberhaupt. Diese müssen aber ganz gezielt für bestimmte Investitionen vorgesehen sein. "Ansonsten kann es passieren, dass wir die Rücklagen zurückzahlen müssen." Genau das ist ja jetzt passiert, allein beim Wasser wurden rund 800 000 Euro zurückgelegt, die nun innerhalb von drei Jahren aufgelöst werden, was eine enorme Preissenkung für diesen Zeitraum zur Folge hat. So jedenfalls lautet die Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses an den Stadtrat . Danach geht der Preis wieder hoch.

Bisher seien auch bestimmte Investitionen - beispielsweise beim Hochbehälter oder im Wasserwerk (Pumpen, Steuerung etc.) - eingeplant worden und in die Kalkulation eingeflossen. "Was bisher untergegangen ist, sind die Herausforderungen, vor die uns das Netz stellt", betont Michael Kastl. Natürlich seien auch für Reparaturen im Leitungsnetz regelmäßig Mittel in den Haushalt eingestellt worden, vom Sanierungs- und Strukturkonzept erhofft sich die Stadt Möglichkeiten, das Ganze strategisch anzugehen. "Wir werden gesagt bekommen, wie hoch der Wiederbeschaffungswert für das Netz ist." Die Stadt erfährt also, was das Netz wert ist, und was es kostet, es neu aufzubauen. "Es wird auch klare Empfehlungen geben, in welchem Zeitraum Sanierungs- und Ersatzbaumaßnahmen anstehen."

In diesem Zusammenhang betont der Bürgermeister noch einmal, dass die Einrichtung Wasser zwar im Haushalt integriert ist, es gebe aber keinerlei Vermischung zwischen der kostenrechnenden Einrichtung und dem restlichen Haushalt. Das sei ganz wichtig im Bezug auf Investitionen . "Wir müssen innerhalb der kostenrechnenden Einrichtung nach Möglichkeiten suchen, die Gebühren stabil zu halten, aber auch sinnvolle Rücklagen zu bilden", so der Bürgermeister.

In einem ersten Schritt werden nun die Bestandspläne auf den neusten Stand gebracht. In Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt wird dann ein Antrag auf Förderung des Sanierungs- und Strukturplans gestellt, denn auch dieser wird gefördert.

Das ganze Netz ist die Jahre gekommen, man müsse sich rechtzeitig mit dem Thema befassen, ist Michael Kastl überzeugt. Er verweist auf das riesige Stadtgebiet. Weil die äußersten Stadtteile Windheim und Seubrigshausen andere Wasserversorger haben, macht der Bürgermeister das Problem an den nächsten Stadtteilen fest. Wenn man in Reichenbach mit der Sanierung des Netzes anfange und in Großwenkheim angekommen sei, "dann können wir in Reichenbach von vorne anfangen". Das neue Konzept gebe der Stadt die Möglichkeit, sich langfristig und strategisch Gedanken über die verschiedenen Investitionen und deren Finanzierbarkeit zu machen. Denn mit zunehmendem Alter der Leitungen werden die punktuellen Baumaßnahmen zunehmen. Das sei zwar kein schönes, aber ein wichtiges Thema.

Mit aufgenommen werden kann beispielsweise auch der Ausbau des Schwimmbadweges. Der könnte so hergerichtet werden, dass auch bei einem Unfall keine Gefahr für die nahen Brunnen bestehe. So wäre die seit Jahrzehnten ins Auge gefasste Karlsberg-Anbindung hinfällig. "Es geht auch um die langfristige Sicherstellung unserer Wasserversorgung ", betont der Bürgermeister.

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