Bad Kissingen

Ministerin Trautner: "Hier wird Gutes getan"

Die bayerische Staatsministerin für Familien, Arbeit und Soziales besuchte den Heiligenhof. Dabei erfuhr sie viel über die Arbeit, aber auch über die derzeitigen Probleme, die die Verantwortlichen drücken.
Die Erweiterung des Heiligenhofes war ein wichtiges Thema beim Besuch von Sozialministerin Carolina Trautner (Zweite von rechts). Anhand eines Modells erklärten ihr Stiftungsdirektor Steffen Hörtler (von links), der Stiftungsratsvorsitzende Hans Knapek und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinfried Vogler das Vorhaben. Foto: Dieter Britz       -  Die Erweiterung des Heiligenhofes war ein wichtiges Thema beim Besuch von Sozialministerin Carolina Trautner (Zweite von rechts). Anhand eines Modells erklärten ihr Stiftungsdirektor Steffen Hörtler (von links), der Stiftungsratsvorsitzende Hans Knapek und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinfried Vogler das Vorhaben. Foto: Dieter Britz
| Die Erweiterung des Heiligenhofes war ein wichtiges Thema beim Besuch von Sozialministerin Carolina Trautner (Zweite von rechts).

Carolina Trautner , die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, zeigte sich begeistert. "Hier wird Tradition bewahrt und dabei mit der Zeit gegangen. Hier wird sehr viel Gutes geleistet", lobte die CSU-Politikerin , als sie am Donnerstag dem Heiligenhof einen Besuch abstattete und mit Vorstands- und Stiftungsratsmitgliedern der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk diskutierte.

Im Mittelpunkt standen nicht nur die Erweiterungspläne der Stiftung. Es ging auch um die Probleme durch die Corona-Pandemie, die zu einem starken Rückgang der Belegung geführt haben. Sie bekam auch einen Überblick über die Arbeit, die hier seit 1952 geleistet wird und sich immer mehr ausgeweitet hat. Mit dabei waren auch Bezirksrätin Karin Renner ( CSU ) und der neue Bad Kissinger Oberbürgermeister Dirk Vogel ( SPD ), der von Amts wegen in Zukunft dem Stiftungsrat angehört.

"Wir brauchen dringend den Speisesaal neu, wir müssen in der Küche etwas tun, denn die Konkurrenz schläft nicht", bekam die Ministerin schon beim Rundgang durch den Heiligenhof von den Verantwortlichen zu hören.

Zusätzliches Gebäude

Dazu soll im Anschluss an den jetzigen Gebäudekomplex ein zusätzliches Gebäude entstehen. Anhand eines Modells konnten Stiftungsdirektor Steffen Hörtler und der Stiftungsratsvorsitzende Hans Knapek auch zeigen, wie das exakt aussehen soll. "Wir dürfen das trotz Corona nicht auf die lange Bank schieben, denn der Bedarf ist da. Je länger wir warten, desto teurer wird es", betonte Hörtler.

Die laufenden Betriebskosten des Heiligenhofes würden von der Stiftung getragen, aber bei notwendigen Investitionen sei Hilfe von außen nötig. Die Kosten betragen etwa fünf Millionen Euro, hieß es. Die Stiftung hofft auf zwei Millionen aus der Staatskasse, den größeren Teil von drei Millionen will sie als Eigenanteil selbst aufbringen. "Ich hoffe, dass wir eine Lösung für die jetzt noch schwierige Situation finden", sagte dazu die Ministerin , die andeutete, dass sie auch Unterstützung im Kabinett in München habe. Zu den Wünschen gehört aber zum Beispiel auch ein schnelleres Internet. Rumänische Studenten , die im Haus zu Gast waren, lobten das Haus sehr, merkten aber an, dass besagtes Internet in ihrem Land sehr viel schneller funktioniere, bekam der Gast aus München zu hören.

Grenzen überwinden

Viel erfuhr die Ministerin über die Arbeit, die hier geleistet wird und die Ziele, die sich die Stiftung sudetendeutsches sozial- und Bildungswerk gesetzt hat. "Wir wollten schon immer die Grenzen in Europa damit überwinden", sagte Reinfried Vogler, der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung. Studienleiter Gustav Binder ergänzte: "Hier bei uns kann preiswerte Förderung angeboten werden" und er wies auf das spezielle Profil dieser Bildungsarbeit hin. Viele Gäste kämen zuerst als Jugendliche, dann als Studenten und schließlich sogar als Lehrer in den Heiligenhof. "Unser Programm kommt an. Unser einziges Problem ist: Wie geht es mit Corona weiter?" Steffen Hörtler sagte der Ministerin "Schulen buchen uns nicht wegen des Hauses der Vertriebenen, da kommt keiner, sondern wegen unseres vielfältigen Programms". Er wies darauf hin, dass in den 1940er Jahren jeder vierte Einwohner in Bayern ein Vertriebener gewesen sei. Nun wollten viele wissen, wo ihre Wurzeln liegen und kämen deshalb in den Heiligenhof. "Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zur Stadt und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", hob Reinfried Vogler hervor und Oberbürgermeister Vogel wies darauf hin, dass die 33 000 Übernachtungen im Haldenhof im letzten Jahr bei insgesamt 1,5 Millionen Übernachtungen in der Stadt ein sehr wichtiger Faktor seien. Steffen Hörtler berichtete vom Rückgang der Buchungen. Es gab Staatszuschüsse, um hier zu helfen. Im Heiligenhof kam es deshalb zu einer kuriosen Situation: hätten noch sechs Personen mehr abgesagt, hätte die Einrichtung 50 000 Euro bekommen. So aber wurde ein vorgeschriebener Richtwert nicht erreicht. Hörtler gab der Ministerin außerdem den Rat mit, ihrem Ministerpräsidenten von ihrem Besuch in Bad Kissingen zu berichten, denn dessen Großeltern hätten sich hier kennengelernt. Das komme bei Markus Söder immer sehr gut an.

Der Heiligenhof:

Der Heiligenhof ist eine beliebte Bildungsstätte, Seminarhaus und Konferenzzentrum mit Unterkunftsmöglichkeiten für 223 Personen sowie Tagungs-, Seminar- und Aufenthaltsräumen und Aufenthaltsräumen. Die Jugendherberge und das Schullandheim bieten über 200 Übernachtungsmöglichkeiten in Einzel- bis zu Mehrbettzimmern. Drei Tagungssäle, Gruppen- und Aufenthaltsräume, eine Bibliothek mit Leseraum, ein Tischtennisraum, ein Partyraum, ein Zeltplatz runden das Angebot ab. Laut Eigenwerbung im Flyer ist der Heiligenhof "die größte und sicher auch komfortabelste Jugendherberge in der bayerischen Rhön". Der Heiligenhof wurde im Jahre 1923 ursprünglich als Villa errichtet und 1941 zum stattlichen Landhaus mit Säulenportal ausgebaut. Das 1952 gegründete Sudetendeutsche Sozialwerk kaufte das Haus mit 3,6 Hektar Grund darum herum noch im selben Jahr mit Unterstützung der Norwegischen Europahilfe und machte daraus die "sudetendeutsche Heimstätte der europäischen Jugend". Am Anfang hatte das Haus 35 Stockbetten aus Beständen der US-Armee . Um 2000 wurde ein kompletter Neubau eines Tagungs- und Bettenhauses verwirklicht. Mit dem Bau eines Multifunktionssaals 2010 und der Sanierung des Haupthauses 2015/2016 wurden weitere bauliche Maßnahmen zur Zukunftssicherung beschritten. Mit dieser baulichen Ausweitung ging Schritt für Schritt auch eine Ausweitung des Angebotes und der Aufgaben einher. Ein besonderer Schwerpunkt der aktuellen Arbeit sind die Begegnungen und der Gedankenaustausch mit Menschen aus Ostmitteleuropa, insbesondere Jugendlichen. Viel Wert wird nach wie vor auf die deutsch-tschechische Annäherung und Versöhnung gelegt.

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