Thulba

Moderne Songs in alten Mauern

Die Chorgemeinschaft Thulba hat mit Musik von Stevie Wonder, Geoge Gershwin oder Leonard Cohen Neues gewagt und damit das Publikum gewonnen.
Magdalena Schatz und ihr Kinderchor verstärken den TraditionsChor mit Dirigent Nikolaus Metz. Foto: Werner Vogel
Magdalena Schatz und ihr Kinderchor verstärken den TraditionsChor mit Dirigent Nikolaus Metz. Foto: Werner Vogel
Bei den "Sommersongs in alten Mauern" der Chorgemeinschaft Thulba passt alles. Die Musik, das Ambiente und das Gemeinschaftserlebnis nach dem Konzert. Natürlich wissen Einheimische und Freunde der Romanik um die außergewöhnliche Akustik von St. Lambertus, der Propsteikirche des ehemaligen Klosters Thulba. Mächtige Mauern aus 1200 Jahren Baugeschichte, wohltuend helle Weite und der aufgeräumte Sakralraum verstärken reinen Klang. Dass aber auch Popularmusik wie Sommersongs von Stevie Wonder, Leonard Cohen oder George Gershwin außergewöhnlich klingen, das beeindruckt dann doch. Da füllen dann auch die knapp 20 Sängerinnen und Sänger, der von Yvonne Roth-Wächter geleiteten "fun@musik" das Kirchenschiff mit Pep bei "Que sera, sera" und erstaunlicher Klangfülle bei "I have a dream".
Der "TraditionsChor" der Sängergemeinschaft hatte sich dann doch eher Traditionelles ausgesucht. "Im Frühtau zu Berge", dirigierte Nikolaus Metz volksliedhaft frisch, aber bei "Sierra Madre" nutzte auch er den Klangraum mit zurückgenommenen Tempi schön groovend.


Mundart und eine außergewöhnliche Stimme

So ganz anders und deshalb wunderbar ins Programm passend, berührt Liedermacher Konni Albert das Publikum. Der Hammelburger Allroundkünstler schreibt und komponiert seine Lieder selbst, begleitet sich mit Gitarre, Mundharmonika und Akkordeon und formuliert musikalisch das Lebensgefühl der Region mit mundartlichen Zeilen wie "Hoste jetz ä mol Zeit für mir" und "Jetz würd gesse", mal als Ballade, dann als Rap. Fußwippen inklusive. Riesenbeifall ist ihm sicher.
Den Chornachwuchs, die Kindergruppe "More than Voices" leitet Magdalena Schatz und findet mit "Hulapalu" von Andreas Gabalier viel aufmunternden Beifall. Der steigert sich dann aber zum Orkan, wenn Sie selbst singt. Die ausgebildete Sängerin aus Heiligkreuz brilliert bei Gershwins "Summertime" mit Innigkeit und bewusst geführter Stimme. Ihr "Ave Maria"" von Bach/Gounod wird zum gefeierten Höhepunkt des Konzerts. Virtuos und ohne Tremolo klettert ihre Stimme und ihr "...nunc et in hora" ... schwingt sich höhensicher.
Zum Abschluss geht auch in St. Lambertus die fränkische Luft "frisch und rein" beim gemeinsamen Frankenlied und weil's gar so schön war, hält es keinen auf den Kirchenbänken, werden alle Künstler mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet.


Kulinarischer Abschluss

Wenn eine aktive Chorgemeinschaft den Mut hat, Neues zu wagen und dabei eigene Stärken mit dem, was das Dorf zu bieten hat, geschickt zu verbinden weiß, wie hier in Thulba, dann kommt etwas Besonderes dabei heraus. Nach dem heiter, abwechslungsreichen Konzert mit schönen Stimmen, bemerkenswerter Solistin und Überraschungsgast treffen sich die Konzertbesucher dann auf dem Vorplatz von St. Lambertus, um das Erlebnis nachklingen zu lassen.
Keine Bierbänke und keine Bratwurst. Kein Eintritt, keine Preistafel. Stehempfang auf dem Kirchenvorplatz ist angesagt, kleine Appetithäppchen auf die Hand, ein Frankenwein im Glas. Miteinander reden, flanieren, das Ambiente rund um die ehemalige Probstei auf sich wirken lassen, dazu ein traumhafter Sommernachmittag. Hochstimmung allenthalben. "Da geht doch keiner an den - dezent aufgestellten, witzigen - Spendenboxen vorbei, meint Sieglinde Bürger, hochzufriedene Vorsitzende der Chorgemeinschaft Thulba und mit Blick auf das quirlige Treiben auf dem gefüllten Kirchplatz, ergänzt Jürgen Kolb, 2. Bürgermeister und Ortsbeauftragter von Thulba: "So schön kann Landleben sein".

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