Bad Kissingen

Landkreis Bad Kissingen: Bezahlen - hygienisch und schnell

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf das Bezahlverhalten der Menschen. Die Redaktion hat bei zwei regional ansässigen Kreditinstituten nachgefragt.
Zahlungsgewohnheiten ändern sich im Laufe der Zeit. Dazu hat auch die Corona-Pandemie derzeit beigetragen. Mit Bargeld lässt sich an einem solchen Terminal nicht mehr zahlen. Foto: Johannes Schlereth       -  Zahlungsgewohnheiten ändern sich im Laufe der Zeit. Dazu hat auch die Corona-Pandemie derzeit beigetragen. Mit Bargeld lässt sich an einem solchen Terminal nicht mehr zahlen. Foto: Johannes Schlereth
Zahlungsgewohnheiten ändern sich im Laufe der Zeit. Dazu hat auch die Corona-Pandemie derzeit beigetragen. Mit Bargeld lässt sich an einem solchen Terminal nicht mehr zahlen. Foto: Johannes Schlereth

Kontaktlos zahlen ist in den vereinigten Staaten von Amerika oder in den Ländern Skandinaviens bereits Gang und Gebe. Die Corona-Pandemie schiebt die Entwicklung nun auch im Landkreis Bad Kissingen an.

"Bei uns ist es so, dass man sagen kann, dass die Corona-Pandemie wie ein Turbo gewirkt hat", meint Roland Friedrich , Vorstand der Sparkasse Bad Kissingen . "Die Entwicklung, die wir vielleicht über fünf Jahre hinweg gehabt hätte, hat sich so in nur wenigen Monaten vollzogen." Denn das kontaktlose Zahlen nehme zu. Roland Geis, Vorstandssprecher der VR-Bank Bad Kissingen , bestätigt Friedrichs Einschätzung.

Bad Kissingen: Banker sieht Hygiene als Grund für den Boom

Während der Corona-Pandemie habe die Hygiene dabei einen großen Anteil gehabt, mutmaßt der Sparkassen-Vorstand. "Man muss keine Tastatur betätigen, dort sammeln sich oft Keime." Auch das Stecken der Karte in den dafür vorgesehenen Schacht am Lesegerät entfalle. "Da stecken täglich etliche Leute ihre Karte rein." Dadurch würden sich Verschmutzungen in die Schächte ein- und auf die Karten übertragen. Das ist nicht nur unhygienisch: "Auch die Technik reagiert sensibel auf den Schmutz", betont Friedrich. Einen weiteren Vorteil sieht er in der Zeitersparnis.

Kunden nutzen die Möglichkeiten

"Der Deutsche liebt zwar das Bargeld, aber das kontaktlose Zahlen wird sehr gerne genutzt", sagt Friedrich. Robert Kennaugh, zuständig für Pressearbeit bei der VR-Bank Bad Kissingen , gibt Einblick: "Wir hatten in den letzten Monaten eine massive Zunahme bei den Kartenzahlungen und einen Rekord aufgestellt: Es ist mehr als in der umsatzstärksten Zeit an Weihnachten." Inbegriffen seien hier das klassische Stecken der Karte, das Hinhalten an den Terminal oder aber die Zahlung über das Hinhalten des Smartphones oder der Smartwatch auf dem Kartendaten hinterlegt sind. Auch bei der Sparkasse seien die Transaktionszahlen laut Friedrich erheblich gestiegen.

"Vor rund vier Jahren ging das kontaktlose Zahlen bei uns mit den Kreditkarten los, da war die Nachfrage allerdings noch nicht so groß", sagt Friedrich rückblickend. Seit zwei Jahren ist das Bezahlen bei der Sparkasse Bad Kissingen auch mit dem Handy möglich. "Dabei wird die Karte virtuell auf dem Handy hinterlegt." Zum Bezahlen hält der Kunde dann das Smartphone an den Terminal. "Das Handy ist somit der verlängerte Arm der EC-Karte", beschreibt Friedrich. Meistgenutzt sei jedoch das kontaktlose Zahlen per EC-Karte. Roland Geis von der VR-Bank , fügt an: "Wir sind ebenfalls auf sämtlichen Geräten vertreten. Das Handy ist noch ein zartes Pflänzchen, das beginnt zu wachsen." Laut Kennaugh war man in dem Finanzhaus dennoch überrascht von der "starken kurzfristigen Resonanz, obwohl es nicht beworben wurde".

Die positive Resonanz erklärt sich Kennaugh auch durch die Benutzerfreundlichkeit. Der Trend, vermehrt kontaktlos zu zahlen, komme nun auf Deutschland zu.

Banker äußert sich zu Sicherheitsbedenken: Weder Versuche, noch Taten bekannt

Betrugsfälle, bei denen Kriminelle die Karte über ein technisches Gerät aus der Tasche auslesen, hat es bei der VR-Bank Bad Kissingen laut Kennaugh bislang nicht gegeben. Es habe weder den Versuch noch die erfolgreiche Tat gegeben. Wäre das ein Thema, würden wir in einem solchem Fall die Strafverfolgung einschalten." Friedrich kennt für die Sparkasse Bad Kissingen ebenfalls keine Fälle. "Es ist wohl nicht lukrativ genug und außerdem ist es gefährlich, weil eine dauerhafte Nähe zur Karte notwendig ist", sagt er.

Zu viel Skepsis?

Anfangs habe es laut Kennaugh Skepsis gegenüber der Technik gegeben. "Wir haben durch die Medien eine hohe Sensibilität unserer Kunden zum Aspekt des Datenabgreifens erlebt. Wir hatten Anfragen ob es NFC-abfragesichere Hüllen für die Karten gibt." Die Nachfrage nach solchen Hüllen sei mittlerweile "auf null zurück gegangen". Kennaugh erklärt sich den Wandel folgendermaßen: "Es ist wohl nicht so dramatisch wie es im ersten Augenblick aussah. Wir bieten mangels Nachfrage auch keine NFC-abfragesicheren Hüllen mehr an."

Kennaugh zieht den Vergleich zu den Kreditkarten vor zehn bis zwanzig Jahren. "Man hatte sie immer im Geldbeutel dabei. Irgendwann benutzt man sie und merkt: Es ist eine einfache Sache." Er meint: "Wenn man sich dran gewöhnt hat, bleibt man dabei."

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