Oerlenbach

Kupfer sorgt für Ungerechtigkeit

Die Gemeinde Oerlenbach will aufrüsten und dem schwächelnden Breitbandzugang in den Ortsteilen den Kampf ansagen.
Mehr Speed, bitte! Besonders in Ebenhausen hoffen einige Bürger auf ein Upgrade beim Internetzugang. Die Gemeinde hat jetzt ein Angebot von der Telekom angefordert. Foto: Peter Kneffel, dpa
Mehr Speed, bitte! Besonders in Ebenhausen hoffen einige Bürger auf ein Upgrade beim Internetzugang. Die Gemeinde hat jetzt ein Angebot von der Telekom angefordert. Foto: Peter Kneffel, dpa

"Bin ich schon drin?" Manch einem Bürger scheint dieser 20 Jahre alte Werbeslogan heute noch aktuell. Wie dieser Spruch des Tennisstars Boris Becker in den Ortsteilen Ebenhausen und Eltingshausen demnächst überflüssig werden könnte, stellte ein Telekom-Mitarbeiter in der Gemeinderatssitzung in Oerlenbach vor. Der hatte Lösungen und zugleich ernüchternde Aussichten im Gepäck.

"Einen Teil kann ich verbessern und einen Teil nicht", so Klaus Markert. Je näher jemand an einem der Multifunktionsgehäuse wohnt, desto größter seine Chancen auf eine schnelle Verbindung. Denen mit weniger Glück, spricht Manfred Greubel (FWG) aus der Seele. "Das ist doch ein Trauerspiel." Die Telekom ist in der Gemeinde Oerlenbach dran, das Netz auszubauen. Seit dieser Woche sind in Eltingshausen zwei ausgebaute Gehäuse im Betrieb. Die Bewohner sollen künftig besser, schneller und entspannter surfen. Auch Rottershausen und Oerlenbach seien erst einmal gut versorgt, meint Bürgermeister Franz Kuhn ( CSU ). Und wie geht es für den Ortsteil Ebenhausen weiter?

Keine Frage, meint Klaus Markert von der Telekom GmbH, ganz allgemein gelte: "Die Zukunft ist Glasfaser." Smart Home, Streaming, Gaming, die Vernetzung von Ärzten per Telemedizin: Schneller Datentransfer, ob privat oder gewerblich, zähle heute zur Grundausstattung einer Gemeinde - ein wichtiges Argument für die Vermarktung von Neubaugebieten und Gewerbeflächen. Im Gegensatz zu früher soll heute das Glasfaser am besten gleich bis in die Wohnung verlegt werden. Nur dann seien Zugang und Leistung bei jedem Nutzer dieselbe. "Solange Kupfer im Spiel ist, gibt es immer Ungerechtigkeiten. Gleich versorgt ist man erst, wenn alle Glas im Haus haben", sagte Klaus Markert.

Ausbau vorantreiben

Die Gemeinderäte haben sich so geeinigt: Der Telekom-Techniker soll in einem Kostenvoranschlag ein Angebot ausarbeiten: Was kostet die Gemeinde ein Upgrade des Breitband-Internetzugangs für die Ebenhäuser und wie könnte das aussehen? Für Martin Greubel steht schon heute fest: "Mir sind alle Mittel recht, um daran etwas zu verbessern. Wenn wir die Möglichkeit haben, müssen wir den letzten Schritt jetzt auch noch tun." Auf die letzten Schritte warten viele auch beim Bauprojekt der Bahn in Ebenhausen.

Provisorium am Bahnhof

Während der Umbauarbeiten soll jetzt ein Behelfsbahnsteig am Gleis 3 installiert werden. Ein 30 Meter langes Provisiorium, das später wieder demontiert werden soll. Bürgermeister Kuhn macht´s kurz: "Wir haben eh nichts zu sagen. Wir nehmen das zustimmend zur Kenntnis." Wenig Diskussionsspielraum bietet auch ein Punkt zum Thema Arbeitssicherheit. In der Wilhelm-Hegler-Halle werden Nachrüstungen fällig. Die Lüftungsanlage hat eine Absturzsicherung nötig. Nur mit einem Gittergeländer seien künftig Wartungsarbeiten möglich. Das 26 Meter lange Geländer wird knapp 7000 Euro kosten. Warum keiner der Verantwortlichen im Vorfeld an diese Anlage gedacht hat, kann der Gemeinderat heute nicht nachvollziehen.

Keine Windräder

Am Ende des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Franz Kuhn , dass sich die Zahlen der Wahl vom Wochenende bei der offiziellen Feststellung am Vorabend bestätigt haben. Die Bürger hatten in einer Abstimmung am Sonntag bei zwei Bürgerentscheiden ihre Kreuzchen gesetzt. Bei dem Ratsbegehren "pro Windkraft" und dem Bürgerbegehren "Wald vor Wind" entschieden sie darüber, ob die Gemeinde Oerlenbach in ihrem Forst auf Eltingshäuser Gemarkung eine Fläche für zwei Windenergieanlagen verpachten soll oder nicht. Zwei Drittel der Wähler stimmten dafür, dass die Gemeinde ihre Pläne, weitere Anlagen bauen zu lassen, begraben soll. Für Bürgermeister Kuhn ein eindeutiges Bekenntnis: "Wie es jetzt weitergeht? Die Windräder werden nicht gebaut - und fertig."

Holzpreise Auch in diesem Jahr zahlen die Bürger den gleichen Preis fürs Brennholz. Für Hartholz wie Eichen-Stammholz aus dem Oerlenbacher Forst werden 55 Euro pro Ster berechnet. Die gleiche Menge Weichholz, wie das der Fichte, kostet 35 Euro. Als Abgabe-Obergrenze hat die Gemeinde eigentlich 15 Festmeter pro Haushalt festgelegt. Sie stellt allerdings Ausnahmen in Aussicht. Die Gemeinde sei dieses Jahr bei der Ernte ohnehin unter ihrer festgelegten Grenze von 700 Festmetern geblieben und habe somit etwas Spielraum.

Bauen Der Gemeinderat hatte einige Bauprojekte auf der Tagesordnung, die er allesamt einstimmig absegnete: ein Bauantrag für ein Einfamilienhaus in Rottershausen samt Befreiungen von Vorschriften aus dem Bebauungsplan, ein barrierefreier Zugang zu einem Wohnhaus in Rottershausen, ein neues Scheunendach in Rottershausen, eine Grundstückerweiterung in Rottershausen und ein Anbau eines Nebengebäudes in Oerlenbach .

Bus Die Linie 8151 mit der Verbindung Maßbach-Rottershausen-Eltingshausen-Bad Kissingen wird ab September 2020 vom Omnibusunternehmen Walter Wolf aus Münnerstadt übernommen. Die Firma löst den bisherigen Dienstleister, das Busunternehmen Wolf aus Bad Kissingen, ab. Der Betrieb der Linien wird für je drei Jahre ausgeschrieben.

Sonnenschutz An der Oerlenbacher Schule werden die beiden letzten Klassenzimmer ohne mit einer Anlage zum Schutz vor der Sonne ausgestattet. Wie schon in den Vorjahren übernimmt die örtliche Firma Müller die Arbeiten. Für den Sonnenschutz der Räume im Erdgeschoss der Schule erwartet die Schule eine Rechnung in Höhe von 7616 Euro. bcs

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