KREUZBERG

Krug und Kirche gehören zusammen

Eindrucksvoll: In einem großen Zug kamen die Wirte vor der Klosterkirche am Kreuzberg an.
Foto: Eckert | Eindrucksvoll: In einem großen Zug kamen die Wirte vor der Klosterkirche am Kreuzberg an.

(me) Auch wenn der Kreuzberg sich nicht gerade von seiner schönsten Seite zeigte, sondern nebelverhangen und regnerisch den Herbst ankündigte, ließen sich die unterfränkischen Wirte nicht davon abhalten, ihre Wirtewallfahrt mit einem festlichen Gottesdienst zu feiern. Gut 500 Wirte kamen, um zu danken und für ein weiteres gutes Jahr zu bitten. Mit dabei auch „Wirtekaplan“ Weihbischof Helmut Bauer em., der den Wirten seit 19 Jahren treu zur Seite steht.

Unter Leitung von Josef Kessler (Oberweißenbrunn), der einst den Wirtetag auf dem Kreuzberg initiierte, waren rund 100 Wallfahrter von Oberweißenbrunn zum Kreuzberg gewandert.

Überrascht über die Bedeutung des Wirtegottesdienstes war Pater Martin, der Guardian des Klosters. „Ich habe noch nie so viele Wirte auf einmal gesehen“, freute er sich über die Wallfahrt. Die Verbindung Weihbischof und Wirtsleute war neu für ihn, es war sein erster Wirtegottesdienst.

Wie eng die Verbindung zwischen Kirche und Gasthaus ist, brachte der Weihbischof in seiner Predigt deutlich zum Ausdruck. Nicht umsonst seien Wirtshäuser oft direkt neben den Kirchen zu finden, die Nähe sei nicht zufällig sondern beabsichtigt. Die Wirtsleute früherer Zeit hätten verstanden, dass ihr Beruf viel mit Jesus zu tun habe. Das Wirtshaus gebe den Raum für Begegnung unter den Menschen und für die Tischgemeinschaft.

Der Wirtegottesdienst auf dem Kreuzberg möge die Wirtsleute ermutigen und daran erinnern, welche besondere Aufgabe sie als christliche Gastgeber haben. „Gasthäuser und Kirchen haben daher nicht nur räumlich sondern auch eine innere Nähe“, so der Weihbischof.

Der Weihbischof rief die Wirte auf, auch in ihren Gaststuben ein klares religiöses Bekenntnis zu leben, durch ein Bildnis oder ein Kreuz. „Gasthäuser sind nicht überflüssig geworden, im Gegenteil, die Menschen brauchen sie und suchen sie auf.“ Und so war es dem Weihbischof ein Anliegen, mit den Gastwirten ins Gespräch zu kommen.

Beim gemütlichen Beisammensein im Antoniusbau macht er seine Runde, schüttelte Hände, fragte nach und hörte zu. Aber auch die Geselligkeit, Musik und Gesang kamen nicht zu kurz. Freudig stimmte der Weihbischof sein Lied zum Wirtetag an, die Feuerberg-Musikanten aus Langenleiten begleiteten ihn und so wurde im Laufe des Abends noch manches bekannte Rhöner Lied gesungen: „Und der Bischofs greift zum großen Krug, leert ihn fast mit einem mächt'gen Zug. Gut, dass er heut schon gepredigt hat und Prost nicht statt dem Amen sagt“, lautete eine Liedzeile, die der Weihbischof selbst verfasste.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Bad Kissingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!