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Maschinenring Saale-Rhön: Rudolf Weber folgt auf Siegfried Brand

Nach 30 Jahren gibt es einen Führungswechsel im Maschinenring Saale-Rhön. Außerdem löst Werner Rink die langjährige Geschäftsführerin Brigitte Haas ab. Landwirte geben sich kämpferisch.
Werner Link (rechts) ist seit Jahresbeginn Geschäftsführer des Maschinenrings Saale-Rhön. Fotos: Hilmar Ruppert       -  Werner Link (rechts) ist seit Jahresbeginn Geschäftsführer des Maschinenrings Saale-Rhön. Fotos: Hilmar Ruppert
| Werner Link (rechts) ist seit Jahresbeginn Geschäftsführer des Maschinenrings Saale-Rhön. Fotos: Hilmar Ruppert

Nach fast 30 Jahren als Vorsitzender des Maschinenrings Saale-Rhön trat Siegfried Brand bei der jüngsten Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Wahl an. Mit 59 von 64 Stimmen wurde Rudolf Weber zum Nachfolger gewählt. Weber pausierte die vergangenen fünf Jahre, war aber davor bereits 20 Jahre Stellvertreter. Da er selbst in der Maschinenring GmbH Umsätze mache, knüpfte er die Wahl an die Bedingung, dass ein Ausschuss für Controlling gebildet werde, der jederzeit Einsicht in die Auftragsvergabe habe. Stellvertretender Vorsitzender Daniel Lambrecht stellte sich zur Wiederwahl. "Wir sind nur zwei Prozent der Bevölkerung, müssen aber Sprachrohr werden", sagte er. Man müsse auch nicht mehr mit dem Traktor zur Demo fahren. Für seine Wiederwahl erhielt er 62 Stimmen. Auch Geschäftsführerin Brigitte Haas wurde mit einem Präsent verabschiedet, Nachfolger ist seit Jahresbeginn Werner Link.

Kritik an zu vielen Auflagen

Was auf die Bauern zukomme, sei in den Demonstrationen dieses Winters deutlich geworden, klagte der bisherige Vorsitzende Brand die Situation an. Mit der Trockenheit nicht genug lasse die Politik ein Fallbeil nach dem anderen auf die Bauern herab. Er vermisse immer mehr die Anwendung der Erkenntnisse von Fachbehörden. Juristen bestimmten die Agrar-Politik - getragen von der Angst vor EU-Sanktionen. "Umso wichtiger finde ich es, dass wir in unserem - wenn auch kleinen - Verantwortungsbereich verantwortungsvoll arbeiten", sagte Brand. Er bedankte sich bei allen, die in sozialen Notfällen - sei es Krankheit, Schwangerschaft oder Unfällen - in den bäuerlichen Familien Dienst taten, und bei der Geschäftsführung und den Bürodamen, die diese Dienste vermittelten. Dem neuen Vorsitzenden wünschte er einen nahtlosen Übergang.

Aktuell 592 Mitglieder

Der Maschinenring hat aktuell 592 Mitglieder und 33 Fördermitglieder, die insgesamt rund 32 400 Hektar bewirtschaften. Darunter sind 251 Voll-, 253 Neben- und 14 Zuerwerbsbetriebe. Die Maschinenringarbeit wies im abgelaufenen Jahr einen Verrechnungswert von 2 837 800 Euro auf. Das bedeute 5077 Euro je Mitglied und rund 87 Euro je Hektar landwirtschaftliche Fläche. Den Ausgaben in Höhe von 152 000 Euro ( Personalkosten , Geschäftsaufwand sowie Werbe- und Reisekosten) standen Einnahmen von 144 000 Euro (Mitgliedsbeiträge, Staatliche Förderung, Beiträge und Gebühren) gegenüber. Für das laufende Jahr erwarte der Maschinenring einen kleinen Überschuss, Eigenkapital sei noch vorhanden.

Oliver Rous, Geschäftsführer des Kuratoriums Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe (KBM) in Neuburg an der Donau referierte in der gut besuchten Jahreshauptversammlung über "Die Zukunft der Maschinenringe". Mit der Verschärfung der Düngeverordnung würden Erträge zurückgefahren. Schon jetzt hätten 90 Prozent der Betriebe weitere Einkommensquellen neben der Landwirtschaft , in den nächsten zehn Jahren werde die Anzahl der Betriebe um 25 Prozent zurückgehen. Die Dienstleistungsangebote gestalteten sich anspruchsvoller und komplexer. Die klassische Maschinenring-Förderung bekomme mit den Themen Umwelt, Wasser, Natur, Luft und Bio eine neue politische Ausrichtung.

"Wenn es keinen Maschinenring gebe, müsste er erfunden werden", sagte Oliver Kröner, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt. "Nur protestieren funktioniert nicht, wir müssen gesprächsbereit bleiben", sagte Kreisobmann Edgar Thomas . Die Gesellschaft habe einen Anspruch, den man aber zu diesen Preisen nicht erfüllen könne. Er bedankte sich für die geleistete Betriebshilfe und beim scheidenden Vorsitzenden Brand für die gute Zusammenarbeit. "Wenn viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, entsteht etwas Großes", zitierte er. Grußworte sprachen auch Landrat Thomas Bold , der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (beide CSU ) sowie die Bundestagsabgeordnete und Landratskandidatin Manuela Rottmann (Grüne).

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