Burkardroth

Mit dem Frosch auf Du und Du

Für das Umweltbildungsprojekt "Netzwerk Mensch für Kröte, Frosch & Co." zieht die BN-Kreisgruppe Bad Kissingen eine positive Bilanz.
Ganz von der Nähe und in Ruhe mal einen Frosch betrachten, das konnten die Kinder beim Bund Naturschutz an den Waizenbacher Teichen. Foto: Elisabeth Assmann
Ganz von der Nähe und in Ruhe mal einen Frosch betrachten, das konnten die Kinder beim Bund Naturschutz an den Waizenbacher Teichen. Foto: Elisabeth Assmann

Seit Mai 2017 bis Sommer 2018 erfolgten über das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Umweltbildungsprojekt zahlreiche Exkursionen mit Schulklassen, Kindergartenkindern und Multiplikatoren zu Amphibienteichen im Landkreis. Auch ein Vortrag der BN-Agrarreferentin zum Pestizideinsatz und dessen Auswirkungen auf Amphibien wurde gut angenommen. Mit den Anwesenden fand ein intensiver Meinungsaustausch statt.

Den Lebensraum der Amphibien zu sichern und sie vor dem Straßentod zu bewahren, ist schon seit Gründung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) einer der Schwerpunkte der Artenschutzarbeit der Ehrenamtlichen. Auch die Aufklärungs- und Nachwuchsarbeit liegt den BN-Aktiven sehr am Herzen. Daher wurde auch das Umweltbildungsprojekt "Netzwerk Mensch für Kröte, Frosch & Co." durchgeführt.

Begeisterung vor Ort geweckt

"Die Begeisterung wird am besten vor Ort am Lebensraum der Amphibien geweckt. Wir haben das Glück, durch die jahrzehntelange Umweltschutzarbeit auf wahre Oasen an Amphibienteichen zurückgreifen zu können", so Franz Zang, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen. Diese müssen aber immer wieder entlandet und auf Dichtigkeit kontrolliert werden. Bei zahlreichen Exkursionen verdeutlichten die BN-Aktiven die Zusammenhänge zwischen Lebensraum und Artenvielfalt. "Wir können nicht früh genug anfangen, die Menschen für ihre Umwelt zu begeistern", erläutert Projektleiterin Elisabeth Assmann. So liegt der Schwerpunkt der Erlebnispädagogik bei Kindergärten- und Schulkindern: "Alleine das Erlebnis, Schuhe auszuziehen, barfuß über die taunasse Wiese zu laufen, dann in den Matsch und das meist trübe Wasser eines Amphibienteiches zu gehen, kostet vielen Kindern Überwindung, ist aber oft die erste Berührung mit Wasser, das nicht aus der Leitung kommt. Haben die Kinder ihre Scheu überwunden, wollen sie oft nicht mehr raus aus dem Teich." Der Ekel vor unbekannten, glitschigen Lebewesen verfliegt nach einer zarten Berührung eines Molches oder Frosches.

Brisanz verdeutlicht

Um die Brisanz, wie gefährdet Frosch, Kröte &Co. und wie wertvoll sie für uns sind, anschaulich zu verdeutlichen, hat die Filmgruppe des Franz-Miltenberger-Gymnasiums (FMG) auf Anregung des BN das Thema aufgegriffen. Unter Leitung von Lehrer Heiko Berner entstanden dabei vier Filme unter der Überschrift #love4lurche, die demnächst auf der BN-Homepage anzuschauen sind. Am Schuljahresende liefen sie bereits in der Aula des Gymnasiums. Auch bei den Filmtagen bayerischer Schulen in Holzkirchen gehen die Beiträge an den Start, um möglichst viel Breitenwirkung zu erzielen.

Ziel näher gekommen

"Unserem Ziel, Nachwuchs an Artenkennern und Umweltschützern zu gewinnen, sind wir mit diesem Umweltbildungsprojekt ein gutes Stück näher gekommen", ist Assmann überzeugt. "Denn jede noch so kurze Begegnung lebendigen Tieren in der Natur vor der Haustür ist viel einprägsamer als die überall präsente Wissensvermittlung über Internet, Fernsehen und Bücher."

So helfen einige Jugendliche bei der jährlichen Betreuung von Amphibienwanderungen mit, andere engagieren sich bereits als Betreuer beim BN-Kinderzeltlager, an dem rund 80 Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren teilnehmen.

Ausblick

Dass es mit den Amphibien im Allgemeinen nicht gut steht, konnten die Zahlen der ehrenamtlichen Helfer bei den Laichwanderungen im Frühjahr belegen. Die Veränderungen des Klimas (trockene Sommer, zu wenige Niederschläge) und der erhöhte Einsatz an Chemikalien in der Landwirtschaft hinterlassen ihre Spuren an den Tieren, die über ihre empfindliche Haut die Veränderungen extremer zu spüren bekommen.

Es gibt für die Aktiven der Kreisgruppe noch viel zu tun. So sind einige Laichwanderwege immer noch nicht gut genug gesichert, wie etwa in Premich. Trotz eines auch schon in die Jahre gekommenen Tunnelsystems werden am Ende des Leitsystems an einem Forstweg immer noch Tausende von Kröten überfahren. Ein Vorort-Termin mit den zuständigen Behörden (Forst, Naturschutzbehörde, Straßenbauamt) wurde von der BN-Kreisgruppe für diesen Herbst initiiert.

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