Maßbach

Maßbach: Freude über Spielbeginn im Juli

Zu Beginn der Corona-Krise musste das Schlosstheater alle Auftritte absagen. Nach Pfingsten dürfen die Schauspieler endlich wieder proben - natürlich mit Abstand.
Bereits vor der Corona-Krise probte man im Theater Schloss Maßbach Szenen der Komödie 'Honig im Kopf' von Florian Battermann.
Bereits vor der Corona-Krise probte man im Theater Schloss Maßbach Szenen der Komödie "Honig im Kopf" von Florian Battermann. Foto: Sebastian Worch

"Wir können uns das in der Praxis noch nicht so ganz vorstellen, aber wir freuen uns schon", sagt Theaterchefin Anne Maar zur Ankündigung des Freistaats vom 26. Mai. Da beschloss das Münchner Kabinett nämlich unter anderem, dass die bayerischen Theater nach den Pfingstferien wieder öffnen dürfen, allerdings unter Einhaltung bestimmter Abstands- und Hygiene-Regeln. Das  Maßbacher Theater-Ensemble hatte in den vergangenen Wochen die Hoffnung freilich nicht aufgegeben, im Sommer wenigstens auf der Freilichtbühne Stücke der neuen Saison spielen zu können.

Eins haben Maar und ihr Team auch längst ausgetüftelt: Damit der gebotene Mindestabstand zwischen den Besuchern gewahrt wird, können höchstens 70 bis 80 Personen auf der eigentlich für 326 Besucher ausgelegten Tribüne Platz nehmen. Denn jede zweite Zuschauerreihe muss frei bleiben, sagt die Theaterleiterin im Gespräch mit der Redaktion. Egal wie viele Personen aus einem gemeinsamen Haushalt die Vorstellung besuchen, so müssen neben jeder dieser Gruppen - und sei dies auch nur eine einzelne Person - drei Plätze frei gelassen werden.

Umfassendes Konzept entwickelt

"Das Konzept für den Besuch einer Vorstellung ist also sehr aufwändig." Karten können nur noch telefonisch bestellt werden und werden zugeschickt, erklärt Maar weitere Neuerungen. Es gibt also keine Abendkasse mehr. "Und weil es bei uns so eng zugeht, müssen die Besucher vor Beginn der Vorstellung auf ihre Sitzplätze gerufen werden." Allein sechs Mitarbeiter werden also am Einlass bereitstehen, um die Gäste anzuweisen, die ja auch ihre Adressen hinterlassen müssen. Zur Pause wird es ähnlich ablaufen, erklärt die Theaterchefin das geplante Szenario.

Theaterleiterin Anne Maar bei einer Theaterprobe im Sommer 2019.
Theaterleiterin Anne Maar bei einer Theaterprobe im Sommer 2019. Foto: Archiv Isolde Krapf

"Wir werden Reihe und Platznummern aufrufen, damit sich die Besucher zu dem für sie gültigen Ausgang hin orientieren können." Auch im Aufenthaltsbereich werde es Markierungen und Absperrungen geben müssen, so Maar weiter. Ob das alles wie geplant klappt? "Wir müssen bei allem große Vorsicht walten lassen. Und natürlich bleibt bei all dem Neuen, das umzusetzen ist, auch irgendwie ein mulmiges Gefühl", sagt Maar. Sie und ihre Theater-Crew stünden jedenfalls voll hinter dem andersartigen Besucher-Konzept, das jetzt auch vom Bad Kissinger Gesundheitsamt genehmigt wurde. "Wir freuen uns und sind sehr gespannt."

Proben-Beginn nach Pfingsten

Am 27. Mai traf man sich im Theater zur internen Besprechung, um das Besucherkonzept nochmals unter die Lupe zu nehmen. "Wir haben jüngst auch überlegt, mal alles durchzuspielen, zu filmen und dann auf die Homepage zu stellen, damit die Besucher wissen, was sie beachten müssen." Geplant ist laut Maar zudem ein Merkblatt mit den wichtigsten Verhaltensmaßnahmen für die Gäste, das dann mit den bestellten Karten verschickt werden kann.

Die Proben auf der Bühne sollen nach Pfingsten beginnen - natürlich auch mit der gebotenen Vorsicht, so Maar weiter. Die Schauspieler müssen vorher mit dem Fieberthermometer ihre Temperatur messen und sich die Hände desinfizieren - und dann auf der Bühne natürlich Abstand halten. Mit den Proben zu "Honig im Kopf" hatten die Schauspieler gerade begonnen, als die Corona-Krise Mitte März ausgerufen wurde. Jetzt steht das Stück als erstes wieder auf dem Spielplan. Regisseurin Sandra Lava hat sich dazu etwas Topaktuelles ausgedacht: Ein paar der Schauspieler werden, ganz zeitgemäß, mit Mund-Nasen-Schutz auf der Bühne agieren.

Erste Aufführung am 3. Juli geplant

Die anrührende, aber in Teilen auch komische Geschichte um das Mädchen Tilda und ihren an Alzheimer erkrankten Opa Amandus stand eigentlich auf dem Spielplan der letzten abgelaufenen Theater-Saison und wird nun mit frischem Elan in den neuen Theatersommer überführt. Die erste Aufführung ist für den 3. Juli geplant. "Premiere ist an einem Freitag. Aber wir planen dann, jeweils von Mittwoch bis Sonntag zu spielen", sagt Maar und hofft, dass die treuen Abonnenten mitziehen und auch unter der Woche zu den Aufführungen kommen.

Mit dem Bühnenstück 'Der Schimmelreiter' nach der Novelle von Theodor Storm feierten die Schauspieler der Unterfränkischen Landesbühne Anfang März 2020 erste Erfolge. Doch dann kam Corona.
Mit dem Bühnenstück "Der Schimmelreiter" nach der Novelle von Theodor Storm feierten die Schauspieler der Unterfränkischen Landesbühne Anfang März 2020 erste Erfolge. Doch dann kam Corona. Foto: Archiv Sebastian Worch

Unter den andersartigen Bedingungen während der Corona-Pandemie können jetzt nicht alle ursprünglich geplanten Stücke aufgeführt werden, bedauert die Leiterin der Unterfränkischen Landesbühne. "Sechs Produktionen mussten wir absagen, zum Teil wurden sie in die nächste Spielzeit verschoben." Zum Glück war das Programm für die neue Saison noch nicht gedruckt, als das Thema Corona in den Mittelpunkt rückte, so Maar weiter.

Die Sorge um die Zukunft bleibt

Geplant sind in der aktuellen Spielzeit nun sieben Abendstücke, drei Schauspiele für Kinder und eins für Jugendliche. Ein paar Unwägbarkeiten gebe es jedoch auch bei dieser Planung noch, sagt Maar. Denn die Kinderstücke werden nur in den Gastspielhäusern in Schweinfurt, Aschaffenburg und Neuburg gezeigt. Doch wie man dort mit den Theateraufführungen umgeht, darüber sei noch nichts bekannt. Zudem stelle sich die Frage, ob sich dort genug Kinder zu den Vorstellungen anmelden werden. Andererseits müssten aber für die Kinderstücke jetzt bald einzelne Schauspieler neu verpflichtet werden.

Trotz aller Planungen bleibe bei den Schauspielern und Mitarbeitern - insgesamt 40 Personen - weiterhin die Sorge um die Zukunft, weiß die Theaterchefin. Denn niemand könne voraussehen, wohin die Reise geht. In den vergangenen Wochen waren die meisten aus dem Team in Kurzarbeit. Ab Juni werden ein paar von ihnen wieder Vollzeit arbeiten, dann aber im Juli wohl wieder in Kurzarbeit gehen, beschreibt Maar die jetzige Lage. "Aber wir sind auch optimistisch, weil wir jetzt überhaupt wieder spielen können."

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