Münnerstadt

Münnerstadt: Lange Liste maroder Straßen

Im gesamten Stadtgebiet sind viele Straßen und Gehwege in einem schlechten Zustand. Das begonnene Sanierungsprogramm will der Stadtrat fortsetzen. Noch ist aber nicht entschieden, wo es weiter gehen soll.
Aus der Salzgasse gibt es  Anliegerbeschwerden über den Zustand der Straße. Die Setzungen sind deutlich zu erkennen. Das Pflaster müsste so verlegt werden, dass es auch Busse und schwerere Fahrzeuge aushält. Doch diese Variante ist die teuerste.Heike Beudert
Aus der Salzgasse gibt es Anliegerbeschwerden über den Zustand der Straße. Die Setzungen sind deutlich zu erkennen. Das Pflaster müsste so verlegt werden, dass es auch Busse und schwerere Fahrzeuge aushält. Doch diese Variante ist die teuerste.Heike Beudert

22 Straßenbauprojekte im gesamten Stadtgebiet mit einem Gesamt-Bauvolumen von bis zu fünf Millionen Euro umfasste eine Tischvorlage, die die Stadträte in der jüngsten Sitzung vor sich hatten. Frank Braun von der Planungsschmiede Braun hatte im Auftrag der Verwaltung eine grobe Übersicht über stark beschädigte Straßenzüge geschaffen, die 2020 und 2021/2022 saniert werden sollten oder könnten. Eine Entscheidung fiel nicht, denn die Fraktionen werden, so die Intention von Bürgermeister Helmut Blank , selbst die Prioritäten setzen; die Liste der offenen Fragen dazu ist allerdings nochmals genauso lange wie die Tischvorlage selbst.

Erfasst sind in der Aufstellung Sanierungen und Ausbesserungen verschiedenster Größenordnung. Die kleinste liegt bei ca 7000 Euro, die teuerste bei über einer Million. Nicht berücksichtigt wurden in der Aufstellung mögliche Kosten für Kanal- und Wasserleitung. Erst wenn sich der Stadtrat auf eine Prioritätenliste geeinigt hat, soll für die ausgewählten Straßenzüge eine Befahrung der Kanäle vorgenommen werden, um Schäden zu erfassen, so der Bürgermeister.

Zusätzlich muss die Verwaltung fallweise prüfen, ob es sich bei den größeren Projekten um einen Erstausbau handelt oder um eine Sanierung. Daraus ergeben sich Fördermöglichkeiten oder die Abrechnung über Erschließungsbeiträge. Die Stadträte können zudem bei vielen Maßnahmen entscheiden, welche Ausbauqualität eine Sanierung haben soll.

In der Sitzung zeichnete sich nicht ab, welchen Straßen der Stadtrat für 2020 den Vorzug geben wird. Thomas Klemm ( CSU ) schlug vor, Gehwege entlang der Friedhof- und Schützenstraße vorrangig zu behandeln, weil dort schon Schulkinder gestürzt seien.

Stadtrat Leo Pfennig ( Freie Wähler ) warnte davor, den Ausbau des Schwimmbadweges "aufzublähen".Die Straße gehört zu den Bereichen, von denen nicht klar ist, ob es sich um eine Ersterschließung handelt. Würde die Stadt dort tatsächlich einen Vollausbau anstreben, kämen auf die Anlieger unter Umständen Erschließungskosten zu - "gewaltige Summen", stellte Leo Pfennig fest. Bürgermeister Helmut Blank ergänzte, dass die Stadt bereits 2013 aus diesem Grund schon einmal Abstand von einer Sanierung genommen hatte.

Stadtrat Dieter Petsch ( Freie Wähler ) kritisierte, dass bei den Projekten in der Altstadt zuviel Asphalt verwendet würde. Er plädierte für mehr Pflasterlösungen auf Gehwegen, wie es auch in den Stadtteilen üblich sei. "Wir wollen ja mit der Altstadt wuchern", stellte Petsch fest.

Dem schloss sich Stadträtin Rosina Eckert (Forum aktiv) an. Sie bemängelte ein fehlendes Konzept. Die Gehwegsanierung von 2019 in der Altstadt sei bei der Bevölkerung nicht gut angekommen. Hierzu wurde aber darauf verwiesen, dass es sich nur um eine provisorische Maßnahme handelt. Eckert aber beharrte darauf, dass der Stadtrat sich Gedanken machen müsse, wie die Altstadtstraßen und -wege künftig aussehen sollen.

Zustimmung erhielten Petsch und Eckert von Stadtrat Michael Kastl ( CSU ); in der Altstadt müsse der gestalterische Aspekt mehr Beachtung finden, erklärte auch er.

Frank Braun betonte, dass seine Sanierungsvorschläge auf Basis der günstigsten Materialwahl beruhen. Bestehe der Wunsch Pflasterungen vorzunehmen, sei dies bei der Planung jederzeit möglich.

In der Praxis war es teilweise so, dass bei Sanierungsarbeiten in der Altstadt das noch unter den Gehwegen verlegte historische Pflaster sogar ausgebaut und der Gehweg danach wieder asphaltiert wurde, erfuhren die Stadträte. Das sorgte nach Angaben Brauns 2019 immer wieder für einen unerwarteten Mehraufwand. Auch in der Kapellengasse - sie gehört zu den Straßenzügen mit Sanierungsbedarf - rechnet Braun wieder mit Pflasterbelägen unter der bestehenden, schadhaften Asphaltschicht.

"Ich sehe einen großen Schwerpunkt in Münnerstadt ", beklagte sich Großwenkheims Ortsreferent Georg Heymann ( CSU ). Er sei davon ausgegangen, dass 2019 wegen des Stadtjubiläums in der Kernstadt Straßenausbesserungen vorgenommen wurden und jetzt wieder eine stärkere Berücksichtigung der Ortsteile kommen wird. Dieter Petsch rechnete dem Großwenkheimer daraufhin vor, dass in den vergangenen Jahren mit Sanierungen in Seubrigshausen und Wermerichshausen und ab 2020 in Reichenbach Gleichberechtigung herrsche. Heymanns Kommentar dazu: "Mir fehlt halt Großwenkheim ". Der Stadtrat Johannes Röß ( Großwenkheim , CSU ) bemängelte das Fehlen des Großwenkheimer Finkenwegs in der Liste.

Übersicht über marode Straßen: Münnerstadt Gehweg Jörgentorgasse, Friedhofstraße, Karlsbergstraße (geschätztes Bauvolumen: 200 000 Euro); Sanierung Kapellengasse (95 000 Euro); Anschlüsse Jörgentorpark für Strom, Wasser etc (40 000 Euro); Sanierung Otto-Liebmann-Straße (Kosten je nach Ausbauarbeit zwischen 130 000 und 950 000 Euro); Sanierung Egerlandstraße (110 000 bis 550 000 Euro, Stützmauer: 70 000 Euro); Sanierung Deutschherrnstraße (40 000 Euro); Einmündung Schützenstraße/Friedhofstraße (200 000 Euro); Erneuerung Schwimmbadweg (Vollausbau mit Wasser und Kanal: 1,04 Millionen Euro); Angleichungen Zufahrt Leitschuhweg (7000 Euro); Anschluss Rollatorspur Finstere Gasse/Klostergasse (30 000 Euro); Umleitungsstrecke B 887 Feldweg Wiederherstellung (110 000 Euro); Erneuerung Salzgasse (je nach Bauart zwischen 480 000 und 700 000 Euro); Wirtschaftsweg Richtung Burglauer (140 000 Euro).

Rindhof Sanierung Schotterweg (50 000 Euro). Wermerichshausen Sanierung alte Weth (32 000 Euro). Brünn Straßensanierungen Zum Wiesengrund und Sankt- Sebastian-Straße (450 000 Euro). Burghausen Ausbau Bleicheller ( 200 000 Euro); Ausbau Oberes Roth (170 000 Euro). Fridritt Sanierung Straße Am Kreuzweg (400 000 Euro). Großwenkheim Sanierung Gehweg Zufahrt Baumgartentor (16 000 Euro). Windheim Oberflächenentwässerung Hohner Weg (12 000 Euro); Erneuerung Ortsstraße Hohner Weg (zwischen 70 000 und 300 000 Euro).

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Münnerstadt
  • Altstädte
  • Bauarten
  • CSU
  • Freie Wähler
  • Fridritt
  • Großwenkheim
  • Helmut Blank
  • Ortsteil
  • Sanierung und Renovierung
  • Seubrigshausen
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Wermerichshausen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!