Münnerstadt

Maria Bildhausen: Wo die Kunst viel Raum hat

Werke von Bernar Venet und Kurt Grimm sind auf dem Rindhof Maria Bildhausen zu einem Skulpturenpark verschmolzen. Und dabei wird es nicht bleiben.
Galerist Thomas Pfarr, Kunstliebhaber Rudolf Weigand, Künstler Kurt Grimm und Architekt Ulrich Zühlke betrachten das Kunstwerk Entwicklung G9. Foto: Thomas Malz       -  Galerist Thomas Pfarr, Kunstliebhaber Rudolf Weigand, Künstler Kurt Grimm und Architekt Ulrich Zühlke betrachten das Kunstwerk Entwicklung G9. Foto: Thomas Malz
Galerist Thomas Pfarr, Kunstliebhaber Rudolf Weigand, Künstler Kurt Grimm und Architekt Ulrich Zühlke betrachten das Kunstwerk Entwicklung G9. Foto: Thomas Malz

Rudolf Weigand und Sohn Marco haben viel investiert in den letzten Jahren auf dem Rindhof Maria Bildhausen. Nach und nach werden die Gebäude saniert. Nicht nur bei den Golfern ist der Rindhof sehr beliebt. Jetzt ist eine Attraktion hinzugekommen. Im Eingangsareal steht eine Skulptur des französischen Künstlers Barnar Venet, dazu über das großzügige Gelände verteilt sieben Plastiken des fränkischen Künstlers Kurt Grimm aus Kleinrinderfeld. "Meiner Meinung nach ein perfektes Zusammenspiel - ein Gesamtkonzept", sagt Galerist Thomas Pfarr von der Galerie Pfarr im Heimatspielhaus.

Über Walter Smerling, dem Vorsitzenden der Stiftung Kunst und Kultur e.V Bonn, haben die Weigands Kontakt zu Bernar Venet geknüpft. Der weltbekannte Künstler , dessen Werke unter anderem in Berlin und am Schloss Versailles zu finden sind, kam auch zum Rindhof, sagt Architekt Ulrich Zühlke. Die Weigands wollten ein Kunstwerk und Bernar Venet wollte wissen, wo es stehen soll. Nun gehört Münnerstadt zu den ganz wenigen Orten in Deutschland, wo eine Skulptur von Venet zu finden ist.

Jetzt kommt Galerist Thomas Pfarr ins Spiel. "Ich bin beauftragt worden, einen Skulpturenpark zu gestalten", sagt er. Unterstützung hat er durch Ulrich Zühlke bekommen. "Wir hatten keine Auflagen", sagt der Architekt . Nur eine: "Es sollte ein mindestens genauso bedeutender Künstler sein."

Zwei Künstler - eine Formensprache

Den hatte Thomas Pfarr längst im Kopf. "Kurt Grimm hat eine ähnliche Formensprache wie Bernar Venet", sagt er. So haben sie zusammen ein Konzept erstellt und die Werke ausgewählt. Alles dreht sich um die Venet-Plastik, die das Zentrum der Installation bildet. "Ich habe seine Arbeiten schon immer verfolgt", sagt Kurt Grimm über seinen Künstlerkollegen. "Ich bin begeistert, er ist nicht umsonst so berühmt."

Dass Thomas Pfarr Kurt Grimm ausgewählt hat, ist kein Zufall. Die beiden kennen sich seit Jahren, Werke des Kleinrinderfelder Künstlers sind in der Galerie im Heimatspielhaus zu finden. "Da habe ich einen eigenen Raum und da bin ich stolz drauf", sagt Kurt Grimm. Zusammen haben sie sieben Plastiken auf dem großzügigen Areal installiert. Entwicklung G9, Zusammenhalt G1, Turbulenz, Aufschwung 3, Aufstrebend 2 und das Paar, so heißen die Kunstwerke, haben je einen Sockel aus Sichtbeton oder Muschelkalk bekommen. Nur die "Schichtung", ein Unikat aus Eisen brauchte keinen. "Wir konnten eine moderne Sitzgarnitur mit der Plastik aufwerten", sagt Thomas Pfarr. "Diese Sitzgelegenheit war schon hervorragend gestaltet, es hat nur noch das I-Tüpfelchen gefehlt."

Akteure hatten freie Hand

Die Weigands haben den drei Akteuren freie Hand gelassen, wofür sie auch sehr dankbar sind. "Wir waren keinen Zwängen unterworfen, das ist das Schönste", sagt Kurt Grimm. Es passt alles zusammen. Ulrich Zühlke hebt die unverbaute Landschaft um den Golfplatz herum hervor. Es sei eine schöne Gelegenheit für Kurt Grimm, seine Kunst zu präsentieren. Und das weiß der Künstler zu schätzen. "Wo kann man schon so viele Werke dauerhaft präsentieren?", fragt er.

"Das ist erst der Anfang", sagt Rudolf Weigand dazu. "Es geht Stück für Stück weiter." Erste Kontakte mit weiteren namhaften Künstlern sind bereits geknüpft. Die Reaktionen auf die vorhandenen Kunstwerke von Bernar Venet und Kurt Grimm seien sehr unterschiedlich. "Es reicht von himmelhoch jauchzend bis verrostetes Zeug." Kritikern, die mit der zeitgenössischen Kunst wenig anzufangen können, pflegt der Inhaber des Rindhofs zu sagen, dass die Skulpturen noch nicht fertig seien. "Die werden noch weiß gestrichen." Die Kunstwerke auf dem Rindhof sind frei zugänglich und können jederzeit besichtigt werden.

Die Künstler

Bernar Venet wurde am 20. April 1941 in Chateau-Arnoux geboren. Schon früh widmete er sich der Malerei. Nach der Schule studierte er in Nizza an der städtischen Schule für Gestaltende Kunst. Er widmete sich in den 1960er Jahren der Auseinandersetzung mit Malerei, Zeichnung und Fotografie, konzipierte ein Ballett und zog sich 1971 von der künstlerischen Tätigkeit zurück. Venet konzentrierte sich auf kunsttheoretische Fragen, unterrichtete 1974 an der Pariser Universität Sorbonne Kunst und Kunsttheorie, um dann von 1976 an wieder künstlerisch zu arbeiten. Damals begann er Stahlskulpturen herzustellen. In den 1990er Jahren erreichte Bernar Venet in großem Maße internationale Resonanz. Während er oft ausschließlich als Bildhauer wahrgenommen wird, verfolgte er systematisch seine anderen künstlerischen Ausdrucksformen. Werke von ihn sind in Deutschland in Berlin, Bonn, Köln und Maria Bildhausen zu sehen. Quelle: Wikipedia

Kurt Grimm wurde 1960 in Würzburg geboren, lebt und arbeitet in Kleinrinderfeld. Er absolvierte eine Ausbildung an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim, arbeitete danach als Holzschnitzer und Steinmetzgeselle. Seit einer weiteren Ausbildung an der Freien Kunstschule Nürtingen ist er als freischaffender Bildhauer tätig. Er ist Dozent an der Holzschnitzschule Bischofsheim und der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Für den Bildhauer Kurt Grimm spielt der Verschneidung von Form und Inhalt eine große Rolle. Die gewählten, kreisförmigen Grundkörper haben einen Bezug zu Raum und Bewegung. Die Wahl der Form verleiht dem Objekt eine Dynamik, die sowohl mit dem Betrachter, als auch mit dem Raum interagieren soll. Ab Samstag, 4. Juli, stellt Kurt Grimm zusammen mit Jörg Künkel im Spitäle an der Alten Mainbrücke aus (bis 26. Juli). red

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