Münnerstadt

Münnerstadt: Mehr als 200 Katzen im Tierheim

Unzählige Fundkatzen - oft mit Nachwuchs - müssen im Tierheim Wannigsmühle betreut werden. Die meisten von ihnen kommen krank in die Einrichtung. Dringen wird Nassfutter für junge Katzen benötigt.
Gleich mehrere Katzen haben im Tierheim Nachwuchs bekommen. Kurz zuvor waren sie als Fundkatzen abgegeben worden. Mal wieder quilt das Tierheim über. Leiterin Ursula Boehm ist verzweifelt. Thomas Malz
Gleich mehrere Katzen haben im Tierheim Nachwuchs bekommen. Kurz zuvor waren sie als Fundkatzen abgegeben worden. Mal wieder quilt das Tierheim über. Leiterin Ursula Boehm ist verzweifelt. Thomas Malz

Sie haben es nicht geschafft. Von den fünf Kätzchen, die nachts in einem Karton vor dem Tierheim abgelegt wurden, leben nur noch zwei. "Wir wissen nicht, ob sie es schaffen", sagt Ursula Boehm, die Leiterin des Tierheims Wannigsmühle. Dei Kätzchen werden zwar mit der Flasche versorgt, "aber sie sind viel zu früh von der Mutter getrennt worden." Da geht es anderen Katzenbabys wesentlich besser. Sie werden von ihren Müttern versorgt. Ursula Böhm zeigt auf eine recht junge Katze, die vier Babys hat. "An dem Tag, an dem sie als Fundkatze zu uns gekommen ist, hat sie ihre Jungen bekommen. Wieder fünf Katzen mehr in der Wannigsmühle. "Es ist immer wieder das gleiche."

125 zu vermittelnde Katzen werden derzeit im Tierheim versorgt. Zählt man die 80 dazu, die als Freigängerin dort leben, ist die 200er-Marke schon geknackt. "Andere Tierheime sind mit 40 Katzen voll", sagt die Leiterin. Was sie besonders frustriert: die seit etlichen Jahren vom Tierheim durchgeführten Kastrationen von frei lebenden Katzen wirken sich nicht spürbar aus. Es kommen immer wieder vor, dass Menschen frei lebende Katzen füttern. Damit übernehmen sie eigentlich Verantwortung für die Tiere, müssten also auch für Kastration sorgen, meint Ursula Boehm. Das sehen die Versorger aber meist anders. Zwar werden sie vom Tierheim um eine Spende gebeten, den Löwenanteil der Kastrationskosten trägt aber das Tierheim. Die Tiere werden danach wieder zurückgebracht. Obwohl sie keine Jungen mehr bekommen, reißt die Flut nicht ab. Verantwortlich dafür mach die Leiterin unter anderem Landwirte, die auf ihren Höfen unkastrierte Katzen halten.

"Es gibt halt keine rechtliche Handhabe", bedauert die Leiterin. Der Bayerische Landtag sehe keinen Handlungsbedarf in puncto Kastrationspflicht, weil er kein Problem sehe. "Man müsste mal alle Katzen ins Herrn Söders Büro fahren", schlägt Ursula Boehm vor. Lösen ließe sich das Problem auch auf kommunaler Ebene, aber dafür müssten alle Kommunen an einem Strang ziehen.

So lange nichts geschieht, werden die Tiere weiter im Heim landen. Die meisten sind so genannte Fundkatzen. Sie werden meist dem Tierheim gemeldet und dann von den Mitarbeitern geholt. Dass nicht alle Tiere wirkliche Fundkatzen sind, sondern dem ein oder anderen vermeintlichen Tierliebhaber lästig geworden ist, ist Ursula Boehm völlig klar. Aber da kann sie nichts machen. Immer wieder komme es auch vor, dass nach Jahren der Haltung ein Familienmitglied angeblich plötzlich eine Katzenallergie bekommt. "Der Klassiker", meint sie. Tun kann sie dagegen nichts.

Es gibt noch ein Problem, das ihr schwer zu schaffen macht. Der Ruf ihres Hauses. "Die meisten Tiere kommen mit einem fetten Katzenschnupfen", sagt sie. Manche auch mit der Katzenseuche. An beidem können die Tiere sterben. Vom Tierheim werden sie medizinisch versorgt und - falls sie das Alter haben - auch kastriert. Trotz aller Fürsorge könne es gelegentlich passieren, dass ein Tier bei Abgabe nicht 100-prozentig gesund sei und in der neuen Umgebung krank wird. "Dann heißt es gleich, dass man im Tierheim nur kranke Tiere bekommt", beklagt sie und wehr sich vehement gegen dieses Vorurteil.

Immer wieder kommt es auch vor, dass sie wegen verwilderter Katzen angerufen werden. Aber da ist das Tierheim machtlos. "Man kann verwilderte Katzen nicht einsperren." Es sind ohnehin schon mehr als genug. "Wir könnten noch so ein Haus gebrauchen, allein schon für die Quarantäne."

Wesentlich entspannter ist die Situation bei den Hunden, zumindest was die Anzahl betrifft. Momentan sind es 34. Allerdings sind viele von ihnen wegen Auffälligkeiten nicht vermittelbar. "Da bestellen sich manche Leute über Ebay Tiere, die schon fünf oder sechs Vorbesitzer hatten. Wenn die dann zubeißen, landen sie im Tierheim. Ob unsere Mitarbeiter dann gebissen werden, ist ihnen egal."

Das Hauptproblem liegt wieder einmal bei den Katzen. Wer sich so eine Samtpfote anschaffen will, kann gerne im Tierheim vorbeischauen (Montag und Dienstag Ruhetag). Es gibt Katzen in allen Altersklassen. Allerdings muss dieser Schritt genau überlegt werden. Für jegliche Unterstützung sind die Mitarbeiter immer dankbar, vor allem wird derzeit Nassfutter für Katzenkitten gebraucht.

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