Münnerstadt

Münnerstadt: Die Abrissbirne muss noch warten

Der Haupt- und Finanzausschuss hat dem Stadtrat einstimmig die geänderte Haushaltssatzung empfohlen. Der Hallenbadabriss ist raus, das Geld wird woanders investiert.
Der frühere Bürgermeister Helmut Blank (CSU) wollte den Abriss des Hallenbades noch in seiner Amtszeit erleben. Aber daraus ist nichts geworden. Und nun sind die Abrisskosten komplett aus dem Haushalt gestichen worden. Foto: Archiv/Thomas Malz       -  Der frühere Bürgermeister Helmut Blank (CSU) wollte den Abriss des Hallenbades noch in seiner Amtszeit erleben. Aber daraus ist nichts geworden. Und nun sind die Abrisskosten komplett aus dem Haushalt gestichen worden. Foto: Archiv/Thomas Malz
Der frühere Bürgermeister Helmut Blank (CSU) wollte den Abriss des Hallenbades noch in seiner Amtszeit erleben. Aber daraus ist nichts geworden. Und nun sind die Abrisskosten komplett aus dem Haushalt gestichen worden. Foto: Archiv/Thomas Malz

Sachlich und konstruktiv diskutierten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses über Details des neuen Haushalts und erwähnten den absoluten Hammer mit keinem einzigen Wort: Der Abriss des Hallenbades ist sowohl im geplanten Etat 2020 als auch in der vorgesehenen Finanzplanung der Jahre 2021 bis 2023 nicht mehr zu finden. Auch bei anderen geplanten Investitionen, die ohnehin nicht umsetzbar waren, wurde der Rotstift angesetzt. Dafür sind andere Vorhaben vorgezogen worden, beispielsweise die längst überfällige Sanierung der Tartanbahn am Sportzentrum, die nun für nächstes Jahr geplant ist.

Am 27. Juni hatte es eine Haushaltsklausurtagung gegeben, bei der diese Änderungen offensichtlich besprochen worden sind. Ganz überraschend kommt das nicht. Bereits in Sitzungen zuvor hatte Bürgermeister Michael Kastl ( CSU ) nach einem Antrag der Fraktion Forum Aktiv auf Umbau des Hallenbades zu einer Veranstaltungshalle gesagt, dass man über alles reden könne. Eine Veranstaltungshalle sieht er wohl eher nicht, aber zumindest das Gebäude könne man vorerst stehen lassen und das Geld für den Abriss woanders investieren, hatte er angedeutet. Und auch, dass ohnehin bis Oktober nicht mit einem Abriss zu rechnen sei, und dann läuft die einjährige Bindungsfrist an den Bürgerentscheid aus. Der Haushaltsentwurf ist nun einstimmig empfohlen worden, also auch mit den Stimmen der absoluten Abrissbefürworter, allen voran Michael Kastl und Klaus Schebler (Neue Wege).

Bei der Sitzung am Montagabend wurden lediglich noch ein paar Details besprochen. So wünschte sich die SPD , dass die Ortsverbindungsstraße von Münnerstadt nach Burglauer (Promilleweg) hergerichtet wird. 2. Bürgermeister Andreas Trägner ( Freie Wähler ) verwies aber auf den geplanten Ausbau der Kreisstraße 1 zwischen Münnerstadt und Reichenbach. Dann werde der Promilleweg wohl massiv genutzt. Es mache wenig Sinn, ihn vorher herzurichten.

Seit längerer Zeit ist klar, dass beim Kindergarten in Großwenkheim eine größere Sanierung ansteht, 1,1 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, allerdings ohne zeitliche Bindung. Jetzt sind schon einmal 100 000 Euro für dieses Jahr vorgezogen worden. Andreas Trägner und Rosina Eckert (Forum Aktiv) hatten kurz zuvor einen Antrag gestellt, weil ihnen unter anderem die Kosten für den Ausbau eines Weges am Questenberg in Windheim zu hoch erschienen. "Wir müssen da handeln", verteidigte Ortsreferent Klaus Schebler das Vorhaben. Bei Starkregen laufe das Wasser in Garagen und Grundstücke. Die Straße könne man flicken, das sei ihm egal, aber das Wasser müsse weg. Auch wenn die Kosten wahrscheinlich geringer ausfallen werden, einigten sich die Stadträte darauf, das Geld im Haushalt zu belassen, Andreas Trägner zog den Antrag zurück.

Einen einstimmigen Beschluss gab es zur Änderung der Anschaffungskosten für eine Schöpfstelle auf dem Friedhof in Seubrigshausen . 2500 Euro sind im Haushalt vorgesehen.

Bildungsreferent Leo Pfennig ( Freie Wähler ) hatte noch einige Detailfragen zum Verwaltungshaushalt, insbesondere was den Schulverband der Mittelschule angeht. Das konnte geklärt werden.

Dann stand eine Änderung im Stellenplan an, die erhebliche Auswirkungen haben wird. "Der Bauingenieur wird gestrichen", sagte Michael Kastl. "Ich brauche ihn nicht." Mit ihm als Bürgermeister, den Referenten der Verwaltung und nicht zuletzt den für die Stadt tätigen Büros ließen sich die Aufgaben bewältigen. Eigentlich sollte heuer wegen der vielen Vorhaben der Stadt ein Bauingenieur eingestellt werden. Diese Kosten fallen jetzt weg. Neu eingestellt werden sollen zwei Leute je zur Hälfte als Gerätewart der Feuerwehren und den Bauhof und wahrscheinlich eine Kraft ausschließlich für den Bauhof . Deren Kosten insgesamt halten sich in etwa die Waage mit der eingesparten Stelle des Bauingenieurs. Dem stimmten die Ausschussmitglieder alle zu.

Insgesamt ist der Haushalt entzerrt worden, das heißt, Projekte, die ohnehin in diesem Jahr nicht mehr realisierbar sind, wurden in die nächsten Jahre verschoben. Das trifft beispielsweise auf die Anschaffung der Feuerwehrautos für die Feuerwehren Münnerstadt , Fridritt und Seubrigshausen zu. Nicht zuletzt weil das Jahr schon weit fortgeschritten ist, hat die Verwaltung nicht mehr umsetzbare Vorhaben der Städtebauförderung 2020 herausgenommen und auf die Folgejahre verteilt. Statt 6,8 Millionen Euro sind es heuer nur 700 000 Euro. Andere Vorhaben wurden allerdings vorgezogen. Insgesamt minimiert sich die Kreditaufnahme heuer von geplanten knapp sieben Millionen Euro auf knapp vier Millionen Euro . Auch in den Folgejahren wird die Verschuldungs nicht so hoch ausfallen, wie ursprünglich geplant. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 20. Juli eine Entscheidung zum Haushalt fällen.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Münnerstadt
  • Bauhöfe
  • Bürgerentscheide
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CSU
  • Feuerwehren
  • Freie Wähler
  • Fridritt
  • Kosten
  • Millionen Euro
  • SPD
  • Seubrigshausen
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Wähler
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!