HAMMELBURG

„Man ist einfach machtlos“

Ruß und Asche: Die Lagerhalle an der Friedhofsstraße ist nach dem Feuer von Samstag- auf Sonntagnacht komplett zerstört.
Foto: Katja Glatzer | Ruß und Asche: Die Lagerhalle an der Friedhofsstraße ist nach dem Feuer von Samstag- auf Sonntagnacht komplett zerstört.

(kgh) Immer noch geschockt blickt Michael Habel auf die Trümmer seiner Lagerhalle. „Ich kann es nicht fassen“, sagt er und reicht seiner Lebensgefährtin Susanne Memmel die Hand. Bei dem Feuer von Samstag- auf Sonntagnacht war die Halle an der Friedhofsstraße komplett niedergebrannt. 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz (wir berichteten).

„Wir waren an dem Abend zuhause. Irgendwann nahm ich Geräusche wahr, die sich anhörten wie Schüsse. Ich dachte noch, da muss etwas passiert sein“, erzählt Habel. Als dann das Martinshorn zu hören war, sei er vor die Tür getreten und habe die lodernden Flammen von seiner Lagerhalle aufsteigen sehen. „Man ist einfach machtlos, kann nichts tun“, sagt Susanne Memmel, die mitansehen musste, wie ein Teil der gemeinsamen Existenz niederbrannte.

Wie hoch der materielle Schaden sein wird, ist noch nicht absehbar, eines aber ist klar: „Er ist immens.“ Denn in der Lagerhalle befanden sich laut Eigentümer mehrere Wohnwagen, ein Motorrad und eine vollständige Werkstatteinrichtung.

„Zwei Autos konnte ich noch während des Feuers aus der Halle retten, dann hielt mich die Feuerwehr zurück, weil es zu gefährlich war“, erzählt Habel aufgelöst. Ohnmacht sei in ihm aufgekommen, als es dann noch zu einem Problem mit der Wasserbeschaffung kam. Da die Versorgung mit Löschwasser über den Hydranten in der Kirchgrundsiedlung nicht ausreichte, musste eine 600 Meter lange Schlauchstrecke von der Saale zum Einsatzort gelegt werden, erklärte Einsatzleiter Waltert Emmert der Main-Post.

Da das Feuer sich auf das danebenliegende Gebäude auszubreiten begann, musste auch dort gelöscht werden. So kam es zusätzlich zu einigen Wasserschäden, berichtet Habel.

Seine Existenz sieht er gefährdet, hat er die Lagerhalle doch für sein Unternehmen „Mike's Haushaltsauflösungen“ als Unterbringungsmöglichkeit gebraucht. Zudem seien die Anhänger zum Transportieren der Möbel Opfer der Flammen geworden. Eine Hausratsversicherung hatte Habel nicht, nur eine Brandschutzversicherung für die Lagerhalle, sagt er. „Wir halten zusammen, wir bauen das wieder auf“, spricht seine Lebensgefährtin ihm Mut zu.

Auch Helmut Schneider aus der Nachbarschaft steht noch unter Schock. Sein ganzes Herzblut steckte in seinem Wohnmobil, das komplett eingerichtet war und seine Frau und ihn auf Reisen begleitete. Er hatte es bei Habel untergestellt. „Jetzt ist nichts mehr davon übrig.“

Die Brandursache ist noch ungeklärt, heißt es aus dem Polizeipräsidiums Unterfranken. Nach Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt sei es aber wahrscheinlich, dass das Feuer im Inneren der Halle ausgebrochen ist. Hinweise auf Brandstiftung gebe es nicht. Nach Schätzung der Polizei beträgt der Schaden etwa 50 000 Euro.

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