HAMMELBURG

Minister Huber ließ Ziegen ausschwärmen

Minister Huber ließ Ziegen ausschwärmen

Freundlich blökend harrte die Ziegenherde am Hammelberg während der Politikerreden aus. So lange, bis der bayerische Umweltminister Marcel Huber unter Anleitung von Hirtin Sandra Hoch den Pferch öffnete. Die 20 „natürlichen Rasenmäher“ schwärmten aus, um sich an saftigem Gras, Schlehentrieben und Obstblüten satt zu essen.

Zur morgendlichen Auftraktveranstaltung im Grünen für das „Life+Projekt MainMuschelkalk“ herrschte gute Laune bei Ehrengästen aus Landwirtschaft, Tourismus und Behörden. Rechtzeitig zum Gesang der Westheimer Kindergartenkinder vertrieb die Sonne den Nebel. Im gleißenden Licht überreichte der Minister einen symbolischen Scheck in Höhe von 2,56 Millionen Euro. Damit sollen landkreisübergreifend vom Landkreis Bad Kissingen über Main-Spessart bis nach Würzburg Trockenmagerrasenstandorte gepflegt werden. Auf ihnen ist durch kleinbäuerliche Bewirtschaftung in den vergangenen Jahrhunderten eine ungewöhnliche Artenvielfalt entstanden. Nun gilt es, die Verwaldung und Verbuschung zu stoppen.

Die Anstrengungen sind vielfältig. So halten die drei beteiligten Landkreise künftig eine Ziegenherde. 300 Tiere will Hirtin Sandra Hoch (24) mit ihrem Schäferhund durch die Landschaft führen. Die gebürtige Brandenburgerin kam 2010 nach Ginolfs in die Rhön und hat nun eine neue Aufgabe gefunden. Zum Erhalt der Landschaft tragen auch Pflegeverbände und Schafhalter bei. Für die beteiligten Schafhalter ist das Projekt ein wichtiges Standbein.

Um die intakte Natur werde Bayern weltweit beneidet, betonte Umweltminister Huber. Riesig sei der Nutzen des Projekts für den Tourismus. Huber nutzte die Gelegenheit, den Kommunen für die Bereitstellung von Flächen für das Biosphärenreservat Rhön zu danken.

 

Vorgesehen ist im Rahmen von „MainMuschelkalk der Ankauf von schützenswerten Flächen, die Entwicklung neuer Beweidungsformen und die Anlage von Musterweinbergen sowie dem Erhalt alter Mauern. Ein besonderes Augenmerk gilt den Streuobstflächen.

Gearbeitet wird daran, die Natur jungen Menschen über Smartphone erfahrbar zu machen. An Punkten in der Landschaft sollen Informationen abrufbar sein. Anders, als Informationstafeln ist die Technik nicht Witterung und Zerstörung ausgesetzt.

Landrat Thomas Bold dankte der Europäischen Union, dem Land Bayern, dem Bayerischen Naturschutzfonds, den Landkreisen und der Stadt Würzburg für die Bereitstellung der Mittel. Er hofft, dass durch das Projekt in der kommunalen Zusammenarbeit Landkreisgrenzen überwunden werden. Federführend ist der Landkreis Main-Spessart mit der Arbeitsgemeinschaft HS&Z sowie Faust Landschaftsarchitekten. „Ich wünsche die nötige Geduld und das Geschick, die manchmal auch gegenläufigen Interessen unter einen Hut zu bringen“, sagte Bold.

Den Startschuss versüßte ein stilvolles Buffet belegter Brote mit heimischen Erzeugnissen. Es hatten städtische Mitarbeiter auf einer Weinbergsmauer arrangiert. Der Umweltminister hatte nichts davon. Er musste gleich weiter. Andere hielten es länger aus, wie Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal.

 
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