Münnerstadt

Münnersadt: GTI-Treffen wird immer beliebter

Bis zu 1000 Besitzer der PS-starken Autos kamen zum Saisonauftakt in die Altstadt. Die Treffen sollen zeitlich ausgeweitet werden.
Blitzsauber wurden die ausgestellten GTIs von ihren stolzen Besitzern  geputzt. Dieter Britz
Blitzsauber wurden die ausgestellten GTIs von ihren stolzen Besitzern geputzt. Dieter Britz

Ob der tausendfach zitierte Spruch "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" wirklich vom früheren sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow stammt, ist umstritten. Doch gestern galt er schon früh auf dem Anger und auf dem Marktplatz. GTI-Fahrer, die erst zu dieser Zeit zum GTI-Treffen in die Stadt kamen, hatten keine Chance mehr, dort einen Platz zu finden, um ihre meist PS-starken Fahrzeuge auszustellen und mussten sich mit Seitenstraßen und -gassen begnügen.

Etwa 800 bis 1000 GTI-Fans aus ganz Deutschland, aber auch Österreich, Luxemburg und den Niederlanden waren zum Saisonauftakt in die Stadt gekommen, schätzt Matthias Scholz, der zusammen mit Sascha Vorndran diese immer beliebter werdenden Treffen organisiert. "Offenbar ist so gut wie keiner wegen des nicht sehr guten Wetters daheim geblieben", freute sich Bürgermeister Helmut Blank (CSU), ein bekennender GTI-Fan und Förderer der Treffen.

Begonnen hatte das Treffen diesmal schon am Samstag mit einem "Angrillen" mit Burgern, Bier und Livemusik. Schon zu dieser Veranstaltung waren etliche Teilnehmer gekommen. Sie nutzten den Vorteil, schon am Samstag auf dem Anger die allerbesten Plätze in Beschlag zu nehmen. Andere kamen am Sonntag ab 6 Uhr, als noch immer viel Platz war. Bürgermeister Helmut Blank freute sich sehr, dass schon der Auftakt am Samstagabend gut ankam. Er möchte deshalb, dass das Treffen mit einem Rahmenprogramm schon am Freitag beginnt und sich dann bis Montag zieht, um noch mehr Gäste als bisher anzulocken und länger zu halten.

"Wir sind fast jedes Jahr da. Uns gefällt die Atmosphäre hier so gut", meinte im Chor eine kleine Gruppe von GTI-Freunden aus Miltenberg, die mit Hündin Luna unweit des oberen Tores auf Campingstühlen ihr Lager aufgeschlagen hatten und dort die Wasserpfeife rauchten. Ihr Fazit: "uns gefällt es hier mega-gut". Der 18-jährige Jan aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt hat erst vor einem Monat den Führerschein gemacht und deshalb zum ersten Mal beim GTI-Treffen in Münnerstadt. "Mein erster Eindruck ist sehr gut", erzählte er. Direkt nebendran hatte sich eine gemischte Gruppe zusammengefunden. Die jungen Damen und Herren waren alle seit den ersten GTI-Treffen in Münnerstadt dabei. Ihnen gefällt besonders, dass das in der Altstadt und nicht auf einem Riesen-Platz außerhalb stattfindet. "Hier geht es sehr familiär zu, man trifft Freunde von früheren Treffen, das ist einfach eine super-geile Location", sagte einer von ihnen. "Sehr gut, wunderschön" findet Moritz aus Hamburg sowohl die kleine Stadt Münnerstadt als auch das GTI-Treffen hier. Er ist zum ersten Mal mit seinem 350 PS starken GTI 7, der mit farbigen Folien beklebt ist, dabei. Er sorgte für gastronomischen Umsatz, denn er reiste bereits am Samstag an und wollte erst am Montag zurück in seine Heimatstadt. Er hat sein magnetisch befestigtes HH-Kennzeichen abgenommen. Warum? "Weil‘s einfach schöner aussieht so" antwortete er. Andere befragte Fahrer wollen damit verhindern, dass über Fotos in sozialen Medien jeder sieht, bei welchen Treffen sie auftauchen.

Nicht nur chromblitzende und äußerst PS-starke Boliden wurden ausgestellt und bewundert. Gerade bei den älteren Herrschaften, die unter den Zuschauern waren, weckten die alten VW-Käfer mit H-Kennzeichen (die gibt es nur für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind) wehmütige Erinnerungen. Vor allem jüngere Leute, darunter viele Väter mit ihren Söhnen, flanierten am Sonntag durch die Innenstadt, um sich die interessanten GTIs einmal aus der Nähe anzuschauen und einen Blick unter die vielfach geöffneten Motorhauben zu werfen. Ein besonders interessanter GTI, der allerdings auf einem Anhänger transportiert werden musste, da er für den Straßenverkehr nicht zugelassen ist, stand auf dem Anger. Mit diesem 350 PS starken GTI TCR werden Rennen gefahren. Bei einem Treffen eines internationalen GTI-Freundeskreises hatte Matthias Scholz mit Peter Bunke von "VW Driving Experience" um 500 Euro darauf gewettet, dass dieser mit dem Rennwagen nach Münnerstadt kommt. Scholz allerdings musste seinen halben (!) Bart drangeben. Umringt von einer größeren Menschenmenge, befreiten ihn mehrere junge Damen von der linken Hälfte seines Bartes. Und die 500 Euro? Die spendete er im Gegenzug für die Renovierung der Pfarrkirche. Der TÜV war übrigens mit einem Stand vertreten, ebenso wie einige Tuning- und Autozubehör-Firmen, die erkennbar gute Geschäfte machten.

Autos angucken macht hungrig und durstig. Für Verpflegung sorgten einige Vereine, die Klasse Q11 des Gymnasiums und die Feuerwehr. Letztere patrouillierte auch durch die Straßen. Thorsten Fiedler und ein Kollege hatten ein wachsames Auge darauf, dass überall mindestens etwa drei Meter freigehalten wurden, damit im Notfall die Rettungsfahrzeuge durchkamen. "Ein paar Mal mussten wir schon einschreiten und bitten, Platz zu machen" sagte Fiedler.

GTI ist die Abkürzung für Gran Turismo Injektion und wird als Typenkürzel für Automobile mit besonders sportlichem Charakter und Motor ohne Vergaser verwendet. Erstmals verwendet wurde der Begriff 1962 beim Maserati 3500 GTI. Damals war eine Einspritzanlage etwas Besonderes. Diese Besonderheit wurde in die Modellbezeichnung aufgenommen. Verbreitet wurde die Bezeichnung GTI durch den VW Golf GTI von 1976. Die Verwendung des Kürzels GTI ist in einigen Ländern von bestimmten Herstellern geschützt, so ist in Deutschland und den USA GTI eine eingetragene Marke der Volkswagen AG. (Quelle: Wikipedia)

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