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Meinung zum Artensterben in der Premich: Aus den Augen, aus dem Sinn?

In dem Flüsschen zwischen Steinach und Premich stirbt eine geschützte Tierart aus. Reporter Johannes Schlereth hat dazu eine klare Meinung.
In der Premich sterben derzeit Bachneunaugen. Foto: Johannes Schlereth       -  In der Premich sterben derzeit Bachneunaugen. Foto: Johannes Schlereth
| In der Premich sterben derzeit Bachneunaugen. Foto: Johannes Schlereth

Es ist verrückt. Da gibt es eine streng geschützte Tierart , die mangels Lobby gerade vor unserer Haustür stumm wegstirbt. Und das im Biosphärenreservat Rhön , das sich unter anderem den Naturschutz auf die Fahne geschrieben hat. Wo man mit einem Aufschrei rechnen müsste, passiert nichts.

Mängel an der Premicher Kläranlage sind seit langem bekannt. Passiert ist wenig. Da stellt sich die Frage, welchen Wert Begriffe wie Natura 2000 Fläche, Wasserschutzgebiet , Flora-Fauna-Habitat eigentlich noch haben.

Fast kafkaesk - und moralisch höchst fragwürdig - mutet der Bescheid zur Erhöhung des Phosphorwertes an. Auf völlig legalem Weg, die Gesetze geben es her, darf dieser erhöht werden. Der Gesetzesgeber legalisiert die Verschlechterung, trotz des Verschlechterungsverbots.

Schon einmaliges Überschreiten eines Wertes kann für die Tiere im Bach tödlich sein. Eine für die Fische ungefährliche Durchmischung des Wassers ist wohl kaum noch gegeben. Das zeigen Abwasserpilz und Artenschwund eindrücklich. Ja, auch Wehre beeinträchtigen den Lebensraum der Fische. Die Hauptindizien weisen jedoch auf eine andere Fährte.

Wie es auch sei: Für beide Problemfelder sind nur wenige oder keine konkreten Taten zur Verbesserung vorzuweisen. Das Bachneunauge - zermalmt in den Mühlen der Bürokratie . Es stellt sich die Frage, wozu überhaupt Bestandsaufnahmen gemacht werden, wenn niemand sie zu Rate zieht.

Der Bau einer Kläranlage ist komplex und braucht Zeit. Aber Zeit hatten die Beteiligten genug. In über 15 Jahren muss es doch möglich sein, eine Kläranlage auf einen aktuellen, zeitgemäßen Stand zu bringen?

Die Verpflichtung dazu besteht nach meinem Dafürhalten nicht nur aufgrund des Verschlechterungsverbots, sondern auch wegen der Lage der Kommune mitten im Biosphärenreservat .

Große Ratlosigkeit, wie zu handeln ist, dürfte bei den Zuständigen eigentlich nicht herrschen. Der Managementplan gibt genaue Ansätze vor, die die Behörden ja auch zum Teil zitieren.

Nur: Warum dauert das Umsetzen des Zitierten so lange?

J.Schlereth@infranken.de

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