HAUSEN

Kritik an Michael Stürzenberger: „Vereinsinterne Retourkutsche“

(far) Die Berichterstattung über das Engagement des gebürtigen Hauseners Michael Stürzenberger bei der neu gegründeten islamkritischen Partei Die Freiheit hat vor Ort für Konflikte gesorgt. Wie Stürzenberger der Main-Post schreibt, seien einzelne Mitglieder der TSVgg Hausen wegen seiner Rolle als Stadionsprecher beim Rimini-Cup an die Organisationsleitung dieses Jugendfußballturniers herangetreten. Das Ansinnen sei gewesen, jemand wie er dürfe diese Rolle nicht mehr ausüben, weil bei dem Turnier auch ausländische Jugendliche mitspielen.

Wegen der in dem Bericht der Main-Post zitierten Kritik der Münchner CSU und eines Internetportals der SPD über Rechtsextremismus hätten viele Leser wohl den Eindruck, er sei jetzt ein „Rechtsradikaler, Rassist, Hetzer oder Ausländerfeind“, meint Stürzenberger. Dabei habe er während seiner 22-jährigen Tätigkeit als Stadionsprecher des Rimini-Cups nie „den Eindruck vermittelt, ausländerfeindlich zu sein“. Er habe sich sogar stets mit allen teilnehmenden Jugendlichen „über das völkerverbindende Ereignis dieses Jugendturniers gefreut“.

Islamkritik werde oftmals mit Ausländerfeindlichkeit gleichgesetzt, klagt Stürzenberger. Dabei, findet er, sei das Gegenteil der Fall. Im Koran lägen „die meisten Ursachen für das schlechte Integrationsverhalten vieler muslimischer Mitbürger begründet“, so Stürzenberger wörtlich.

TSVgg-Vorsitzender Eckhard Fehr bestätigte auf Anfrage die internen Anwürfe gegen Stürzenberger. Aus seiner Sicht habe es sich dabei um eine „vereinsinterne Retourkutsche“ gehandelt. Er habe diese entschieden zurückgewiesen. Er kenne Stürzenberger seit Jahren und der habe sich „immer einwandfrei“ verhalten. Man müsse Sport und Politik schon auseinander halten. Auch seine Vorstandskollegen dächten so.

Stürzenberger, der frühere Pressesprecher des Münchner CSU-Bezirksverbands, war Anfang Juni bei der Gründung des Landesverbands Bayern der Partei Die Freiheit als Beirat in den Vorstand gewählt worden. Kritik an dieser neuen Partei kam unter anderem aus der Münchner CSU. Die distanzierte sich von einigen ihrer früheren Mitglieder, die jetzt besagtem Landesverband Bayern oder deren Umfeld angehörten. Zur Begründung sprach sie unter anderem von „islamophoben Äußerungen“ dieser Ehemaligen.

Umstrittene Partei: Michael Stürzenberger (rechts) und Christian Jung, der Landesvorsitzende von Die Freiheit.
Foto: Roland Heinrich | Umstrittene Partei: Michael Stürzenberger (rechts) und Christian Jung, der Landesvorsitzende von Die Freiheit.
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