Oberbach

Man spricht wieder miteinander

Die Bürgerinitiative "Bürgerbeteiligung Mobilfunk" und die Gemeinde Wildflecken gehen wieder aufeinander zu.
Tipps, wie man bei der privaten Nutzung seines Smartphones die Strahlungsbelastung gering halten kann, gab es in der Versammlung der Bürgerbeteiligung Mobilfunk ebenfalls.  Symbolfoto: Armin Weigel/dpa       -  Tipps, wie man bei der privaten Nutzung seines Smartphones die Strahlungsbelastung gering halten kann, gab es in der Versammlung der Bürgerbeteiligung Mobilfunk ebenfalls.  Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
| Tipps, wie man bei der privaten Nutzung seines Smartphones die Strahlungsbelastung gering halten kann, gab es in der Versammlung der Bürgerbeteiligung Mobilfunk ebenfalls. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
"Wir sind nicht gegen Mobilfunk", das stellte Michael Kirchner, der Sprecher der Bürgerbeteiligung Mobilfunk, zu Beginn der Informationsversammlung im Haus der Schwarzen Berge klar. In den vergangenen Monaten schien sich die Situation zwischen der Gemeinde Wildflecken und der Bürgerinitiative zu verhärten. Doch im Anschluss an die Informationsversammlung wurde gemeinsam beschlossen, dass der Dialog zwischen beiden Parteien wieder aufgenommen wird.

"Wir wollen mit der Gemeinde an einem Strang ziehen und suchen das Gespräch", sagte Kirchner. "Es geht uns um eine kommunikationsfreundliche, wirtschaftliche und optimale Lösung für Oberbach. Das ist nicht weltfremd, sondern in die Zukunft gerichtet." So werde nun ein Gesprächstermin mit den Verantwortlichen der Gemeinde und den drei Bürgermeistern gesucht, um das Thema zu besprechen.

Seit längerem gibt es in Oberbach Kontroversen, was die Mobilfunkversorgung angeht. Schon 2003/2004 sei es um einen Standort am Hochbehälter gegangen. Die Bürgerinitiative sprach sich für eine Standort-Analyse aus, um alternative Standorte aufzuzeigen. "Wir sind für eine Optimierung der Mobilfunkversorgung", fasste Kirchner zusammen.

Im Informationszentrum gab zunächst Jörn Gutbier einen Fachvortrag. Er sprach über gesundheits- und umweltschädigende Wirkungen elektromagnetischer Felder, zeigte wissenschaftlich belegte Risiken auf, bewertete die geltenden Grenzwerte und wies auf Alternativen und die Zukunft der mobilen Kommunikation hin.

Es war ein sehr technisch bezogener Vortrag. Aber er gab auch Tipps zum privaten Umgang mit dem Smartphone. Er machte auf die Risiken elektromagnetischer Belastungen im Wohnbereich aufmerksam und gab Tipps zur Reduzierung. "Die Strahlung ist da, der Mensch hat kein Sinnesorgan, um sie wahrzunehmen."

Was die Situation in Oberbach angehe, setze die Bürgerinitiative auf das sogenannte "Dialogische Verfahren". In Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung könnten Standortalternativen innerhalb des vom Betreiber angegebenen in Frage kommenden Bereichs vergleichend untersucht werden. Zielsetzung bei allen Bemühungen sei stets die Immissionsminimierung, betonte Kirchner.

Die Bürgerinitiative habe im Mai dieses Jahres der Gemeinde Wildflecken angeboten, sich an den Kosten dieses "Dialogischen Verfahrens" zu beteiligen oder sogar die Kosten komplett zu tragen. Doch der Gemeinderat habe dagegen entschieden. Kirchner verwies auf Aussagen des Bürgermeisters, dass vom Mobilfunkbetreiber mehrere Alternativstandorte untersucht worden seien. Der Standort am Hochbehälter sei danach der Geeignetste.
Die Bürgerinitiative gehe nun davon aus, dass die Standortanalyse nicht unter Optimierungsaspekten des Immissionsschutzes, sondern aus rein technischer und wirtschaftlicher Sicht stattgefunden hat. So sei der Ortsteil Eckartsroth gänzlich ausgeblendet worden. Es dränge sich der Bürgerinitiative die Frage auf, ob es dem Mobilfunkbetreiber um die Versorgung der Ortschaft oder vorrangig um die Abdeckung der Staatsstraße gehe.

"Zwei Standorte außerhalb der Gemeinde, und zwar unterhalb und oberhalb der Gemeinde Oberbach, im Bereich der Staatsstraße, würden unter Einbeziehung des bestehenden Senders am Totnansberg sogar eine Versorgung aller Oberbacher Ortsbereiche einschließlich Eckartsroth, einschließlich der Staatsstraße ermöglichen und dies bei gleichzeitiger Reduzierung der Strahlenbelastung", erklärte Kirchner.

Weitere Probleme seien die künftige Bestückung des Mobilfunkmastes, bei dem die Kommune künftig keinerlei Mitspracherecht mehr habe, wenn weitere Mobilfunkbetreiber aufgeschaltet werden.

Die Oberbacher Bürgerinitiative Mobilfunk habe als letzte Maßnahme im Dialog die Möglichkeit, den Sachverhalt juristisch prüfen lassen. Kirchner: "Es geht uns nicht darum, mit der Gemeinde zu streiten, sondern die optimale Lösung zu finden. Wir wollen nicht klagen."
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Bad Kissingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Oberbach
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!